L116544

(14 Nov 1985) LN116544 S.AFRICA: Pres.P.W.Botha gives parlimentary speach 20.11.85 that could include new reforms for black S Africans. WTNLU ----------------------------------------------------- S AFRICA SHOWS: ls arrival Botha and wife; INT ms Botha speech; Cape Town 'his proposed reforms that blacks have to be involved; that the Govt is committed to united S Africa; joint citizanship and franchise for all and run by S Africans; restructuring of the Presidents Council; concern at those putting spoke in wheel of reform'.

Die Stem van die Apartheid

Die Stem van die Apartheid-South African Diaries- Die Groot Krokodil (1) (685/1999)

Titelbild: Screenshot AP/youtube  Botha

P.W. Botha, dieses Groot Krokodil, der sich selbst als die letzte unerschütterliche Stem van die Apartheid sieht, steht im Jahr 1985 da wie ein trotziger alter Mann, der mit donnernder Stimme und wuchtigem Fingerzeig die Welt und sein eigenes Volk herausfordert – während das Land unter ihm in Flammen aufgeht und die Townships in offener Rebellion versinken.



Als Staatspräsident, der sich 1984 mit einer neuen Verfassung noch mehr Macht in die Hände gelegt hat, predigt er Reformen, die keine sind, und hält an einer Politik fest, die nur noch mehr Blut und Chaos bringt.
Seit 1982 hat er nichts gelernt: Die Abspaltung der Konservativen Partei auf der rechten Flanke schiebt er beiseite, als wären sie die Verräter, während er gleichzeitig die schwarze Mehrheit systematisch ausschließt und mit Ausnahmezustand und Militärgewalt überzieht.Wir schreiben das Jahr 1985, und die Townships brennen.



Die Vereinigte Demokratische Front mobilisiert Hunderttausende gegen das tricamerale Parlament, das Coloureds und Inder nur scheinbar einbezieht, die Afrikaner aber bewusst draußen lässt. Die UDF ruft dazu auf, das Land „ungovernable“ zu machen, und die Massen folgen: Stayaways, Boykotte, Sabotageakte, Steine gegen Polizeipanzer. Botha antwortet mit dem teilweisen Ausnahmezustand im Juli – in 36 Distrikten, vor allem im Eastern Cape und im Vaal-Dreieck. Tausende werden verhaftet, die Presse zensiert, Versammlungen verboten, und die Sicherheitskräfte erhalten Carte blanche, um „Ruhe und Ordnung“ wiederherzustellen. Doch statt Frieden bringt das nur mehr Tote: Hunderte fallen in den Townships, viele durch Polizeikugeln. Botha nennt es „Gewalt und Rowdytum“ gegen „gesetzestreue Schwarze“, aber in Wahrheit ist es seine eigene Politik, die das Feuer schürt. Die Reformen, von denen er spricht – leichte Lockerungen bei Passgesetzen, gemischten Ehen oder Gewerkschaften –, sind nichts als Kosmetik. Sie sollen eine kleine schwarze Mittelschicht schaffen, die das System vielleicht stabilisiert, während die Homelands weiter als Abstellgleis für die Mehrheit dienen und die wirkliche Macht weiß bleibt. Es ist eine Politik der Verzweiflung, die zu wenig gibt, um die Unterdrückten zu beruhigen, und zu viel Repression, um die Welt zu täuschen.Der traurige Höhepunkt dieses Jahres kam am 15. August in Durban, bei der National-Party-Versammlung.
Die ganze Welt hatte den Atem angehalten. Pik Botha, unser umtriebiger Aussenminister, und andere hatten Erwartungen geschürt, als stünde ein echter Durchbruch bevor: vielleicht echte Machtteilung, vielleicht sogar Schritte zur Freilassung Nelson Mandelas. Die Rede sollte der Rubicon sein – der große Übergang. Stattdessen lieferte Botha eine arrogante, hectornde Tirade, die mit dem Finger wedelte und jede echte Konzession verweigerte.



„Wir überschreiten heute den Rubicon“, verkündete er pathetisch – und blieb doch stur auf der falschen Seite stehen.
Es war keine mutige Überquerung, sondern ein feiger Rückzug hinter die alten Linien der weißen Vorherrschaft. Die internationale Presse sprach von „weißer Unnachgiebigkeit“, die Krieg statt Frieden ankündige. Desmond Tutu sagte bitter: „Es war fast eine Parodie. Ich muss lachen, sonst würde ich weinen.“
Chief Buthelezi zeigte sich enttäuscht, und selbst wohlgesinnte westliche Führer wie Thatcher und Reagan waren schockiert.
Der Rand brach ein, Kapital floh, Sanktionen verschärften sich, und Südafrika wurde noch isolierter. Botha hatte die Chance auf einen echten Neuanfang vertan, weil er nicht bereit war, auch nur einen Millimeter von seiner Doktrin abzuweichen. Stattdessen warnte er vor „Chaos und Armut“, wenn man nachgebe – während er genau dieses Chaos durch seine Starrsinnigkeit heraufbeschwor.



Aus heutiger Sicht, Ende 1985, ist klar: Botha ist kein Reformer, wie er sich gerne darstellt. Er ist der letzte harte Verfechter eines Systems, das moralisch bankrott und praktisch am Ende ist.

Seine „Totale Strategie“ verbindet leere Reformrhetorik mit brutaler Repression im Inland und militärischen Abenteuern jenseits der Grenzen.



Er sieht sich als Bollwerk gegen den kommunistischen „Total Onslaught“, doch in Wahrheit treibt er das Land nur tiefer in die Krise. Die Arroganz der weißen Elite, die glaubt, über die Köpfe der schwarzen Mehrheit hinweg entscheiden zu können, was gut für sie sei, verkörpert er wie kaum ein anderer. Jede Kritik tut er als ausländische Einmischung oder Verrat ab. Er regiert mit militärischer Disziplin und aufbrausendem Temperament, und seine Weigerung, mit echten schwarzen Führern zu sprechen – Mandela bleibt im Gefängnis –, zeigt, wie wenig er die Realität versteht. Privat bleibt Botha der gleiche strenge, undisziplinierte Afrikaner-Nationalist, der er immer war.
Verheiratet mit Elize seit über vierzig Jahren, Vater von fünf Kindern, darunter seine Tochter Rozanne, die als Popsängerin und Covergirl eine kleine Berühmtheit geworden ist – ein seltsamer Kontrast zum strengen Vaterbild des Groot Krokodils. Er lebt das Leben eines Disziplinariers, der Familie und Partei mit eiserner Hand führt, doch seine aufbrausende Art macht ihn auch im privaten Kreis zu einer schwierigen Figur. Gesundheitlich wirkt er noch robust, aber die politischen Stürme fordern ihren Tribut.



Er sieht sich als Retter der weißen Zivilisation am Kap, als Mann, der das Land vor dem Untergang bewahrt.
Doch aus der Perspektive des Jahres 1985 ist er vor allem ein gefährlicher Verzögerer des Unvermeidlichen: ein sturer Politiker, dessen Politik das Land tiefer in Gewalt, wirtschaftlichen Niedergang und internationale Isolation treibt, nur um die Illusion der weißen Vorherrschaft noch ein paar Jahre länger aufrechtzuerhalten.
Botha ist 1985 der lebende Beweis, dass die Stem van die Apartheid nicht mehr die Stimme der Stärke ist, sondern die eines Mannes, der den Wandel nicht kommen sieht oder nicht kommen lassen will.
Seine Politik ist ein Balanceakt auf Messers Schneide – zu wenig für die Unterdrückten, zu viel für die eigenen Rechten, und fatal für das ganze Land.


Statt den Rubicon wirklich zu überschreiten, steht er am Ufer und wedelt drohend mit dem Finger, während das Wasser um ihn herum steigt. Es ist eine Politik der Verzweiflung, getragen von einem Privatmann, der in seiner Sturheit gefangen bleibt und damit Südafrika einem Abgrund näher bringt, aus dem es nur mit viel Blut und Leid wieder herausfinden wird. Die Geschichte schreibt sich gerade, und sie wird ihm nicht verzeihen.

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2 Kommentare

Schmidt 12. April 2026 at 17:42

Ein Dank an alle, die die Erinnerung an diesen Betonkopf wachhalten. Heutige Diktatoren unterscheiden sich nicht von Botha.
Deshalb ist die Veröffentlichung dieses Gesamtwerk es eine Huldigung für die Demokratie.
Sie überraschen uns alle angenehm.

Antworten
the kasaan times 12. April 2026 at 18:16

Dankeschön, Herr Schmidt!
Es war monströs und selbst Pik Botha war enttäuscht von seinem Chef.
Es hätte vielen Menschen das Leben gerettet.

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