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Marokko muss für den Angriff auf Ceuta bestraft werden

Titelbild:Ceuta Beispielbild pexels

Die jüngsten Ereignisse in der spanischen Exklave Ceuta haben einmal mehr gezeigt, wie brüchig die europäische Außengrenze an der afrikanischen Küste ist und wie wenig Verlass auf den marokkanischen König Mohammed VI. als Partner der Europäischen Union ist. Ende Juli 2026 strömten innerhalb weniger Tage schätzungsweise fünfzig- bis sechzigtausend Menschen, überwiegend junge Marokkaner, über Land und vor allem schwimmend oder kletternd über den Wellenbrecher bei Tarajal in das winzige spanische Territorium mit seinen knapp fünfundachtzigtausend Einwohnern.



Die Bilder von Tausenden, die sich durch das Wasser kämpften, von Menschen, die ertranken oder in der Masse erdrückt wurden, von überfüllten Stränden und Straßen, auf denen Soldaten und Polizei versuchten, Ordnung zu schaffen, prägten die Nachrichten. Mindestens zweiundsiebzig Tote wurden auf spanischer Seite gezählt, elf auf marokkanischer.
Die Aufnahmezentren der Stadt kollabierten, Hunderte Minderjährige mussten versorgt werden, und noch Tage später lagerten Tausende auf Stränden oder versteckten sich in Industriegebieten, während gepanzerte Fahrzeuge und Soldaten die Straßen patrouillierten. Ceuta machte und macht den Eindruck einer belagerten Stadt: Geschäfte schlossen, Anwohner reagierten mit Ablehnung oder Angst, das Militär eskortierte Gruppen zurück zur Grenze, und eine neu installierte schwimmende Barriere sollte künftige Umgehungen auf dem Seeweg verhindern. Zwar kehrten nach offiziellen spanischen Angaben zehntausende Migranten binnen kurzer Zeit wieder nach Marokko zurück, doch die verbliebenen Tausende und die traumatischen Szenen bleiben.



Dass es überhaupt so weit kommen konnte, spricht Bände über die Rolle des marokkanischen Königs und seines Regimes. Mohammed VI. wusste offensichtlich davon. Die marokkanischen Grenzkräfte lockerten die Kontrollen auffällig oder zogen sich zeitweise zurück, während sich die Massen sammelten und über soziale Medien Gerüchte über angebliche Öffnungen und rechtliche Vorteile durch ein spanisches Gerichtsurteil verbreiteten. Solche Bewegungen von diesem Ausmaß entstehen nicht spontan ohne Wissen oder stillschweigende Duldung derjenigen, die das Land mit eiserner Hand regieren. Der König und sein engster Kreis steuern die Migrationsströme seit Jahren als Druckmittel gegenüber Europa, mal drosseln sie sie gegen Zugeständnisse, mal lassen sie sie anschwellen, wenn es diplomatisch opportun erscheint. Die Kooperation bei den Rückführungen, die Madrid lobend erwähnt, ändert daran nichts: Sie ist Teil des gleichen Kalküls.


Ein Partner, der die territoriale Integrität eines EU-Mitglieds derart herausfordert und Menschenleben riskiert, um politische Vorteile zu erzwingen, ist kein verlässlicher Partner. Er und sein Königreich müssen hemmungslos bestraft werden – durch harte wirtschaftliche Konsequenzen, die Kürzung von Hilfen und Privilegien, die konsequente Einbindung weiterer Druckmittel und das klare Signal, dass die EU solche Erpressungsversuche nicht länger duldet. Alles andere würde nur die nächste Krise vorbereiten und den Eindruck einer belagerten Stadt an Europas südlichster Grenze zur dauerhaften Realität machen.


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