Titelbild: Beispielbild Pixabay
In Pforzheim wurde bei Bauarbeiten am Quartierspark in der Oststadt, an der Ecke Dammstraße/Stückelhäldenstraße, eine rund 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Es handelt sich um eine britische Luftmine mit einer reinen Sprengstoffladung von etwa 1,35 Tonnen.
Die Bombe verfügt über drei Zünder, was die Entschärfung besonders anspruchsvoll macht.
Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes bezeichnen diesen Fund als außergewöhnlich, da solche großen Exemplare nicht alltäglich sind.Derzeit besteht keine akute Gefahr für die Bevölkerung, der Fundort ist abgesperrt und wird gesichert.
Die Entschärfung ist für Sonntag, den 17. Mai 2026, geplant. Dafür muss ein großes Gebiet mit einem Radius von etwa 1,5 Kilometern evakuiert werden. Rund 27.000 Menschen sind betroffen und müssen bis spätestens 8 Uhr ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Ein großer Teil der Innenstadt ist eingeschlossen, der Bahnverkehr in Richtung Karlsruhe und Stuttgart wird stark eingeschränkt oder zeitweise komplett eingestellt. Das Helios-Krankenhaus ist von der Evakuierung ausgenommen.Pforzheim gehörte im Zweiten Weltkrieg zu den besonders schwer getroffenen Städten. Der verheerendste Angriff ereignete sich am 23. Februar 1945, als britische Bomber in nur etwa 20 Minuten über 1.800 Tonnen Spreng- und Brandbomben abwarfen. Dabei entstand ein verheerender Feuersturm, rund 17.600 Menschen kamen ums Leben – etwa ein Drittel der damaligen Bevölkerung – und große Teile der Stadt wurden zerstört.
Solche nicht detonierten Bomben (Blindgänger) tauchen bis heute immer wieder auf, besonders in ehemals stark bombardierten Regionen.Die Stadt Pforzheim informiert laufend über betroffene Straßen, Notunterkünfte und den genauen Ablauf. Betroffene sollten die offiziellen Kanäle der Stadtverwaltung, der Polizei und der Feuerwehr nutzen. Die Entschärfung stellt eine logistische Herausforderung dar, wird aber von den Fachleuten sorgfältig vorbereitet.
