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Schröder, Bruch und Putin im Russland-Geschäft

Titelbild: Schroeder und Putin, kremlin

Schröder, Bruch und das Geschäft mit Russland.

Wer jetzt noch bei Globus einkauft, sollte zweimal hinschauen.

Gerhard Schröder ist wieder da, wo er sich am wohlsten fühlt- in Russland. Ende September wurde der 82-jährige Altkanzler in den Aufsichtsrat der russischen Hyperglobus GmbH berufen, die in Russland über zwanzig Supermärkte unter der Marke Globus betreibt. Leckereien für die Schlächter von Butcha. Den vielen anderen Butchas, die Putins Söldner z.B. aus Nordkoreas hinterließen.

Das Unternehmen selbst hat es bestätigt, dass Bruch dialogorientiert weitermachen will.



Eigentümer Thomas Bruch, der frühere Chef der deutschen Globus-Holding aus dem Saarland, begründet es zynisch offen mit Schröders „langjährigem Engagement im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben Russlands“ und will damit seinen „dialogorientierten Ansatz fortsetzen“. Diesen Umstand möge er als Kriegsgewinnler , den Richtern in Den Haag erklären.

Schröder wiederum erklärt, es sei wichtig, dass Unternehmer wie Bruch weiter in Russland investierten, gerade zur Sicherung der Lebensmittelversorgung.

Ohne Worte, leistet auch Bruch Beihilfe zu schwersten Kriegsverbrechen? Die Frage muss man sich stellen, Russland bereitet sich auf einen Angriff auf die NATO vor und Bruch verdient mit der Lebensmittelversorgung.

Aufnahmen des russischen Portals RBK zeigen ihn dabei, wie er in einer Moskauer Filiale von Mitarbeitern mit Applaus empfangen wird. Zumindest da bekommt der Altkanzler noch Applaus.


Der Zeitpunkt könnte kaum dreister sein.

Nur wenige Tage zuvor hatte der Kreml die russischen Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt, ein offener Akt der Enteignung westlicher Unternehmen.

Das Russlandgeschäft von Globus war Anfang 2025 aus der deutschen Holding herausgelöst worden und läuft seitdem rechtlich eigenständig, im Besitz von Thomas Bruch, nutzt aber weiter die bekannte Marke.

Die deutsche Holding beteuert, man sei vollständig unabhängig. Da fragt sich nur, wie die westliche, eigentlich sanktionierte Ware in die Regale in Russland kommt.

Für den Kunden an der Kasse in St. Wendel oder Saarbrücken sieht es trotzdem nach derselben Marke aus und das ist auch richtig so.

Nach dem Hanning-Skandal, der den BND in seinen Grundfesten erschüttert, nach der Festnahme des früheren BND-Präsidenten August Hanning wegen des dringenden Verdachts des versuchten Landesverrats, und nach Schröders Auftritten im August in Moskau muss man bei Schröder inzwischen ernsthaft über den Vorwurf der Beihilfe zu Kriegsverbrechen nachdenken.

Wer einem Regime, das nach Feststellung des Internationalen Strafgerichtshofs einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führt, gezielt wirtschaftliche Stabilität, Legitimation und das Gesicht eines deutschen Altkanzlers verschafft, der macht sich nicht nur moralisch gemein. Für Thomas Bruch, dem einfachen Jungen aus St. Wendel im Saarland gilt das gleiche Ansinnen.

Er stellt sich die Frage, ob sein Handeln nicht als politische und wirtschaftliche Unterstützung einer Kriegsmaschinerie zu werten ist, die täglich Kriegsverbrechen begeht.


Juristisch ist das nicht geklärt, politisch ist die Schwelle längst überschritten. Erste Stimmen fordern, auch Bruch vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag zu stellen.

Man muss sich das vor Augen halten,  während in der Ukraine Menschen unter russischen Raketen sterben, während Städte zerstört werden und während auch Deutschland täglich hybride Angriffe aus Moskau abwehren muss, während Bürger unter Inflation und den Lasten dieses Krieges stöhnen, verdient die Familie Bruch sich in Russland eine „dialogorientierte goldene Nase“. Und sie holt sich ausgerechnet den Mann in die Führung, der dieses System wie kein zweiter legitimiert. Schröder, der den Untersuchungsausschuss schwänzt, aber in Moskau bei Bruch dem großen Auftritt genießt.

Gerhard Schröder ist politisch erledigt, das hat der Bundestag schon 2022 festgestellt, als er ihm das steuerfinanzierte Büro entzog, weil er keine fortwirkende Verpflichtung aus dem Amt mehr wahrnehme. Nun der Hanning-Skandal, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1998 reichen.Hanning unterhielt dubiose Firmen schon während seiner Zeit als BND Präsident von Schröders Gnadrn.

Schroeder pflegt seine Freundschaft zu Wladimir Putin seit seiner Kanzlerschaft von 1998 bis 2005 und hat sie auch nach Butscha nicht aufgekündigt. Nach dem Angriff auf die Ukraine gab er zwar seinen Rosneft-Posten ab und verzichtete auf Gazprom, aber die Nähe blieb. Jetzt verdient er wieder gut.

Thomas Bruch setzt noch einen drauf. Im Juni 2026 reiste er als einer der wenigen deutschen Großunternehmer zum Internationalen Wirtschaftsforum nach St. Petersburg, dem Schaulaufen des Kremls für den Anschein von Normalität. Selbst im saarländischen Landtag rieten ihm SPD und CDU von der Teilnahme ab.



Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sprach von einer indirekten Stärkung Russlands und einer Normalisierung des Angriffskriegs, der SPD-Abgeordnete Sebastian Roloff von einem katastrophalen Zeichen. Rechtlich zulässig, ja. Anständig, nein.

Da erinnert man sich der Worte des amerikanischen Chefanklägers in Nürnberg, anno 1946, der feststellte, dass auch die bestraft werden müssten, die an dem Krieg verdienen. Gleich wo.

Was hier entsteht, ist ein Netzwerk der Verantwortungslosigkeit. Schröder liefert das politische Gesicht, Bruch liefert die Infrastruktur. Russland liefert das Signal. Seht her, selbst ein deutscher Altkanzler und ein deutscher Milliardär machen weiter Geschäfte mit uns, trotz Sanktionen, trotz Kriegsverbrechen.

Deshalb ist die Wut, die viele jetzt verspüren, berechtigt. Und ja, man sollte vor Wut schon über einen Boykott von Globus nachdenken. Dann fängt die Familie Bruch vielleicht den ein, der die Bäuche der Kriegsverbrecher füllt.

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