Flora und Fauna

Mohnfelder – eine Augenweide bei rechtmäßigem Anbau

Titelbild:  Gewerbsmäßiger Anbau von Schlafmohn in Oberösterreich (nahe Braunau), kasaan media, dram, 2026
Die rote Farbe täuscht. So schön leuchtend sie auch ist, der rote Klatschmohn (Papaver rhoeas) ist das Unkraut in diesem Feld. Hier wird Schlafmohn (Papaver somniferum) angebaut.



Wenn man genauer hinschaut, sieht man dazwischen die dicken Samenkapseln des bereits verblühten violetten Schlafmohns. Seine Samenkapseln sind besonders groß. In ihnen reift Blaumohn als Lebensmittel heran, beliebt für Süßspeisen, Gebäck oder Brötchen. Auch als Futtermittel oder in der pharmazeutischen Industrie finden die vitamin- und nährstoffreichen Mohnsamen Verwendung.
Natürlich kennt man Schlafmohn auch für ganz andere Zwecke. Der sowohl in der Kapselhülle als auch in Stängel und Blättern enthaltene Milchsaft dient in getrockneter Form als Opium, da er natürliche Alkaloide wie Morphin und Codein enthält. In den Samen sind diese Inhaltsstoffe nicht enthalten. Opium ist nicht nur Bestandteile illegaler Drogen wie Heroin, sondern auch ein wichtiges Schmerz- und Betäubungsmittel in der Medizin.



Aus letztgenanntem Grund ist der Anbau von Schlafmohn in Deutschland ohne spezielle Genehmigung verboten. Er fällt unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Dies gilt auch für rein privaten Anbau.
Bild: Die violette Blüte des Schlafmohns, kasaan media, dram, 2026
In Österreich dagegen ist der Anbau zum Zwecke der lebensmitteltechnischen Nutzung erlaubt und er wird seit Jahrhunderten praktiziert. Mohn ist in der österreichischen Küche auch sehr beliebt. Der Anbau erfolgt insbesondere in den Bundesländern Oberösterreich und Niederösterreich.
Um den Missbrauch auch bei genehmigtem Anbau zu minimieren, gibt es inzwischen eine Reihe morphinarmer oder auch morphinfreier Zuchtsorten für die Lebensmittelindustrie. Hintergrund dieser Neuzüchtungen war auch die Gefahr, dass bei modernen industriellen Verarbeitungsmethoden die Fruchtkapseln gequetscht werden und damit Milchsaft mit den Samen in Verbindung kommt. Ohne es zu wollen, würden Kunden damit mit Rauschmitteln in Kontakt kommen.



Nichtsdestotrotz gehören aber auch diese Neuzüchtungen dann noch zu den Schlafmohnarten und bleiben für Feld oder Privatgarten verboten bzw. genehigungspflichtig. Möchte man auf Mohn im Hausgarten nicht verzichten, sollte man auf jeden Fall auf problemlose Sorten, die es im übrigen in diversen Farbvarianten von rot über orange und violett bis weiß gibt, wie den oben genannten Klatschmohn,  den großblütigen türkischen Riesenmohn oder Islandmohn achten.
Ein betörender Anblick ist so ein Mohnfeld allemal. Sowohl in Blüte als auch im Samenstand faszinierend. Und irgendwo müssen die Mohnsamen, die wir morgens auf unseren Brötchen so lieben, ja herkommen.

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