Titelbild: Warschau, Beispielbild, Pixabay
Mordpläne gegen Tusk und Kosiniak-Kamysz – Warschau im Ausnahmezustand
In Polen sollen Anschläge auf die Staatsspitze geplant gewesen sein. Nach Angaben des Innenministeriums in Warschau hat die Polizei Hinweise auf ein mögliches Attentat auf Ministerpräsident Donald Tusk und Vize-Premier und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erhalten.
Die Sprecherin des Innenministeriums, Karolina Galecka, teilte dies am Sonntagvormittag auf der Plattform X mit. Demnach haben Innenminister Marcin Kierwinski und der für die Koordination der Geheimdienste zuständige Minister Tomasz Siemoniak nach Eingang der Informationen umgehend Maßnahmen angeordnet. Für 11 Uhr wurde eine Krisensitzung im Anti-Terror-Zentrum der Agentur für Innere Sicherheit (ABW) einberufen.
An der Sitzung nehmen nach Angaben der Behörden Vertreter der Polizei, des Staatsschutzes SOP sowie der Nachrichtendienste teil. Sprecher Jacek Dobrzynski bestätigte die Dringlichkeitssitzung, verweigerte aber weitere Angaben zu Tätern, Motiv oder konkretem Bedrohungsszenario.
Zu den Hintergründen herrscht noch Schweigen. Doch die Warnung kommt nicht aus dem Nichts. Erst vor wenigen Tagen nahm die ABW acht Personen fest, denen vorgeworfen wird, im Auftrag für Sabotageakte militärische Einrichtungen und kritische Infrastruktur ausgekundschaftet zu haben. Seit Monaten warnt die Regierung in Warschau vor einer Zunahme hybrider Angriffe, darunter Sabotage, Desinformation und Spionage, die dem EU- und NATO-Land als wichtigstem Logistik-Hub für die Ukraine-Hilfe gelten.
Polen befindet sich ohnehin in einer angespannten Sicherheitslage. In dieser Woche erschütterte eine Messerattacke in einer Schule das Land, bei der eine Mitarbeiterin getötet wurde – nur wenige Tage nach ähnlichen Vorfällen. Tusk selbst hatte in den vergangenen Wochen wiederholt betont, dass Polen im Visier ausländischer Dienste stehe.
Wer hinter den nun bekannt gewordenen Mordplänen steckt – ob politische Extremisten aus dem Inland, organisierte Kriminalität oder ein staatlicher Akteur – ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Das Innenministerium kündigte an, die Öffentlichkeit zu informieren, sobald es die Sicherheitslage zulasse.
Für Tusk, seit Dezember 2023 wieder Regierungschef, wäre es nicht die erste Bedrohung. Bereits 2023 war ein Mann festgenommen worden, der öffentlich mit einem Attentat auf ihn gedroht hatte.
