Schock und Trauer nach schwerem Zugunglück südlich von Madrid in Spanien

Schock und Trauer nach schwerem Zugunglück südlich von Madrid in Spanien Der Aufprall ereignete sich in der zentralspanischen Provinz Toledo. Spaniens Regierung hat drei Tage Staatstrauer erklärt. LESEN SIE MEHR : http://de.euronews.com/2026/10/28/zugunglueck-spanien Abonnieren Sie! https://www.youtube.com/c/euronewsde?sub_confirmation=1 Sehen Sie Euronews live TV : https://www.youtube.com/c/euronewsde/live Euronews gibt es in 12 Sprachen: https://www.youtube.com/user/euronewsnetwork/channels #EuropeNews

Spanien

Urda: Ein Land trauert, und Felipe kümmert sich um die Verletzten

Titelbild Screenshot youtube/euronews

Quellen (spanische Presse und Institutionen): Casa de S.M. el Rey, Telecinco, El Español, EFE, Infobae España, La Región, Vozpópuli, Euronews España.

Es war ein gewöhnlicher Mittwochmorgen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Sevilla, bis bei Urda in der Provinz Toledo zwei Züge ineinanderfuhren. Ein AVE der staatlichen Renfe prallte auf einen stehenden Zug des privaten Anbieters Iryo. Inzwischen steht fest, dass mindestens 69 Menschen ums Leben gekommen sind, und die Behörden haben mehr als 180 Verletzte bestätigt. Es ist das schwerste Zugunglück Spaniens seit Jahren, und es kommt nur neun Monate nach dem Unglück von Adamuz, bei dem im Januar 46 Menschen starben.

Am Tag danach wurde aus der Katastrophe auch eine Geschichte über Mitgefühl. König Felipe VI. und Königin Letizia sagten ihre Termine ab und fuhren am Donnerstag ins Universitätskrankenhaus von Toledo, wo ein Teil der Verletzten behandelt wird.
Nach Angaben von El Español trafen sie mit etwa 30 Minuten Verspätung ein, um den Schichtwechsel des Personals nicht zu stören. Felipe kümmert sich um die Verletzten, so wirkte es in diesen Stunden: Das Königspaar sprach mit den Patienten, mit Angehörigen und mit dem Pflegepersonal, dem es für den Einsatz dankte. Der König sagte anschließend, man müsse Maßnahmen ergreifen, damit so etwas nicht wieder geschehe, und rief zur Einigkeit auf.
Die spanische Presse beschreibt beide als sichtlich erschüttert.



Unter den Toten ist auch eine bekannte Politikerin: Fátima Báñez, frühere Arbeitsministerin in der Regierung von Mariano Rajoy und Präsidentin der Stiftung des Arbeitgeberverbands CEOE. Sie reiste im letzten Wagen des Iryo nach Sevilla, um an einer Wirtschaftsveranstaltung teilzunehmen. Der Verband bestätigte ihren Tod am Donnerstag, nachdem zuvor stundenlang Ungewissheit geherrscht hatte. Auch Spaniens Bevölkerung half, wo sie konnte: Nach Berichten aus der Region spendeten rund 4.100 Menschen Blut.
Die Frage nach dem Warum beschäftigt das Land.
Nach einer Computerstörung fiel auf einem Streckenabschnitt die Zugsicherung aus, mehrere Züge blieben stehen. Mitschnitte zwischen dem Infrastrukturbetreiber Adif und den Lokführern, die spanische Medien veröffentlicht haben, zeigen eine Anweisung an den nachfolgenden AVE, die Fahrt mit normaler Geschwindigkeit fortzusetzen.
Nach Darstellung des Verkehrsministeriums hätte er auf Sicht fahren müssen. Rund 17 Minuten später kam es zur Kollision. Die Untersuchungskommission CIAF und die Guardia Civil sind inzwischen in der Leitzentrale von Adif und werten Aufzeichnungen und Betriebsdaten aus. Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo verlangt eine rasche und lückenlose Aufklärung, Spanien habe ein Recht darauf zu erfahren, in welchem Zustand die Gleise seien.
Der Bahnverkehr ist unterdessen schwer gestört.
Die Lokführer von Renfe sind mit Verweis auf mangelnde Sicherheitsmaßnahmen in den Streik getreten, und der Anbieter Ouigo hat für den 30. Oktober und den 2. November alle Verbindungen gestrichen, weil keine Mindestdienste vereinbart wurden. Reisende aus Galicien berichten, sie führen derzeit mit Angst.


Was bleibt, ist ein Land, das zwischen Trauer, Wut und der Suche nach Verantwortlichen schwankt. Die Bilder aus dem Krankenhaus von Toledo sind dabei ein kleiner Gegenpol zur Anklage: Menschen, die sich um andere kümmern, vom Pflegepersonal bis zum König. Die entscheidenden Antworten wird aber erst die Untersuchung liefern.

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