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Hetze im Netz – es wird zum Mord an Ursula von der Leyen wegen rumänischer Straßenhunde aufgerufen

Titelbild: Screenshot TikTok/Anja Poppinga

Hetze im Netz: Wird zum Mord an Ursula von der Leyen wegen rumänischer Straßenhunde aufgerufen?

Ein besonders aggressives Mem macht derzeit in sozialen Medien die Runde und sorgt für Entsetzen.



Unter der reißerischen Überschrift „Welpen-Mord in Rumänien“ ist Ursula von der Leyen zu sehen, wie sie aus einer Dose etwas über eine große Gruppe traurig blickender Welpen streut.
Der Begleittext lautet: „Ursula bezahlt es mit deinen Steuern!“
Die Montage erweckt den Eindruck, die Präsidentin der EU-Kommission finanziere persönlich mit europäischen Steuergeldern das massenhafte Töten von Straßenhunden und Welpen in Rumänien.

Screenshot: TikTok/Anja Poppinga

Der Beitrag hat eine Welle extrem aggressiver Kommentare ausgelöst.
Nutzer schreiben offen „Tot für von der Leyen“, fordern, „weg mit der“ und dass man „das gleiche mit der machen“ solle – „einfach entsorgen, kräht kein Hahn nach, im Gegenteil, da wird man froh sein“. Andere kommentieren „Ich glaube an Karma“ mit wütenden Emojis. Manche dieser Beiträge erhalten zahlreiche Likes und Zustimmung.
Die Grenze zwischen zulässiger Kritik und offener Gewaltverherrlichung oder Aufforderung zu Straftaten scheint hier klar überschritten.



Hinter der emotional aufgeladenen Darstellung verbirgt sich ein reales und seit Jahren bekanntes Problem.
In Rumänien existiert ein System aus kommunalen und privaten „Tötungsstationen“, in denen eingefangene Straßenhunde – darunter gezüchtete Welpen – nach einer kurzen Frist von oft nur 14 Tagen getötet werden dürfen, wenn sie nicht vermittelt werden.
In diesem Umfeld haben sich zahllose Vereine gebildet, die mit unfassbarem emotionalen Druck, hauptsächlich auf Deutsche Druck ausüben, um für hohe Schutzgeldgebühren vorsätzlich gezüchtete Welpen und kranke und zum Teil gestörte Hunde nach Deutschland zu exportieren.

Die Gefahren, die von den Tieren ausgehen, kann der Laie nicht abschätzen, doch werden die „Seelen“ wie Sauerbier feilgeboten. Traurige „Fellnasen“ regelrecht verhökert.So fühlt sich die rumänische Handelskette für die Straßenhunde natürlich verpflichtet, emotionalen Druck aufzubauen, um weitere Geschäfte zu machen. Das wird verschwiegen.

Spenden werden reichlich eingefordert für Promenadenmischungen, deren Vorleben unglaubwürdig in mannigfaltigen Tränendrüsengeschichten geschildert werden.

Eine ganze Reihe von Fragen werden nicht beantwortet, und wenn jemand kritische Fragen stellt, ist er ein Tierquäler und Mörder, wenn er nicht sofort riesige Spendenbereitschaft für die hungernden „Kinder“ erkennen lässt.

Bild: Screenshot TikTok/Anja Poppinga

Das ist der unselige Biotop, der sich in Rumänien gebildet hat, um jeden Hund nach Deutschland zu vermitteln, der dort angeboten werden kann.
Längst haben Rechte und Verschwörungstheoretiker die armen rumänischen „Seelen“ als Mädchen erkannt, um im verhassten Brüssel Stunk zu entfachen.

Jedem, der sich mit dem Thema nur kurz auseinander gesetzt hat, wird klar, hier werden Tiere extra gezüchtet, um die dann als Opfer der EU Politik darzustellen.
Das bringt Schutzgebühr und das Geschäft floriert, um so dramatischer die Situation geschildert wird.

Tierschutzorganisationen berichten seit Langem von grausamen Haltungsbedingungen, Korruption und einem Geschäftsmodell, das am Einfangen und Töten der Tiere verdient.
Immer wieder werden Vorwürfe laut, dass EU-Gelder, die Rumänien in erheblichem Umfang für Infrastruktur, Abfallwirtschaft und andere Bereiche erhält, indirekt in diese Strukturen fließen oder zweckentfremdet werden könnten.

Die Tierschutz-Guerilla weiß, dass ihre Vorwürfe haltlos sind, will dich allerdings für die schnelle Quote, finanziell vorteilhaft, in Szene setzen.



Die EU-Kommission hat wiederholt erklärt, dass keine direkte Finanzierung von Tötungen nachweisbar sei und die konkrete Ausgestaltung des Tierschutzes Sache der Mitgliedstaaten bleibe. Dennoch bleibt das Schicksal der Straßenhunde in Rumänien ein drängendes Thema, das viele empört. Parlamentarische Anfragen im Europäischen Parlament und verschiedene Dokumentationen haben die Missstände bereits mehrfach thematisiert. Quotenbrenner für die selbsternannten Tierschützer.

Der vorliegende Social-Media-Beitrag vermischt diese berechtigte Sorge jedoch mit einer gezielten persönlichen Hetzkampagne. Statt sachlicher Kritik an politischen Entscheidungen oder Forderungen nach mehr Transparenz bei der Verwendung von EU-Mitteln wird Ursula von der Leyen als alleinige Schuldige dämonisiert. Die darunter veröffentlichten Kommentare gehen noch einen Schritt weiter und feiern oder fordern teilweise explizit Gewalt gegen die Kommissionspräsidentin.

Solche Beiträge sind kein harmloser Ausdruck von Meinungsfreiheit mehr. Sie schaffen ein gefährliches Klima, in dem Hass und Gewaltfantasien normalisiert werden. Ob die extremen Kommentare strafrechtlich relevant sind – etwa als Aufforderung zu Straftaten, Volksverhetzung oder Billigung von Straftaten etc. –, müssen nun die Strafverfolgungsbehörden prüfen.
Die betroffenen Plattformen sind ebenfalls aufgefordert, solche Inhalte rasch zu entfernen und die Verantwortlichen zu sperren.Doch scherte sich TikTok nur wenig um Moderation.Der Konzern sperrt eher die, die solche Auswüchse bekämpfen.



Das eigentliche Problem der rumänischen Straßenhunde verdient jedoch eine ernsthafte und konstruktive Auseinandersetzung. Statt Hetze und Verschwörungsnarrativen braucht es Transparenz bei den EU-Geldflüssen, konsequente Kontrollen vor Ort, die Förderung von Kastrations- statt Tötungsprogrammen sowie eine bessere Zusammenarbeit mit seriösen Tierschutzorganisationen. Nur so kann dem Leid der Tiere nachhaltig begegnet werden – ohne dass dabei der Rechtsstaat und die persönliche Sicherheit von Politikerinnen und Politikern untergraben werden.

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