SARS Covid19 und die Folgen - Wir bleiben zuhause und üben uns in Social Distancing

Realitätsverlust- tatsächlich geht es um Leben und Tod. Was daran für einige Zeitgenossen so schwer zu verstehen ist, kann niemand nachvollziehen. 

Nachdem sich fast ganz Europa in einer vom Coronavirus geprägten Ausgangsbeschränkung befindet, gibt es augenscheinlich immer noch Leute, die meinen, sie müssten größere Partys feiern, um im Gespräch zu bleiben. In dieser Beziehung kennt der Wahnsinn keine Grenzen.

Wer nicht zuhause bleibt, macht sich gegebenenfalls zum Mörder seines Nächsten. Niemand hat diese Absicht. Aber schlichte Ignoranz und Dummheit führen zu sogenannten Corona-Parties.

Wie können sich Gruppen zusammenrotten, um Parties zu feiern, während anderenorts an dem Virus, den sie verbreiten, Menschen regelrecht verrecken?

Die Generation der Spaßgesellschaft hat den Boden zur Realität verloren. Das ist kein Film bei einem Kabelsender, sondern die schiere Realität. Diese Realität ist ungleich grausamer, als das hohle Geschwafel eines spätpubertierenden 23-Jährigen, der meint, dass er oder seine direkte Umwelt immun gegen SARS Covid 19 sei. Auch junge Menschen werden von der Lungenseuche befallen. Und sterben. 

Der Staat droht mit Strafen. Die Frage bleibt, wie man Menschen bestrafen kann, die die Notwendigkeit in einer solchen biblischen Krise nicht verstehen. Das Risiko des permanenten Virusbefalls bis zur vermeintlichen Herdenimmunität, nach der Durchseuchung von geschätzten 70 % der Bevölkerung, ist ziemlich hoch. Corona, das sollte selbst der letzte verstanden haben, ist keine Biersorte, die man mal schnell einschenken und austrinken kann. Von Corona werden alle lange etwas haben. 

Eine Ausgangsbeschränkung legt Europa in seinem Verständnis von Freiheit und Drang nach anderen Ufern sicherlich nicht fest, um, wie es in den sozialen Netzwerken zu lesen war, eine Diktatur zu errichten.

Ganz einfach: Das Gesundheitssystem ist jetzt schon an den Grenzen des Machbaren angekommen.  Es gibt nur eine bestimmte Anzahl an Beatmungsgeräten, die für die Patienten zur Verfügung stehen. Ein Dank sei denen mit höchstem Respekt gezollt, die ihr eigenes Leben gefährden, um die Patienten zu heilen. Auch den Kassiererinnen an den zahllosen Kassen, die eigentlich das Leben der Menschen ermöglichen, stehen an vorderster Front gegen das Virus, das auch sie jederzeit befallen kann.

In diesem Zusammenhang ist das ausgereizt, was Ärzte und Pflegepersonal in der Lage sind zu geben. 

Nicht nur in Spanien und Italien ist die Lage dramatisch. In  Madrid und dem Corona- Hotspot Bergamo zeichnet sich ein Drama ungeahnten Ausmaßes ab. Die Welt ist mit einem Virus, vor dem Jahre, Jahrzehnte gewarnt wurde, komplett überfordert. Es hilft nicht, die Augen vor dem Leid der Kranken und derjenigen zu verschließen, die die unmittelbaren Folgen der täglich schwelenden Corona-Krise bekämpfen müssen. Die Bilder der Militär- Lastwagen, die die Leichen wegfahren, gehört wahrscheinlich zu den Symptomen der Sorglosigkeit, die die Welt sich nunmehr selbst zuzuschreiben hat. Wenn es auch bis ins Mark erschüttert, was sich quasi vor den Augen der Weltöffentlichkeit in  extremer Gnadenlosigkeit abspielt. Wie man später der demoralisierten Bevölkerung in naher Zukunft helfen kann, werden auch die Experten nicht sagen können. Der Vergleich mit der Pest, den Pocken, mit Cholora oder Typhus hinkt. Die moderne Medizin wird einen Weg finden. Es ist wahrscheinlich, weil die Welt über den SARS -Virus seit mehr als einer Dekade Bescheid wusste. Damals und in der Zeit danach war SARS weit weg. Es wurde vor diesem pandemischen Virus nicht nur einmal gewarnt, sondern in vielen Versammlungen und Aufforderungen der WHO, der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen.

Toilettenpapier-Hamsterer

Der gewöhnliche Homo sapiens konnte sich viel vorstellen, vor der Krise. Dass einmal in einer der führenden Industrienationen dieser Welt, Toilettenpapier gehamstert würde, als würde es kein Morgen geben, entspricht dem Zeitgeist. Dass es deswegen zu Rangeleien und regelrechten Auseinandersetzungen an der Ladenkasse kam, verschlägt dem Normalbürger die Sprache. Nudeln und Reis, Kartoffeln und Fleisch könnte jeder nachvollziehen, wenn der Vorrat in unsicheren Zeiten ein wenig größer ausfallen muss. Bei einigen Zeitgenossen scheint ein chronisches Misstrauen gegenüber den Aussagen des Staates in Bezug auf die Versorgungslage zu bestehen. 

Nochmals, diese Sorge ist unbegründet, weil die Bundesregierung seit Jahrzehnten über eine strategische Reserve verfügt. 

Donald Trump - der apokalyptische Fake News-Reiter aus dem Wilden Westen

 

Donald Trump, der selbsternannte Macher lernt das erste Mal, dass man mit Geld eine Krise nicht heilen kann. Nun fühlt er sich noch als Kriegsherr. Mit Malariamitteln. Trump denkt zunächst an den pekunären Aspekt der Situation und nicht an die Menschen, das Leid und die möglichen Folgen. Seine Intension ist die Gewinnmaximierung. 

Das  martialische Benehmen eines Unkundigen ist auf jeden Fall Trumps persönlicher Gau.

Angela Merkel drückte es in ihrer Fernsehansprache anders aus: die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg. Auch den 2. Weltkrieg oder dessen Ende mit dem unsichtbaren Feind Covid 2019 zu vergleichen, ist der Situation geschuldet.

Auch Politiker sind nur Menschen, Populisten entlarven sich durch den Virus als komplett unfähige Hampelmänner ihres eigenen Systems, das sie sich in völliger Unkenntnis von Kompetenz und politischer Verblendung, wie Boris Johnson in England, geschaffen haben. Die Bevölkerung muss eine absolute Katastrophe fürchten. 

Man könnte versucht sein, Trump als den apokalyptischen Reiter zu verstehen, wenn er dann mit seinen neuen Konzepten über Helikoptergeld jedem Amerikaner einen 1000 $ Schein schenken will, und dem  Freund Kim Jong-un, Bruder im Geiste und auch Cheeseburger-Liebhaber, noch einen netten Brief über doch die Freundschaft zwischen ihm und dem nordkoreanischen Diktator  übersendet. Derzeit werden aber andere Dinge von dem  Machthaber Washingtons,  als die guten Beziehungen zu Nordkorea zu betonen, verlangt. Aber selbst die Schwester Kims, Kim yo un musste betonen, dass Trump die Freundschaft zu ihrem Bruder erhalten möchte, um wieder auf sich aufmerksam zu machen. 

Martialische Sprache

Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron bediente sich dieser Vergleiche, Frankreich sei im Krieg gegen das Virus - das Coronavirus.  Währenddessen werden Feldlazarette in Frankreich aufgebaut und Baden-Württemberg nimmt Kranke aus Frankreichs völlig überlasteten Gesundheitssystem auf. 

Die spröden Apparate Europas gewinnen an Fahrt. Man weiß manchmal nicht mehr, vor was man mehr Angst haben soll, vor dem Virus oder der folgenden Wirtschaftskrise, die einmal mehr jede Furcht vor dem Auseinanderbrechen des Wirtschaftsgefüges Europas bedient.Wahnsinn bekommt eine Kontur. 

Schreckensbotschafter

Wie in jeder Krise kommen die Schreckensbotschafter mit irgendwelchen Nachrichten, über die die Welt nur noch staunen kann: geheime Labore  - Verschwörung durch Kriminelle in China, gegenseitige Schuldzuweisungen. China bezichtigte die USA, den Virus durch irgendwelche Angehörigen der Armee ins Land gebracht zu haben. Die USA und zahlreiche andere westliche Nationen rügten öffentlich den Unwillen der Volksrepublik China, am Anfang des Ausbruch in Wuhan das Virus komplett unterschätzt zu haben und mit den Methoden eines totalitären Regimes die Nachricht vom "Chinesischen Virus" unterdrückt zu haben.

Da fragt man sich, ob die Zahlen aus China stimmen oder ob die Seuche nur ihren Standort wechselte. 

Kriminelle Seilschaften in China wollen an der Krise verdient haben.  Es sind Vorwürfe, die kaum zu beweisen sind. Die aber auch nicht zu entkräften sind. In Nordkorea soll es  keine Erkrankungen bislang geben, was sich niemand mehr vorstellen kann. Genosse Kim hatte sogar Muße, einen weiteren Raketentest durch das Fernrohr zu beobachten und sich seiner liebsten Beschäftigung zu widmen, dem Kriegspiel. In den nordkoreanischen Medien kann man nichts entnehmen, was auf Infektionen hinweist. Angeblich hätten die gute Zusammenarbeit zwischen dem Regime in Pjöngjang und Peking am Anfang der Krise dazu beigetragen, dass das  Hunger- und Raketenparadies Nordkorea von dem kapitalistischen Virus verschont bleibt.

Doch die größte Krise steht der Welt erst bevor, wenn in Afrika das Virus sich seine Bahnen bricht und ganze Landstriche entvölkern wird. Der derzeitige Hotspot ist Südafrika und hier vor Ort wurde das Gesundheitssystem durch ein korruptes Regime zerstört. Durch die vielen Flüchtlinge in Südafrika, die drängende Enge in den Squatterquartieren wird sich das Virus ungehindert vermehren können. 

Auch hier hilft nur das Social Distancing und das uneingeschränkte Einhalten der Ausgangssperren. 

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Der ungeklärte Mord an Detlev Karsten Rohwedder

Jahrzehnte alte Denkverbote

Als am 1. April 1991, dem Ostersonntag, zwei Unbekannte im Schutze der Dunkelheit und einer Laubenkolonie vor dem Haus in Düsseldorf ausharrten, bis der Treuhand-Chef an seinen Schreibtisch ging, schien es das perfekte RAF-Attentat zu werden.
Rohwedder war zu dieser Zeit nicht nur einer der meist gehassten Westdeutschen, sondern auch eine der Personen, die in absoluter Gefährdung waren. Das war dem BKA klar und auch Rohwedder selbst. Irgendetwas hatte die Gattin Rohwedders gespürt, als sie Tage zuvor die Polizei in Düsseldorf auf eine mögliche Eskalation hinwies. Wahrscheinlich waren die Lebensgewohnheiten des Treuhandchefs ausgespäht worden, ehe die Täter die Tat begingen.

 

Seine Frau wurde bei dem Attentat verletzt.
Der Treuhandchef verstarb noch am Tatort. Eine sofortige Großfahndung nach den Attentätern erbrachte nichts.

Die Phantome der Nacht waren entkommen. Schon Stunden nach dem Tod von Rohwedder stand in Ermittlerkreisen fest, es waren Täter der Rote Armee Fraktion, die sie suchten.
Ein selbst für die RAF vollkommen bizarres Bekennerschreiben wurde unweit des Tatorts aufgefunden.
Auszüge aus dem Schreiben des angeblichen Kommandos Ulrich Wessel:

WER NICHT KÄMPFT, STIRBT AUF RATEN.
FREIHEIT IST NUR MÖGLICH IM KAMPF UM BEFREIUNG.

wir haben am 1.4.1991 mit dem KOMMANDO ULRICH WESSEL den chef der berliner treuhandanstalt detlev karsten rohwedder erschossen...

rohwedder sass seit 20 jahren in schlüsselpositionen in politik und wirtschaft.

 

Tage später sollte noch ein weiteres, selbst für die RAF idiotisches nicht Bekenner-, aber Rechtfertigungs-Schreiben bei DPA eingehen.

 

Jemand hatte vorzüglich gefälscht, aber den historischen Kontext der Erklärung der RAF nicht verstanden. Das war zu Zeiten der Stasi-RAF- Verbindung nicht sehr schwer gewesen, den Kontext und die Merkmale der Bekennerschreiben zu erlernen. Das Haar von Wolfgang Grams auf dem Handtuch, das über den Gartenstuhl ausgebreitet war, als die Täter schossen, konnte auch bei einem der Besuche von Grams in der DDR aufgefangen worden sein. Die zurückbelassenen Zigarettenkippen führten nicht zum Ziel, nur zur Blutgruppe A.

Nur eins wurde schnell klar, jedoch totgeschwiegen:

Keiner der RAF Terroristen war in der Lage, auf diese Distanz zu schießen, 63 Meter. Der Fluchtweg, das bestätigte auch die Polizei, verlief durch die angrenzende Laubenkolonie. Man darf nicht vergessen, in der RAF gab es keine Scharfschützen, die in der Nacht durch Büsche, aufwärts, durch eine Scheibe schießen konnten, danach den Sicherheitskräften entkommen konnten, durch den Rhein zu tauchen vermochten und dann noch unerkannt auf der anderen Seite des Flusses zu verschwinden wussten. Das klang und klingt noch heute zu absurd.

Die Geschichte des Mordes an Rohwedder und Herrhausen begann Jahre zuvor, als den Mitarbeitern aus Politik und Wirtschaft, Stasi und Staatsreserve klar wurde, die DDR ist ein sozialistisches Auslaufmodell.
Mit von der Partie waren bis heute undurchsichtigste Gestalten der DDR HVA, hauptberuflich Agenten und Saboteure von Stasis Gnaden, die zum späteren Zeitpunkt just VEB Kombinat Robotron berieten.

 

Die Spur der alten neuen Seilschaften, die auch Rohwedder ausgemacht hatte, führte nach Thüringen und ins Vogtland. Es wurden Millionen aus der DDR in den Westen auf Konten verschoben. Angefangen hatte dies bereits 1987, glaubt man den Zeitzeugen. Waffen der NVA und der sowjetischen Westtruppen wurden auch noch nach dem Zusammenbruch des Honecker Regimes verschoben. Rohwedder wusste um diese ganzen Klüngeleien des zerfallenen Stasiapparates.

 

Gab es eine Verbindung zwischen ehemaligen Stasi Leuten, die sich als Gastgeber der RAF-Aussteiger verstanden und der 3. Generation der RAF? Oder war die 3. Generation der RAF nur eine Fassade für Aktivitäten des MfS?

Wurde die Zusammenarbeit zwischen Stasi und RAF noch einmal belebt, als die DDR und die RAF eigentlich schon tot waren oder wurde das an einem Handtuch gefundene Haar des später, 1993, in Bad Kleinen ums Leben gekommenen Terroristen dort platziert?

Es scheint so. Die Stasi war am 3. Oktober 1990 erledigt. Unwesentliche Teile blieben in ihrer losen Struktur erhalten. Der Krake war zerschlagen, obwohl Typen wie  Werner Großmann das nicht wahrhaben wollten. Die Stasi wusste das Jahre zuvor.

Alles drehte sich in diesen Tagen der wilden Wendezeit gegen Rohwedder und um das VEB Robotron, um die zahllosen Betriebe, die einfach für einen jeden Wirtschaftsprozess zu marode waren, als dass sie überhaupt noch hätten weitergeführt werden können. Die noch zu sanierenden Betriebe hatte Rohwedder ausländischen Investoren angeboten.

 

Zahlloses Vermögen ehemaliger Stasiseilschaften war in Betrieben oder in Immobilienbesitz versteckt, den die Operateure des Systems abstoßen wollten, sobald sich eine Gelegenheit dafür bot.

Robotron war ein finsterer Vertreter der DDR.

Schon zu DDR-Zeiten es gab zahllose Firmen im Westen, die die Cocom Embargo-Vorschriften umgingen. Das Geschäft mit Embargoware versprach hohe Gewinne.

Skrupellose Gestalten gab es auch in den 1980er Jahren. Den Ost-Hochtechnologie-Konzern, der alles aus dem Westen zu kopieren vermochte.
Viele der Embargogüter wurden damals über Griechenland nach Bulgarien und von dort aus mit dem VEB Deutrans nach Dresden versandt. So ganze Hochleistungscomputer aus dem Westen, die dann in Robotronschränke eingepasst wurden und als Errungenschaft des völlig maroden Sozialismus verkauft wurden.

 

 

Was wurde aus den Mitgliedern der RAF, die seit Jahren als vermisst gelten, oder gar als tot?
Gibt es oder gab es einen Zusammenhang mit dem Mord an Alfred Herrhausen, dessen Sprengfalle hochtechnisiert gegen das eher simple Handeln der RAF wirkte?
Wurden die Lichtschranken bei Robotron gefälscht, die später Alfred Herrhausen, kurz nach der Wende, umbrachten?

 

 

Irgendwann Mitte/Ende der 1990er Jahre wurde die Ermittlungskommission Rohwedder aufgelöst. Man hatte nur die RAF-Spur verfolgt. Die anderen Spuren schienen zu absurd, um sie überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Bis heute ist nicht klar, wer die 3. Generation der RAF überhaupt war oder ist, zumal die RAF-Rentner, trotz Auflösung 1998, bekanntlichermaßen seit Jahren ihre Rente mit Überfällen auf Geldtransporter verdienen.

Über die Stasi reden nur noch wenige, die junge Generation kennt die Auswirkungen der deutschen Teilung nicht mehr.

Nun, wer waren die Mörder, die den damaligen Treuhandchef meuchelten? Es scheint, als sei Rohwedder das Bauernopfer der jungen, wiedervereinigten Republik gewesen.

 

 

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SPD- Der Abgesang auf eine Zeit großer deutscher Politik

  • Published in SPD

 

Selbst eingefleischte Sozialdemokraten sind mittlerweile ratlos- die Sozialdemokratie hat nun auch unter Hannelore Kraft in Nordrhein-Westfalen ausgedient. Das kam nicht überraschend, die Umfrageergebnisse zeigten es zuvor. Martin Schulz, der wortgewandte und sicherlich einzige Kandidat für das Kanzleramt, den die Sozialdemokratie 2017 aufbieten kann, gab sich kämpferisch: "Wir verlieren gemeinsam, wir gewinnen aber auch gemeinsam!"

Nun das hilft nicht mehr.
Ja, es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit, nicht für weiteres Zaudern, Reden, Quatschen, Pöstchenschieben.
Das Profil der SPD muss geschärft werden, das Programm mehr sozialdemokratische Inhalte umfassen.

Wie kann es sein, dass die Sozialdemokratie im Keller der Umfragen liegt, während Populisten dazu gewinnen?
Das grundlegende Übel der Sozialdemokratie ist die derzeitige Sozialdemokratie an sich, ein neoliberaler Haufen von Fantasiepolitikern, die nicht mehr in der Lage sind, die wirklichen Zielen sozialdemokratischer Politik verfolgen. Vorbei sind die Zeiten von mutigen Männern, wie Otto Wels. Visionären, wie Herbert Wehner oder Annemarie Renger.
 Otto Wels am Rednerpult 1932 / AdsD Friedrich-Ebert-Stiftung

Die SPD kann sich nur noch auf ihre große, ehrenvolle Geschichte berufen, die aber leider 1998 mit Gerhard Schröder endete. Niemand wollte diesen Umstand wahrhaben, unter Schröder geriet die SPD völlig außer Kontrolle. Demokratie ist und war etwas anderes und war einst der Inbegriff der Sozialdemokratie. Die großen Vorbilder, wie Professor Schumacher, Willy Brandt, Helmut Schmidt, der zum Schluss noch Angela Merkel in ihrer politischen Richtung mehr Recht gab, als den eigenen Genossen, zeichnete den Weg auf, den die SPD nahm.

Und heute versteht sie sich als eine der großen Volksparteien, die sie schon lange nicht mehr ist. Vergessen ist die SPD mit tiefem Bedauern, die die alte Tante SPD war, immer dafür die kleinen Leute da war. Die SPD heute hat kein Profil mehr, allenfalls für Unternehmer und Diktatoren, wie Putin, der in Schröders freundlicher Politik zu einem festen Gegenstand der deutschen Außenpolitik wurde. Politik wurde häufig unter der SPD verständnislos, brutal und hart. Dafür gibt es jetzt und in den nächsten Jahren sicherlich noch weitere Quittung zu ertragen.

Nur, wie soll es weitergehen?

Jeder hat etwas zu sagen, aber keiner bietet eine Lösung an, im Gegensatz zu der derzeitigen CDU. Die Sozialdemokratie verkam ab 1998 unter Gerhard Schröder zu einem traurigen Häuflein von Jasager, die ihren eigenen Zielen zwar eine Formulierung geben konnten, diese aber niemals zum Ziel führen wollten, konnten oder mussten.
Und Angela Merkel wird zum vierten Mal zur Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Martin Schulz kann froh sein, wenn er als Außenminister oder Vizekanzler Platz auf der Regierungsbank nehmen kann. Bei dem Ergebnis der FDP in Nordrhein-Westfalen kann man sich denken, dass es eine schwarz-gelbe Koalition auch in Berlin geben wird. NRW war immer ein Signal für Bundespolitik. Merkel wird vier Jahre weiterregieren dürfen und die SPD in die Oppositionsarbeit drängen, aus der sie wahrscheinlich keine volle Regierungsverantwortung übernehmen kann. Selbst bei Wahlen 2021. Es fehlt an Konzepten, es fehlt an Möglichkeiten wieder einen Anstoß zu geben, ein bedeutsames Programm. Es fehlt an Ideen, wie man umgestalten kann und will. Früher hatte die Sozialdemokratie dem Abbau jeglicher sozialdemokratischer Ideen etwas erheblich entgegenzusetzen. Heute? Fehlanzeige!

Sozialdemokratische Ursünde

Die schlimmste Sünde und das vergaß keiner der Wähler jemals, war Hartz IV, nicht etwa, weil es einen gewissen Florida-Rolf oder Viagra Kalle gab, wie sie durch die Presse "gezogen" wurden, sondern, weil sich ein System entwickelte, das ein Staat im Staat darstellte.
Die soziale Gerechtigkeit, für die die SPD seit Jahrzehnten kämpfte, für den kleinen Mann, der unter Umständen an seinem Leben gescheitert war, fiel. Vor diesem kleinen Mann baute sich ein Regime widerwärtiger Staatspolitik auf, Menschen verachtend, höhnisch, bösartig, zynisch und verkommen, nicht etwa sozial gerecht, wie Schröder und seine Mitstreiter es feilboten.

Die Leitlinie von der Sozialdemokratie zu behaupten, dass die Partei mit diesem Plan der Erneuerung der Sozialhilfe und des ALGII nicht vor der Wahl 1998 umgegangen war, und erst durch Florida Rolf darauf aufmerksam wurde, ist unaufrichtig. Es wurde lange vor der Wahl 1998 diskutiert, Deutschland noch wettbewerbsfähiger zu machen. Die Wettbewerbsfähigkeit ging zulasten derer, die die Sozialdemokratie seit Jahren vertrat, die kleinen Leute. Der Mittelschicht, die einfach aus Profitgier abgeschafft wurde. An steigenden Zahlen des Zulauf für die "Linke" sah man, dass die Sozialdemokraten nicht mehr attraktiv genug waren, mit dem, was sie den Bürgern angeboten. Das zog sich über zwei Dekaden hin. Von anderen Problemen ganz abgesehen, schämte sich so mancher Sozialdemokrat heimlich für das, was seine Parteioberen taten. Es war nur noch Gerede, nicht mehr das übliche Diskutieren, das einst zielführend war.

Hartz 4 wurde eine Art moderner Sklavenmarkt, den die Wähler der Sozialdemokratie nie verzeihen werden.

Da kann Martin Schulz noch so rudern, sich noch so siegesgewiss geben, das ist die Quittung, für das, was man dem Stammwähler unter sozialer Gerechtigkeit versprochen hatte.
Hartz IV ist eine Art Bestrafung, weil man keine Arbeit findet, die einem zuvor durch die Rationalisierungsmaßnahmen des Neoliberalismus weggenommen wurden. Schuld daran ist nicht etwa der Arbeitnehmer, sondern das ganze System, das Banken-und Unternehmerfreundlich war und ist, wie auch die Politik, die keine andere Antwort mehr hatte, als sich einen Sklavenstaat zu schaffen. Dieser Staat ermöglichte, dass die Reichen immer mehr Profite machten und die Armen immer ärmer wurden. Zynisch war das gewollt.

Das, was Deutschland einst ausmachte, die Mittelschicht, zerbrach in der Wirtschaftskrise vollends. Das Kabinett Schröder II vermochte es nicht, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands herzustellen, sondern erreichte damit, dass die Sozialdemokratie auf Jahrzehnte hin daran Schaden nahm.
Aber man hat 6 Millionen Sklaven, auf den man rumtrampeln konnte und kann, das war wichtig. Um Unternehmern noch mehr Profite zu bescheren. Ein zynisches Machtkalkül einer verfahrenen politischen Generation. Hartz IV ist der Ausdruck menschlicher Niedertracht. Es sollte sich schämen, wer für den Jobcenter-Apparat arbeitet, der Menschen so in einer Weise verwaltet, dass sie sich vorkommen, wie Leibeigene oder Fronarbeiter eines diktatorischen Systems, das sie selbst schon lange nicht mehr mitvertreten konnten.
Die SPD schaffte es, dass eine Mutter von drei Kindern in vier verschiedenen Stellen arbeiten muss, um die Kinder über die Runden zu bekommen. Das hatte es zuvor noch nie gegeben. Das stellt die eigentliche Schande und den Niedergang der SPD dar. Zudem stiegen die unter Schröder.
All das haben die Bürger nicht vergessen, und deshalb gibt es jetzt die Quittung. Schöngerede und Selbstbeweihräucherung, Selbstmitleid kann der Bürger nicht mehr hören.

Die soziale Ungerechtigkeit ist mittlerweile so groß, dass man sich in Sozialgerichten fragt, wie lange dieses noch weitergehen soll. Ein Weg, um wieder Vertrauen überhaupt herstellen zu können, wäre das Abschaffen von Hartz IV und die Wiedereinsetzung, der im Kabinett Schröder II abgeschafften Sozialhilfe. Damit sich der Bürger in der Not einmal wieder wie ein Mensch vorkommt. Wie viele Menschen sich unter Hartz IV, das Leben genommen haben, sollte eine Untersuchungskommission klären. Es ist eine Schande für Deutschland, Millionen von Flüchtlingen aufzunehmen und seine eigenen Landsleute zu vergessen. Eine extreme Schande für die deutsche Sozialdemokratie.

Sechs Millionen Wähler einfach vergessen oder vielmehr abgeschrieben

Schröder damals vergaß diese 6 Millionen Menschen, die in Hartz IV in der Bundesrepublik sind verankert waren und sind, das Wählerpotenzial, das niemand wieder die sozialdemokratische Partei Deutschlands wählen würde. Verwunderlich ist auch, das in Hartz IV ein regelrechter Spitzelapparat entstehen konnte. Es sollen Leute ausgespäht worden sein, deren Lebensgewohnheiten, und diese Spitzel nennen sich Außendienstmitarbeiter und werden natürlich durch die jeweiligen Jobcenter besonders gefördert und gepflegt. Geschützt, verteidigt bis aufs Messer. (Wir werden über einzelne Schicksale in den nächsten Wochen berichten) Wie kann man ein Spitzelapparat gründen und sich Sozialdemokraten nennen? August Bebel hätte sich im Grab umgedreht.

Und wer glaubt, dass Martin Schulz zum Bundeskanzler gewählt würde, sieht sich jetzt schon getäuscht. Hannelore Kraft wurde als Bundeskanzlerin gehandelt und ihr politisches Ende war vorprogrammiert. Lokale Themen spielten in Nordrhein-Westfalens Wahl kaum eine Rolle, es war die Bundespolitik.

Das nächste Problem der Sozialdemokraten war die KroKo, ein armseliger, in sich geschlossener, Haufen von Jasagern, die Rechts-und Linksradikalen ein regelrechtes Steilvorlagenstakkato boten, um wieder aus ihren Löchern zu kriechen in denen sie seit Jahren wie in einer Art Stasis verharrt hatten.

Demokratie ist etwas anderes, sagten viele nach der Wahl 2013 schon, eigentlich hat sich die Demokratie in Deutschland, wie die Sozialdemokratie, selbst abgeschafft. Wobei man dem Zyniker und Populisten Sarrazin nicht folgen wollte. Was er 2010 schrieb, war widerlich.

Das Wunder der deutschen Außenpolitik

Die deutsche Außenpolitik erlebte unter Angela Merkel einen der größten Erfolge ihrer Geschichte. Angela Merkel, die unbestritten beste Kanzlerin seit Bismarck ist, und in einer Linie mit den Gründern eines demokratischen Deutschlands und eines weltoffenen Deutschlands steht, schaffte es ohne Zweifel, 2015, durch ihre mutige Entscheidung, die Grenzen zu öffnen, ein Blutbad auf dem Balkan zu verhindern. Merkel gab Deutschland ein Gesicht, für das es sich lohnte einzutreten. Jedoch, die Sozialdemokratie verstand darunter nicht, dass die eigene Bevölkerung auch leben muss, sondern sie forderte vehement die Umsetzung des Alten, des bereits Morschen aus den Zeiten von Gerhard Schröder und Joschka Fischer. Im Zeichen der Finanzkrise / Bankenkrise zeigte sich Merkel überzeugter denn je, Griechenland zu retten, die Sozialdemokratie hielt daran fest und konnte sich nicht erneuern. Sie war nicht in der Lage, eine vernünftige Oppositionsarbeit zu machen, die ganz neue Impulse gegeben hätte. Auch in Bezug auf Europa.

Null Bock auf Rente
Auch eine längst überfällige Rentenreform schaffte die Sozialdemokratie nicht. Es blieb bei harmlosen Vorschlägen, die schon bei der ersten Argumentation durchfielen. Es war wie ein Trauerspiel, was Sozialdemokraten seit 20 Jahren den Bürgern zu bieten haben, nun bekommen sie die Quittung. Einer der wohl wichtigsten Probleme war unterem auch Klaus Wowereit und der Berliner Flughafen, von einem Wahnsinn zerfressen, öffnete Wowereit damit der allgemeinen Kritik Tür und Tor, und sollte sich dafür schämen, was aus diesem Hauptstadtflughafen geworden ist. Zur Verantwortung wurde er dafür nicht gezogen. Selbst dem kleinen Mann leuchtet die Korruption ein, wenn er dann auf sein Konto schaut, sieht er im Grunde genommen nichts.

Wann wachen die Genossen auf? Es wird Zeit, das Ruder rumzureißen

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