Titelbild: New York, Manhattan, mh, 1988, kasaan media, 2026, Nachdruck verboten
New York City, 1980s – View from the Empire State Building
Es gibt Städte, die man hört, bevor man sie sieht. Und es gibt eine, die man von 381 Metern Höhe versteht.
Aufgenommen in den 1980er Jahren von der Aussichtsplattform des Empire State Buildings – selbst 1931 eröffnet und für fast 40 Jahre das höchste Gebäude der Welt – zeigt dieses Foto Manhattan in seiner vielleicht selbstbewusstesten Zeit.
Im Vordergrund – ein Meer aus Backstein. Tausende Dächer von SoHo, Chelsea, Midtown. Kaum ein Glas-Turm, wie wir ihn heute kennen. Die Stadt war damals schwerer, dichter, aus Stein und Stahl der Nachkriegszeit gebaut.
Am Horizont aber, im Süden, zwei Linien, die alles überragen: die Twin Towers des World Trade Centers. 1973 fertiggestellt, 110 Stockwerke, 417 und 415 Meter hoch. In den 80ern das Symbol für das amerikanische Jahrhundert – hier liefen die Fäden der Weltwirtschaft zusammen. Für Millionen waren sie das erste, was sie von Amerika sahen, wenn ihr Flugzeug über den Atlantik kam.
Heute wissen wir, diese Skyline gibt es nicht mehr. Nach dem 11. September 2001 verschwand sie. Heute steht an ihrer Stelle das One World Trade Center – mit 541 Metern (1776 Fuß, eine Hommage an das Jahr 1776) das höchste Gebäude der westlichen Hemisphäre, eröffnet 2014.
Warum zeigen wir dieses alte Bild hier in Kasaan? Weil es wundervoll ist.
Weil auch wir am Rande der Welt wissen, wie sich eine Skyline ins Herz brennt. Wie ein Hafen, wie ein Berg, wie ein Totempfahl – man erkennt daran, wo man zu Hause ist.
Es wird auch ein Nee York nach Trump, ohne Trump, geben.
Dieses Foto ist ein Gruß aus einer Zeit, als New York glaubte, für immer so zu bleiben. Und eine Erinnerung daran, dass selbst die größten Türme vergehen – aber die Stadt darunter immer weiterlebt.
