Automobil

Kultmobil Kabinenroller

(mm)

Titelbild:

Messerschmitt Roadster

User ChiemseeMan on de.wikipedia – Späth Chr.

Messerschmitt KR 201 Roadster Kabinenroller

Der zweite Weltkrieg war gerade ein paar Jahre vorbei, da waren sie wieder unterwegs…halt Stopp!

Wer? Die Messerschmitt? Nein, nicht das Jagdflugzeug!

Es war jetzt Frieden und unterwegs war eine glückliche Bevölkerung, die die Katastrophe hinter sich hatte und sich jetzt nach Zukunft, Frieden und Wohlstand sehnte…und doch erinnerte das neue Gefährt an den Flieger und nicht nur des Namens wegen, die Kunststoffhaube tat ihr übriges.

Man suchte Mobilität und mehrere findige Konstrukteure wollten diesen Wunsch mit kleinen, abenteuerlichen Gefährten erfüllen. Meist zweisitzige, einfache und schwach motorisierte Fahrzeuge wie BMW Isetta, NSU Prinz und Goggomobil eroberten die Strassen und zogen sich neben Aufmerksamkeit auch Spitznamen wie Knutschkugel, Schneewittchensarg und „Mensch in Aspik“ zu.

Fritz Fend aus Rosenheim war während des Krieges als Entwicklungsingenieur im Flugzeugbau tätig und suchte, wie Alle in dieser Zeit, ein neues, ziviles, Betätigungsfeld. Er gründete 1946 sein eigenes Unternehmen mit dem Namen „Fritz Fend, Technischer Fertigungsbetrieb“. Die Produktion von anfangs noch unmotorisierten Fahrzeugen für Kriegsversehrte begann 1948. Ein Jahr später rollte ein motorisiertes Dreirad namens „Fend Flitzer“ aus der Produktion, die inzwischen nach München verlegt worden war. Es war eher eine kleine Serie, in der unterschiedliche Motorisierungen die Leistung von 2.5 auf 4.5 steigerten. Die Nachfrage war gut, aber mangelndes Kapital beendete schließlich die Fertigung. 

Der legendäre Willy Messerschmitt war 1952 bereit, in seinen leerstehenden Hallen der „Flugzeugwerke Messerschmitt“ einen dreirädrigen Zweisitzer unter dem Namen „Fend-Kabinenroller“ zu produzieren und es entstand mit dem FK 150 ein Prototyp mit 150 cm* Fichtel-und-Sachs Motor, der im folgenden Jahr auf dem Genfer Autosalon vorgestellt wurde.

 Die zwei hintereinander angeordneten Sitze des KR175 Serienfahrzeugs ergaben ein schnittiges, aerodynamische Wägelchen mit einem 173cm* Einzylinder-Heckmotor und 9 Ps. Die zur rechten Seite klappbare Plexiglas Haube und das Lenkgestänge ähnelten einem Flugzeug-Cockpit, aber die Bedienung von Gas, Bremsen und Kupplung wanderten später vom Lenker zu den Pedalen. Das Nachfolgemodell KR200 wurde von einem 191 cm*Motor mit 10,2 Ps  beschleunigt und steigerte die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf 90 km/h. Standardmäßig änderte man die Drehrichtung des  Motors zum Wechsel der Fahrtrichtung und optional war ein Rückwärts Gang erhältlich. Die faltbare Rhenalonhaube erwies sich als Fehlschlag, besser war die Cabrio- oder Roadster Version. 

Da Willy Messerschmitt wieder in der Luftfahrt Aufträge bekam, zog die Produktion des Kabinenrollers 1957 nach Regensburg, wo am Ende außer dem KR200 auch der vierrädrige FMR Tg 500, inoffiziell „Tiger“ genannt, erschien, der mit einem 494 cm* Zweizylindermotor 130 km/h schnell war.

Solidere Fahrzeuge wie der VW Käfer beendeten 1964 den Traum, denn der weiter steigende Wohlstand verlangte nach größeren Autos mit mehr Komfort, Wetterschutz und Kofferraum. Dennoch, der Kabinenroller hat definitiv Kultstatus erreicht und ist selbst 60 Jahre später unvergessen. Vielleicht kommt er ja wieder zurück…

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