„Zu uns kommen vergewaltigte Mädchen“ – Ärzte schlagen Alarm
CEUTA. Im Universitätskrankenhaus von Ceuta sind in der vergangenen Woche mindestens fünf Mädchen unter 14 Jahren nach mutmaßlichen sexuellen Übergriffen behandelt worden. Das bestätigen medizinische Quellen gegenüber euronews. Alle Betroffenen stammen aus Marokko. Unter den Patienten soll sich nach Angaben des Krankenhauses auch mindestens ein Junge befinden.
Insgesamt habe die Klinik bereits mehr als zehn Fälle mit Verdacht auf sexuelle Gewalt versorgt. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da nicht alle Opfer Anzeige erstatten.
Die spanische Nationalpolizei ermittelt wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung einer Minderjährigen. Die Tat soll sich während der massenhaften Einreise von Migranten Ende Juli ereignet haben. Auch versuchte Übergriffe seien durch Nachbarn verhindert worden.
„Gesundheitliche Katastrophe“
Notärztin Susana Ascaso beschreibt die Lage in der Notaufnahme als „gesundheitliche Katastrophe“. Täglich würden 300 bis 400 Migranten versorgt, mit gleicher Personalstärke wie vor der Ankunftswelle.
Das Hauptproblem: fehlende Plätze in den Aufnahmeeinrichtungen. Viele Minderjährige unter 14 Jahren müssten auf der Straße schlafen. „Es geht nicht darum, dass man sie nicht aufnehmen will, es fehlt schlicht der Raum“, sagte Ascaso. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gebe es für die meisten kein Obdach.
Die Ärztin warnt zudem vor eingeschleppten Krankheiten wie Tuberkulose und Hepatitis. Zugleich häuften sich Fälle von entgleister Diabetes und epileptischen Anfällen bei Migranten ohne Zugang zur gewohnten Behandlung. Ascaso fordert mehr Personal und die Anerkennung Ceutas als Gebiet mit schwieriger medizinischer Versorgung.
Hilfsorganisationen wie Save the Children warnen vor Menschenhandel und sexueller Ausbeutung. Im provisorischen Lager Sidi Embarek berichten Anwohner, dass Minderjährige nach Übergriffen im Gebirge traumatisiert einträfen. Viele erstatteten keine Anzeige.
Quelle: euronews, 08.08.2026, Autor: Jesús Maturana
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INFOBOX: LAGE IN CEUTA
Was ist passiert?
Ende Juli 2026 kam es zu einer massenhaften Ankunft von Migranten in der spanischen Exklave Ceuta an der Grenze zu Marokko.
Wer ist betroffen?
Unter den Neuankömmlingen befinden sich laut Jugendministerin Sira Rego diesmal überdurchschnittlich viele Mädchen und sehr junge Kinder. Die Polizei richtet ihren Fokus auf Kinder unter 13 Jahren.
Unterbringung:
Die Aufnahmeeinrichtungen für Kinder sind überfüllt. Viele Minderjährige schlafen auf der Straße. Im provisorischen Lager Sidi Embarek drängen sich knapp 300 Menschen.
Medizinische Versorgung:
Das Universitätskrankenhaus behandelt 300-400 Migranten täglich. Personal und Mittel reichen nicht aus. Ärzte melden gehäuft Verletzungen durch Gewalt, Unterzuckerungen und fehlende Medikamentenversorgung.
Hintergrund:
Ceuta ist neben Melilla die einzige Landgrenze der EU zu Afrika. Marokko hat angekündigt, 1.100 unbegleitete Minderjährige aus Ceuta zurückzunehmen.
