Titelbild: Polizei Hannover
Seit dem Frühjahr 2024 beschäftigt ein ungewöhnlicher Todesfall die Ermittler der Polizeidirektion Hannover. Am Morgen des 25. Mai 2024 entdeckten Spaziergänger am Ufer des Steinhuder Meeres in Höhe des Lindenhopswegs bei der Badeinsel Steinhude die Leiche einer Frau.
Die herbeigerufenen Rettungskräfte bargen den leblosen Körper aus dem Wasser. Eine anschließende Obduktion ergab, dass die Frau ertrunken war. Hinweise auf eine Gewalteinwirkung fanden die Pathologen nach bisherigem Kenntnisstand nicht. Dennoch bleiben die genauen Todesumstände ungeklärt. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus, doch absolute Sicherheit gibt es bis heute nicht.
Was den Fall besonders rätselhaft macht, ist die Identität der Verstorbenen. Trotz intensiver Ermittlungen konnte sie bis heute nicht festgestellt werden. Abgleiche mit den Vermisstenmeldungen der Zentralen Vermisstenstelle des Landeskriminalamts Niedersachsen sowie DNA-Untersuchungen führten zu keinem Ergebnis. Niemand hat die Frau als vermisst gemeldet. Auch ein erneuter Einsatz von Polizeitauchern am 25. Februar 2025 im Uferbereich des Sees brachte keine neuen Hinweise zutage.
Die Beamten hatten gehofft, möglicherweise Gegenstände zu finden, die Aufschluss über die Herkunft oder das Leben der Toten geben könnten. Doch die Suche blieb ergebnislos.
Angesichts der anhaltenden Unklarheit veröffentlichte die Polizei im März 2025 Nachzeichnungen des Gesichts der Unbekannten. Die Ermittler erhoffen sich dadurch Hinweise aus der Bevölkerung. Die Frau wird auf ein Alter zwischen 65 und 70 Jahren geschätzt. Sie war etwa 1,73 Meter groß und von kräftiger Statur, hatte ein europäisches Erscheinungsbild, braune Augen und etwa 15 Zentimeter lange grau-weiße Haare. Zum Zeitpunkt ihres Todes trug sie ein schwarzes Langarmshirt, ein helles Leinen-T-Shirt, eine dunkelblaue Jeans, schwarz-weiße Ringelsocken und dunkelblaue Turnschuhe. Auffällig waren zudem ein schlechtes Gebiss mit sichtbaren Lücken sowie eine starke Kurzsichtigkeit – die Frau trug eine Brille. Die Polizei weist darauf hin, dass die Frisur zu Lebzeiten möglicherweise anders ausgesehen haben könnte als auf den Zeichnungen.
Mehrere Medien, darunter der NDR, die Bild-Zeitung und regionale Blätter, berichteten ausführlich über den Fall. Auch offizielle Pressemitteilungen der Polizeidirektion Hannover bestätigen den Sachverhalt. Bis in das Jahr 2026 hinein blieb die Identität der Toten ungeklärt. Einige Hinweise gingen nach der Veröffentlichung der Zeichnungen ein, führten aber offenbar nicht zum Durchbruch.
Der Fall zeigt, wie schwer es sein kann, eine Person zu identifizieren, die niemand vermisst oder deren soziales Umfeld möglicherweise sehr klein war. Wer Angaben zur Identität der Frau machen kann oder Hinweise zu den Umständen ihres Todes hat, kann sich an den Kriminaldauerdienst der Polizei Hannover unter der Telefonnummer +495111095555 wenden. Die Ermittlungen dauern an.
