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Die Ode an den Mc Rib – nach 37 Jahren ist Schluss: Warum ein Abschied von einer Ikone
Am 27. Oktober 2026 endet in Deutschland eine Ära. Der McRib, jener eigenwillig geformte Schweinefleisch-Burger mit BBQ-Sauce, Zwiebeln und Gurken, verschwindet nach 37 Jahren aus dem festen Sortiment von McDonald’s. Was in den USA und den meisten anderen Ländern schon lange nur als sporadische Aktion auftaucht, war hierzulande seit 1989 Dauerbrenner. McDonald’s selbst nennt ihn in seinem Kundennewsletter eine „echte Ikone“ – und verabschiedet ihn trotzdem.
Die Geschichte eines Notfall-Burgers
Der McRib entstand nicht aus purem Genussdenken, sondern aus Mangel. Anfang der 1980er-Jahre liefen die Chicken McNuggets in den USA so gut, dass das Hühnerfleisch knapp wurde. Der luxemburgische Koch René Arend, der bereits die Nuggets mitentwickelt hatte, formte daraufhin ein knochenloses Schweinefleisch-Patty in Rippchenoptik. 1981 kam der Burger in den USA auf die Karte, verschwand 1985 wieder und kehrte seither nur periodisch zurück. In Deutschland und Luxemburg blieb er dagegen ununterbrochen verfügbar – schlicht, weil die Nachfrage es erlaubte.
37 Jahre sind im Fast-Food-Geschäft eine Ewigkeit. Der McRib war nie der meistverkaufte Burger, aber er hatte Charakter. Man liebte ihn oder hasste ihn. Die klebrige BBQ-Sauce, das etwas künstliche Aroma, die Form, die an echte Rippchen erinnern sollte, ohne es zu sein – all das machte ihn polarisierend und damit unvergesslich. Prominenteste Fans wie Markus Söder bekannten sich öffentlich zu ihm. Er war Kult, nicht Masse.
Warum jetzt das Aus?
McDonald’s nennt keine konkreten Verkaufszahlen oder Kostengründe. Offiziell heißt es, das Unternehmen entwickle seine Speisekarte regelmäßig weiter und setze künftig stärker auf wechselnde Aktionsprodukte. Branchenbeobachter vermuten strategische Gründe, mehr Fokus auf Geflügel, vegetarische und vegane Alternativen, eine modernere, flexiblere Menüführung. Das gepresste Schweinefleisch-Patty passt offenbar nicht mehr ins langfristige Konzept.
Ganz ohne Schweinefleisch-Option bleiben Kunden nicht. Vorübergehend kommt der „McRib Sweet Heat“ mit süß-scharfer Chilisauce und der McFarmer. Beides sind zeitlich begrenzte Angebote. Ob der klassische McRib jemals dauerhaft oder als Aktion zurückkehrt, lässt McDonald’s offen – und betont bewusst, dass ein Abschied aus dem Standardsortiment nicht zwingend endgültig sein muss.
Mehr als nur ein Burger
Der McRib war nie nur Nahrung. Er war Ritual, Nostalgie und Gesprächsstoff. In einer Welt immer austauschbarer Fast-Food-Angebote hatte er Ecken und Kanten. Sein Verschwinden aus dem festen Sortiment markiert das Ende einer deutschen Besonderheit. Während andere Märkte den Burger längst zur rarer Erscheinung degradierten, hielt Deutschland an ihm fest – bis jetzt.
Ob das ein kluger Schritt ist, wird sich zeigen. Manche Klassiker überleben, weil sie gerade nicht jeder will. Andere verschwinden, weil sie nicht mehr in die Strategie passen. Der McRib gehört nun zu den Letzteren. Bis zum 27. Oktober bleibt noch Zeit für einen letzten Biss. Danach wird aus dem Dauerbrenner vielleicht wieder das, was er in den meisten Ländern schon lange ist: eine seltene, umso begehrtere Erscheinung.
RIP, MC. Du warst nie perfekt. Aber du warst unverwechselbar.
