Kriminalgeschichte

Belle Gunness- eines der größten Rätsel der US-Kriminalgeschichte

Titelbild: KI generiert Belle GunnessBelle Gunness, eine der berüchtigtsten Serienmörderinnen der amerikanischen Geschichte, ging als „Schwarze Witwe“ und „Hell’s Belle“ in die Kriminalgeschichte ein. Geboren wurde sie am 11. November 1859 unter dem Namen Brynhild Paulsdatter Størset in Selbu, Norwegen. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, wanderte sie im Jahr 1881 in die Vereinigten Staaten aus, wo sie sich in Chicago niederließ und ihren Namen amerikanisierte. Dort heiratete sie 1884 ihren ersten Ehemann, Mads Sørensen. Bereits in dieser Phase ihres Lebens zeigten sich unheimliche Muster, da sowohl ein gemeinsames Geschäft als auch das Wohnhaus unter mysteriösen Umständen niederbrannten, was der Familie lukrative Versicherungssummen einbrachte. Als Sørensen im Jahr 1900 exakt an dem Tag starb, an dem zwei seiner Lebensversicherungen zusammenfielen, kassierte die junge Witwe erneut ein beträchtliches Vermögen, obwohl offizielle Stellen von einem natürlichen Tod ausgingen. Mit dem Geld kaufte sie eine abgelegene Farm in La Porte, Indiana, wohin sie mit ihren Kindern zog.
Auf dieser Farm setzte sich die Kette unheimlicher Todesfälle fort, nachdem sie 1902 den Metzger Peter Gunness heiratete. Binnen kürzester Zeit verstarben dessen neugeborene Tochter und nur wenige Monate später er selbst, angeblich weil ihm eine schwere Fleischaufschneidemaschine von einem Regal auf den Kopf gefallen war. Trotz erheblicher Zweifel der Behörden wurde der Vorfall als Unfall zu den Akten gelegt, sodass Belle Gunness eine weitere Lebensversicherungssumme einstreichen konnte. Kurze Zeit später verschwand auch ihre Pflegetochter Jennie Olson, die zuvor gegenüber Mitschülern behauptet hatte, ihre Mutter habe den Vater erschlagen. Belle erklärte den Nachbarn, das Mädchen sei auf eine weiterführende Schule nach Kalifornien geschickt worden. In den darauffolgenden Jahren entwickelte die körperlich außergewöhnlich starke und fast zwei Meter große Frau eine hocheffiziente Methode, um wohlhabende Männer auf ihr Anwesen zu locken. Sie schaltete Heiratsannoncen in skandinavischen Zeitungen des Mittleren Westens und forderte die zumeist einsamen Junggesellen auf, ihr gesamtes Vermögen in bar mitzubringen und niemandem von ihren Plänen zu erzählen.
Zahlreiche Freier folgten diesem Ruf, reisten nach La Porte und wurden nach der Übergabe ihres Geldes systematisch mit Strychnin vergiftet oder im Schlaf mit einer Axt erschlagen, ehe Belle ihre Leichen zerstückelte und im Schweinekoben oder im Garten vergrub. Das mörderische System flog erst im Frühjahr 1908 auf, als der Bruder eines Opfers, Andrew Helgelien, misstrauisch wurde und ankündigte, die Farm persönlich zu durchsuchen. Am 28. April 1908 brannte das Farmhaus der Gunness-Familie bis auf die Grundmauern nieder. In den Trümmern fanden die Ermittler die verkohlten Leichen von Belles drei Kindern sowie den kopflosen Torso einer erwachsenen Frau. Als die Polizei daraufhin das gesamte Gelände umgrub, stieß sie auf die grauenvollen Überreste von mindestens 14 und schätzungsweise bis zu 40 zerstückelten Menschen, darunter auch die vermisste Pflegetochter.
Ob Belle Gunness tatsächlich in den Flammen umkam, bleibt bis heute eines der größten Rätsel der amerikanischen Kriminalgeschichte. Der gefundene Torso war deutlich kleiner und leichter als die stämmige Norwegerin, und kurz vor dem Brand hatte sie fast ihr gesamtes Geld von den Bankkonten abgehoben. Ihr ehemaliger Liebhaber und Farmhelfer Ray Lamphere wurde zwar wegen Brandstiftung verurteilt, gestand jedoch vor seinem Tod im Gefängnis, dass Belle den Brand selbst gelegt und eine kurz zuvor als Haushälterin angeworbene Frau geköpft hatte, um ihren eigenen Tod vorzutäuschen. Trotz zahlreicher vermeintlicher Sichtungen in den darauffolgenden Jahrzehnten konnte Belle Gunness nie wieder gefasst werden, weshalb ihr endgültiges Schicksal und der Verbleib ihres Vermögens ungeklärt bleiben.

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