Flora und Fauna

Und ewig rattern die Rasenmäher  –  Gartengenuss im Juni

(hm)

Kaum ist er da, der Juni, so klingen die vertrauten Töne (nein, nicht die der singenden Vögel) durch die Gärten.

Rasenmäher aller Varianten, Motorsensen mit der Leistungsfähigkeit zum Roden wildwachsender Hecken, elektrische Heckenscheren und Laubsauger konzertieren von früh bis spät.

Der Wettlauf um den akkuratesten Rasen beginnt schon um 8.00 Uhr morgens. Als ob die Geräte durch eine Gartengeräte-Kooperative stundenweise vergeben würden, fängt Nachbar 2 genau dann an, wenn Nachbar 1 fertig ist. Wieder nix mit dem Frühstück auf der Terrasse. Gegen Mittag kommt dann der gewerblich tätige Hausmeisterdienst mit dem riesigen Pickup, den noch größeren, noch lauteren Geräten, gekleidet wie Astronauten mit Warnwesten. Astronauten im Kampf gegen die Natur in unseren Gärten. Für Gewerbliche gilt die Mittagsruhe nicht, es rattert und heult weiter.

Endlich 16.00 Uhr, die Landschaftspfleger haben Feierabend. Es kommt Kaffeebesuch, der Tisch auf der Terrasse ist schön gedeckt, im Grünen. Pünktlich mit dem Kaffee kommt das Highlight des Tages um die Ecke getuckert: Nachbar 3 mit seinem Aufsitzmäher, stolz aufrecht sitzend like a Cowboy, mit ebenso einem Hut gegen die unbarmherzige Juni-Sonne.

Mit seinem nackten, nicht mehr ganz so jugendlichen Oberkörper, irgendwie an Putin in der Wildnis erinnernd, „reitet“ er in Kreisen über seine 200 Quadratmeter große Rasenfläche. Weil es so viel Spaß macht, noch eine zweite Runde. Sicher ist sicher.

Nix mit Kaffeeklatsch auf der Terrasse.

Vielleicht nachher ein Weinchen? Nach der relativ geräuscharmen, aber trinkwasserintensiven Reinigung des edlen Gefährts ist dann Nachbar 3 bereit für die Zugabe: umgekleidet in die nun dringend erforderliche Schutzkleidung mit Schnittschutzstiefel und Overall, Helm, Visier und vor allem GEHÖRSCHUTZ wird der Zaun von Löwenzähnchen und ersten Brennnesselchen befreit.  

Akkurat, ohrenbetäubend, Zentimeter für Zentimeter.  So professionell ausgerüstet macht es so richtig Spaß, das Vertreiben der lästigen Natur aus dem Garten.

Wenn schon das rituelle wöchentliche Rasentrimmen, dann doch bitte mit einem handbetriebenen Walzenmäher, die Feinarbeit mit einer Grasschere, die Heckenkorrektur mit einer klassischen Heckenschere.  

 Kostengünstig, muskelstählend, emissionsfrei und nachbarfreundlich. 

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