Titelbild: Pixabay Halloween
Halloween sollte ein harmloser Spaß sein, mit verkleideten Kindern, Kürbissen und Taschen voller Süßigkeiten. Am Morgen danach ist davon in mehreren Regionen Deutschlands wenig übrig. In zahlreichen Bundesländern sind in gesammelten Süßigkeiten Nadeln, Nägel und andere Metallgegenstände entdeckt worden.
Besonders viele Meldungen kommen aus dem thüringischen Eichsfeld. Im Ort Wintzingerode fielen Kindern beim Auspacken Metallnadeln in mehreren Süßwaren auf, wie die Landespolizeiinspektion Nordhausen mitteilte. Auch in Leinefelde-Worbis fanden Kinder Metallnadeln in ihrer Ausbeute. In einem weiteren Ort des Landkreises steckte sogar eine Nadel in einem Apfel. Die Polizei geht von Absicht aus: Die Süßigkeiten wurden demnach gezielt mit den Nadeln präpariert.
Das Eichsfeld ist kein Einzelfall. Im Kreis Weimarer Land entdeckten zwei Geschwister im Alter von elf und zwölf Jahren Kaubonbons mit Tacker-Nadeln. In Appenheim in Rheinland-Pfalz fand ein Neunjähriger zwei kleine Magnete an einem Kaubonbon. Ähnliche Fälle wurden unter anderem aus Nürnberg, Herbsleben und Hannover gemeldet. In Essen bemerkte ein Vater verdächtige Einstichlöcher in der Verpackung eines Schokoriegels, den sein 13-jähriger Sohn bekommen hatte. In Filderstadt steckten die Nadeln in zwei Milch-Haselnuss-Schnitten und waren von außen nicht zu sehen.
In mehreren Fällen entdeckten die Eltern die Fremdkörper, bevor die Kinder etwas gegessen hatten. Ein Kind wurde nach Angaben der taz dennoch verletzt.
Wer dahintersteckt, ist völlig offen. Über Hintergründe und Motiv ist bislang wenig bekannt. Ob die Taten zusammenhängen oder ob sich Einzelne nach den ersten Meldungen zu Nachahmern machten, ist ebenfalls ungeklärt.
Die Polizei bittet Eltern, die Halloween-Beute ihrer Kinder gründlich zu prüfen, bevor etwas im Mund landet. Das gilt besonders für Verpackungen mit Einstichlöchern und für Süßigkeiten ohne Originalverpackung. Weil manche Nadeln von außen nicht erkennbar sind, bleibt im Zweifel nur eines: lieber wegwerfen als riskieren. Wer etwas Verdächtiges findet, sollte die Polizei informieren.
