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Sonnwend- und Johannisbräuche rund um den längsten Tag des Jahres

(hm)

Längster Tag des Jahres auf der Nordhalbkugel. Eine mystische Zeit seit Menschengedenken.

Je größer der Unterschied zwischen dem dunklen kalten Winter und den langen heißen Sommertagen, desto größer ist die Bedeutung der beiden Sonnenwenden.                            

Während die Wintersonnenwende um den 21. Dezember seit prähistorischer Zeit mit Neubeginn und Geburt assoziiert wurde – nicht umsonst legte man Weihnachten auch in diese Zeit – standen die ab dem 21. Juni wieder kürzer werdenden Tage vom Prinzip her eher für Abschiednehmen und Tod.        

Um mögliche Krankheiten und Schicksalsschläge fernzuhalten, entwickelten sich daher die verschiedensten Bräuche rund um das heidnische Sonnwendfeuer. Kein Wunder also, dass die christliche Kirche ab dem 12. Jahrhundert diese feierfreudige Zeit auch für sich in Anspruch nahm, mit dem 24. Juni als Gedenktag von Johannes dem Täufer.

Auch heute wird noch zweimal im Jahr gefeiert.

Während zur Wintersonnenwende und den darauffolgenden Raunächten und Weihnachtstagen für das vergangene Jahr gedankt wird und man sich auf das kommende Jahr, auf die länger werdenden Tage, die kommende Helligkeit, Wärme und das baldige Auferstehen der Natur aus dem Winterschlaf freut, feiern wir im Sommer die Helligkeit, die Wärme und Fülle der Natur, wir feiern das Leben und bitten um den Schutz desselben vor Krankheit und Unglück.                                                                                    

Was natürlich nicht immer heißt, dass unsere Bitte erhört wird.

In Deutschland brennen die zwischen 21. Und 24. Juni die Sonnwendfeuer oder Johannisfeuer. Seit dem Hochmittelalter vermischte sich die Symbolik von Feuer und Licht mit den viel älteren Riten der germanischen Naturreligion. Dämonen, Hagel wie auch die Geburt kranker Kinder sollte das Feuer auf den Bergen, auch oft in Form eines sich drehenden Sonnenrades, abhalten.                                                   

Besonders wirksam sollte der Schutz sein, wenn man über das reinigende Feuer sprang. Auch das Umtanzen des Feuers mit einem Gürtel aus Beifuß, dem Heilkraut des heiligen Johannes, sollte vor allerlei Bösem schützen, wenn der Gürtel danach dem Feuer übergeben wurde.

Das berühmteste Bergfeuer, das Bergfeuer Erwald in Tirol hat es sogar zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe geschafft.

In Petersburg feiert man zeitgleich den Höhepunkt der „weißen Nächte“. Weiß, weil der Himmel nie so ganz dunkel wird, sondern faszinierend grau-weiß, es dämmert für ein paar Stunden bevor es wieder heller wird. Wer wird da an Schlafen denken?

Während fast ganz Skandinavien und das Baltikum den 24. Juni als Johannistag feiert, blieben die Schweden bei der viel älteren Tradition des Midsommars.  

In Canada und Alaska beginnen die First Nation People schon vor Sonnenaufgang mit ihren überlieferten Zeremonien: Lagerfeuer, Gesänge und traditionelle Tänze.

Seit Papst Pius im Jahr 1908 Johannes den Täufer als Schutzpatron der Frankokanadier erklärt hatte, ist in der kanadischen Provinz Quebec der 24. Juni sogar arbeitsfreier Feiertag.

In New York hat sich die Tradition entwickelt, die Sommersonnenwende mit gemeinsamem Yoga zu begleiten. Tausende Menschen versammeln sich dazu auf dem Times Square.

Von weltweit größtem Interesse sind zur Sonnenwende jedoch die prähistorischen Steinkreise von Stonehenge. Hier treffen sich schon Tage vorher jede Menge gläubige Druiden, Freaks und Touristen um den berühmten Sonnenaufgang des längsten Tages zu feiern.                                                             

Entwickeln doch auch Sie Ihre eigene Tradition rund um die längsten Tage des Jahres! Bräuche und Traditionen bringen nicht nur Freude, sie geben Halt.

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