Titelbild: Palacio de la Almudaina, me, 2026
Palma, wo Stein und Wasser miteinander sprechen
Wenn man in Palma am Ufer des Parc de la Mar steht, hat man das Gefühl, dass die Zeit hier langsamer geht. Vor einem liegt das ruhige Wasser, das den Himmel spiegelt, und hinter der alten Stadtmauer erheben sich zwei Zeugen aus verschiedenen Jahrhunderten.
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Links thront der Palacio de la Almudaina. Einst maurische Festung, später königliche Residenz. Die Zinnen, die Arkaden und der Turm mit der spanischen Flagge erzählen von Herrschern, von Macht und von einem Inselreich, das zwischen Orient und Okzident lag. Heute ist er noch immer offizielle Residenz des spanischen Königs, wenn er auf Mallorca weilt.
Direkt daneben, fast aus dem Felsen gewachsen, steht die Kathedrale La Seu. Ihre drei hohen Türme schneiden in den tiefblauen Himmel. Über 400 Jahre wurde an ihr gebaut. Gotik, die sich in den Sandstein gefressen hat. Im Inneren fällt das Licht durch die berühmte Rosette und malt Muster auf den Boden, als würde Gott selbst mit Farben predigen.
Zwischen Palast und Kathedrale zieht sich die Stadtmauer entlang, alt, von Efeu gezeichnet. Davor Kunst. Eine moderne Skulptur aus Stahl, die sich im Wasser bricht. Und Menschen. Eine Frau sitzt am Beckenrand, schaut aufs Wasser. Touristen gehen vorbei. Kinder rennen.
Palma zeigt sich hier von seiner stillsten Seite. Kein Strandtrubel, kein Partygesang. Nur Stein, Wasser, Palmen und der Wind, der vom Meer kommt. Ein Ort, an dem Glaube, Politik und Alltag seit Jahrhunderten aufeinander treffen.
Und wenn die Sonne abends tiefer steht, dann wird der ganze Sandstein gold. Dann versteht man, warum Dichter, Könige und einfache Fischer immer wieder an diesen Fleck zurückkamen.
