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Audichef Gernot Döllner kniet vor Trump: Ein deutscher Premium-Manager als Wahlkampf-Statist im Swing-State

Titelbild: Audi-Logo Pixabay, Beispielbild

Gernot Döllner hat sich am Wochenende vor den US-Midterms in Perry, Georgia, ein Denkmal der Unterwürfigkeit gesetzt.
Der Audi-Chef ließ sich von Donald Trump auf die Bühne einer Wahlkampfveranstaltung holen, dankte dem Präsidenten für „Unterstützung“ und verkündete gemeinsam mit ihm ein 4-Milliarden-Dollar-Werk – das erste eigene Audi-Werk in den USA. Bis zu 200.000 große SUVs (Q7, Q8, Q9) sollen dort ab den frühen 2030ern vom Band rollen, rund 4.500 Jobs entstehen. Georgia steuert laut Berichten 1,4 Milliarden bei. Trump feierte das Ganze als Erfolg seiner Zölle. Döllner spielte die Rolle des dankbaren Statisten.⁠


Die Bilder sind eindeutig. Handschlag auf offener Bühne, Döllner am Pult vor MAGA-Publikum, das anschließend „Trump“ skandiert. Wenige Tage vor den Zwischenwahlen am 3. November.
Für einen Konzern, der sich selbst zur politischen Neutralität verpflichtet hat, ist das kein unglücklicher Termin, sondern ein bewusster Bruch. Die Leitlinien, die der Vorstand – Döllner inklusive – mit unterschrieben hat, verbieten öffentlich wirksame Auftritte mit kandidierenden Politikern im Vorfeld von Wahlen. Gelten die Regeln nur für die Belegschaft oder auch für den Mann an der Spitze?

Die Reaktion in Deutschland war entsprechend scharf.
Daniela Cavallo, Chefin des VW-Gesamtbetriebsrats, sprach von „aktiver Wahlkampfhilfe“ nach einer Rede voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass und Verächtlichmachung der Demokratie. Wer das gehört habe und dann sehe, wie ein oberster Konzernvertreter Teil der Show werde, müsse „vor Scham im Boden versinken“. Die Konzernführung habe sich zur Marionette in Trumps Propagandashow machen lassen. Christiane Benner von der IG Metall nannte den Auftritt „höchst peinlich, politisch inakzeptabel und dem Unternehmen, vor allem aber den Audianerinnen und Audianern, nicht würdig“. SPD-Politikerinnen sprachen von Unterstützung für einen „Autokraten“, der mit Zöllen Druck auf die deutsche Wirtschaft ausübt.⁠

Döllners Rechtfertigung klingt nach Pflichtübung- Man habe im Interesse des Unternehmens gehandelt, die Einladung des Präsidenten angenommen, weil Respekt vor dem Amt und dem Investitionsland das verlange. In einem internen Schreiben räumt er selbst ein, dass der Auftritt „Fragen und auch Unverständnis“ ausgelöst habe.
Das ist keine Entschuldigung, sondern ein Eingeständnis, dass die Optik verheerend ist – und trotzdem hat er es getan.⁠


Wirtschaftlich ist der Druck real. Audi hat als einziger Premiumhersteller keine eigene US-Fertigung und wurde von den 15-Prozent-Zöllen hart getroffen (Schätzungen sprachen von über einer Milliarde Euro Belastung). Ein Werk in den USA ist strategisch nachvollziehbar, um den Markt zu sichern und Zölle zu umgehen. Die Modelle kommen derzeit aus Bratislava, nicht aus Ingolstadt oder Neckarsulm. Trotzdem bleibt der Auftritt ein Kniefall: Ein deutscher Premium-CEO liefert dem amtierenden US-Präsidenten genau die Kulisse, die er für seinen Wahlkampf braucht, während zu Hause Tausende Stellen abgebaut werden und der VW-Konzern in der Restrukturierung steckt. Die Botschaft an die eigenen Beschäftigten und an die Öffentlichkeit ist klar: Für ein paar Milliarden und 4.500 Jobs in Georgia wird die eigene Neutralität und das Selbstverständnis geopfert.

Döllner hat sich nicht als harter Verhandler präsentiert, der die Interessen von Audi und dem Standort Deutschland vertritt, sondern als williger Teil einer politischen Inszenierung. Ja, der rechtsradikalen Theorien, die Trump vertritt oder einfach einem Diktator gedient.


Die Kritik von Betriebsrat, IG Metall und Politikern ist nicht moralische Überempfindlichkeit – sie ist die logische Konsequenz eines Auftritts, der die eigenen Regeln bricht und den Konzern als Wahlkampfvehikel missbraucht. Wer so auftritt, darf sich über die Scham und die Rücktrittsforderungen nicht wundern.

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