Allgemeine Nachrichten

Nach hinten, an den Rand geschoben – trotz UNO-Menschenrechtskonvention, trotz Art. 2 GG,  trotz §1 SGBIX…

(hm)

Ein Konzert in der größten Veranstaltungshalle einer deutschen Landeshauptstadt.

Wie schön, dass es das wieder gibt, nach der langen Corona-Isolation. Wie schön? Ach ja, ich hab ja vergessen, dass ich mit Rolli unterwegs bin.

Wie so oft:

Behindertenparkplätze – von Unbefugten zugeparkt, 

Übergang über die Straße mit abgesenktem Bordstein – von Autos versperrt,

Ein ebener Hallenzugang in direkter Nähe der Parkplätze – darf nicht benutzt werden.

Das Rollstuhlfahrer-Schild weist hoch zum einzigen Ein- und Ausgang, den Berg hoch, lückenhaft gepflastert.

Auch im Foyer Ratlosigkeit: wo werden nochmal die Rollifahrer geparkt?

Drinnen auf uns selbst gestellt, inmitten von Hunderten eng gedrängter Menschen, immer auf Sichthöhe ihres A….llerwertesten.

Dann werden wir fündig. Klar, direkt an einem der oberen Treppenzugänge, ganz hinten, am Hallen- Rand neben den Beleuchtern.

Dort sehen wir dann auch die erste Ordnerin – mit dem Charme einer Gefängniswärterin.

Begleiter – ohne die kommt man eh nicht rein – eine Reihe nach vorne, dahinter dann der dazugehörige Rollifahrer, zack zack. Ganz eng aneinandergepresst. Ordnung muss sein.

Während Normalos sich an ihrem Sekt oder dem riesigen Bier erfreuen, bleiben wir an Ort und Stelle, an die Theke käme ich sowieso nicht ran, ein Schild zu den Behindertentoiletten habe ich vom Rollstuhl aus nicht gesehen.

Rings um mich rum berechtigte Unzufriedenheit und Reklamationen. Weshalb wird Rollifahrern trotz der bezahlten Plätze der Zugang zum Parkett verwehrt?

Warum wir hier oben, wo man ein Fernglas braucht?

Wo alle, die jetzt mit Ihrem großen Bier vorbeikommen, gleich wieder in Richtung Toilette zurückstolpern, in Scharen, das ganze Konzert über.

Und unten im Parkett ist so viel Platz neben den bequemen Stühlen, leicht vom Parkplatz aus zu erreichen.  Im Notfall einfach zu flüchten…

Auf Nachfrage erklärt die freundliche Dame, es sei dem Sicherheitskonzept zu schulden, das schreibe dies so vor. Ich verstehe wohl nicht recht?

Also, die Stars auf der Bühne und die Inhaber der Parkett-Karten dürfen im Fall der Fälle ebenerdig flüchten, rollstuhlgerecht und mit viel Platz, aber die Rollifahrer müssen mit sehr vielen anderen Gästen darum kämpfen rauszukommen und ihre Begleiter müssten erst mal über die Stahlbrüstung hechten, um überhaupt „begleiten“ zu können.

Die „Sicherheitskonzepte“, ergo die Versicherungen dürfen uns also auch hier mal wieder unser Leben vorschreiben, in welche „Gefahr“ wir uns begeben dürfen, wie wir zu schützen sind, was gut (genug) für uns ist: und das ist immer noch möglichst weit weg aus dem Gesichtsfeld der Normalos, möglichst weit hinten, am Rand.

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1 Kommentar

Sabine M., München 3. Mai 2022 at 19:01

Über dieses traurige Thema kann man gar nicht genug veröffentlichen. Danke dafür. Kämpft weiter für Barrierefreiheit und Antidiskriminierung.

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