Köln RS/kasaan media, 2021
Deutschland

Schätzungsweise 500 E-Roller liegen im Rhein bei Köln

Es wurde gewarnt. Es wurden Bedenken angemeldet. Und es wurde auf Erfahrungen anderer Länder und anderer Städte verwiesen. Es wurde überhört. Es wurde ignoriert. Es wurde belächelt. Inzwischen sind wir beim Thema E-Roller etwas klüger. Zumindest all die, die gelächelt haben. Die Unfälle haben zugenommen. Nicht mit Autos, wohl aber mit Fahrradfahren und Passanten, die sich gemeinsame Wege teilen müssen. Da keine Helmpflicht besteht, sind diese Unfälle oft verheerend.

Den Roller als Mittel der Wahl für den Heimweg und nach Kneipenbesuchen zu nutzen, kostete nicht wenige Führerscheine. Auch die Frage nach dem umweltfreundlichen Transport zur Wiederaufladestation ist geklärt. Verbrenner sammeln die Roller ein. Allabendlich, aus dem ganzen Stadtgebiet.

Aber nicht alle. Es gibt da nämlich so eine Quote, die verschwindet. Täglich. Tag für Tag. Unauffindbar trotz GPS-Ortung. Das sind die Roller, die aus Spaß an der Freud auch mal in Flüsse, Seen und Kanäle abtauchen. Nicht durch Irrtümer oder Unfälle. Sondern durch puren, unerklärten und „ach so witzigen Vandalismus“.  Das summiert sich durchaus. In Köln liegen beispielsweise bis zu 500 E-Roller auf dem Grund des Gevatter Rhein. Diese rosten so vor sich hin.

Verschlammter E-Roller, Beispielbild rs/kasaan media, 2021

Die Akkus werden undicht, bis das Wasser selbst anfängt mit dem Akku zu reagieren. Das ist dann weder umweltverträglich noch nachhaltig. Nur lassen sich diese Roller auch nicht so einfach aus dem Rhein fischen. Was bei städtischen Teichen noch geht, bei Baggerseen gar nicht mehr versucht wird, ist beim Rhein nur mit großem Aufwand zu stemmen.

Zwar gibt es durchaus Stellen, wo bekannt ist, dass Spaß hier Gelegenheit findet, dennoch sind bis zu fünf Meter Wassertiefe und starke Strömung echte Showstopper bei der Beseitigung.

Der Aufwand pro Roller übersteigt den Restwert des Gefährts.

So macht es wirtschaftlich Sinn, ihn abzuschreiben. Steuerlich, Besitz-technisch und auch ethisch, obwohl die Idee gut gemeint war. Wer dafür belangt werden könnte, liegt im  trüben Schlick des Rheines. Die Personen, die so etwas machen, wären umständlich zu ermitteln und das würde dann auch zu politisch inopportunen Erkenntnissen führen (Stichwort: Partyszene!). Nun  sollen die Anbieter in die Pflicht genommen werden und für die so abhandengekommenen und wieder aufgefundenen Roller zahlen.

Ein erweitertes Verursacherprinzip unter Ausklammerung der Täterkreise. Eine Gefährdungshaftung wie beim Auto. Unter dem Strich kann man nach diesem nun „gelungenem“ Feldversuch sagen: Es war ein netter Gedanke. Die Kritiker von einst, hatten vollumfänglich Recht. Die Politik hat erneut Desinteresse gezeigt. Die ‚Schuldigen/Verursacher’gehen leer aus und man sucht Sündenböcken, die den Sachverhalt ausbügeln sollen. In diesem Fall ist in den Gedankenwelten immer ein solcher Sündenbock schnell gefunden: diesmal die Wirtschaft.

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