Titelbild: Polizei Oberpfalz
Quelle: Staatsanwaltschaft Regensburg
Fall Kerstin Lee Langley: Knochen nach 19 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit gefunden – Durchbruch durch Geständnis
Nach 19 Jahren gibt es im Vermisstenfall Kerstin Lee Langley aus Regensburg einen Durchbruch. Bei Grabungen in der Oberpfalz sind nach Angaben der Ermittler mit hoher Wahrscheinlichkeit Knochen der seit Sommer 2007 vermissten Frau gefunden worden. Das habe die rechtsmedizinische Untersuchung ergeben, teilten Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag in Regensburg mit.
Gefunden worden waren die menschlichen Überreste bereits am 9. Oktober 2026 in der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz, im Ortsteil Kadenzhofen in der Nähe des Flugplatzes. Die Polizei war dort einem sehr konkreten Hinweis nachgegangen. In den Tagen danach wurde auch ein zweiter möglicher Grabungsort am Waldfriedhof Sulzbach-Rosenberg bei Lobenhof überprüft, dort wurden jedoch keine weiteren Knochen gefunden.
Was den Fall jetzt neu aufrollt, ist die Aussage einer 56-jährigen Tatverdächtigen. Sie soll nach Angaben der Ermittler ein umfassendes Geständnis abgelegt haben und hat den Hinweis auf das Waldstück gegeben. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen drei Beschuldigte die Tötung gemeinschaftlich geplant haben.
Als Haupttäter gilt ein 66-jähriger Mann. Er soll Kerstin Lee Langley erwürgt haben, sitzt in Untersuchungshaft und hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der Haftbefehl gegen die 56-jährige Geständige wurde außer Vollzug gesetzt. Der dritte Tatverdächtige ist 2024 verstorben.
Damit hat sich die Spurenlage völlig gedreht. Kerstin Lee Langley war im Sommer 2007 als 39-Jährige von ihrem Bruder als vermisst gemeldet worden. Sie hatte kurz zuvor in Sulzbach-Rosenberg gelebt und war zu ihrem neuen Lebensgefährten nach Regensburg in die Nothaftstraße gezogen. Dieser gab damals an, sie habe sich getrennt und sei mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen davongefahren. Dieser alte Freund konnte nie gefunden werden, ein Tatverdacht gegen den Lebensgefährten erhärtete sich nicht. Auch eine rätselhafte SMS an ihren damals 17-jährigen Sohn kurz nach dem Verschwinden mit dem Text „Hy, my Baby. Habe einen neuen Engel gefunden. Das Leben muss weitergehen“ blieb ungeklärt.
Die Polizei ging in den Jahren immer wieder Hinweisen nach, sogar dem eines selbsternannten Sehers aus Nordrhein-Westfalen nach einer Sendung Aktenzeichen XY… ungelöst im Jahr 2024. Damals wurden im Paintner Forst nur Tierknochen gefunden.
Für Hinweise hatte das Bayerische Landeskriminalamt 10.000 Euro ausgelobt. Ob die gefundenen Knochen jetzt endgültig per DNA als Kerstin Lee Langley identifiziert werden können, soll eine weitere rechtsmedizinische Untersuchung endgültig klären. Die Staatsanwaltschaft wertet den Fall nun als Tötungsdelikt.
Zu einem anderen Umständen gibt es in den offiziellen Mitteilungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und dpa aktuell keinen Bezug – in den Ermittlungsakten werden nur die 56-Jährige und der 66-Jährige als lebende Beschuldigte geführt.
