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Covid19 und die Folgen

15-10-2020 Hits:0 News Desk Die Redaktion - avatar Die Redaktion

Covid19 und die Folgen

Was man nicht alles dieser Tage liest. "Good Morning in the Morning" als Gruß der Spaßgesellschaft Verschwörungstheoretiker haben derzeit Hochkonjunktur. Nun ist es nicht mehr Neuschwabenland der Nazis, sondern eine Seuche, die...

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Bundeswehr: Die Vertuschung als neustes …

07-10-2020 Hits:0 News Desk Sascha Rauschenberger - avatar Sascha Rauschenberger

Bundeswehr: Die Vertuschung als neustes Mittel der IT-Security

  Wenn uns im Rahmen der Digitalisierung die rosaroten Wolken verkauft werden, werden uns gern die Prämissen unterschlagen. Nötige Netzbandbreiten, Hochverfügbarkeit, Sicherheitsanforderungen und vor allem auch Risiken. Es hat immer alles...

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Der Chef des Militärischen Abschirmdien…

26-09-2020 Hits:0 News Desk Sascha Rauschenberger - avatar Sascha Rauschenberger

Der Chef des Militärischen Abschirmdienstes, Christof Gramm, muss gehen

Bundeswehr: MAD-Präsident muss gehen – Warum eigentlich? von Sascha Rauschenberger Die Entscheidung über die Personalie von Christof Gramm kam überraschend. Der Präsident war ein in Nachrichtendiensten geschätzter und verlässlicher Partner.  Der Präsident des...

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Bücher

Bücher

Naziland

#Widerstand gegen Nazis #nonazi #nohate #nonewnazigermany #nohoecke #noafd

#Schriftsteller und #Journalisten, #Musiker und #Maler müssen anfangen, Widerstand zu leisten, friedlich und demokratisch

Naziland (Roman)

Klappentext und Vorschau

Jo, 20 Jahre alt, wurde mit dem goldenen Löffel im Mund geboren.
Sein Vater, ein bekannter Fabrikant in Sachsen, erfüllt ihm jeden Wunsch.
Sportwagen, Loft, etc. Viermal im Jahr Urlaub - eher ein laues Jurastudium in Dresden. In einem wiedervereinigten Deutschland, das ihm jede Chance zur persönlichen Entwicklung ließ, nähert er sich dem "Nationalen Flügel" an. Jo hasst Ausländer. Er schließt sich der Vril- Geheimgesellschaft, einer okkulten Nazibewegung, an.

Jo verdient sich mit "Saalordner-Tätigkeiten" etwas dazu. Hier und da nimmt er an ausgiebigen Wanderungen der Abendländischen Europäer teil, wird als Schläger gegen Ausländer und andere Minderheiten eingesetzt. Besonders haben die Neofaschisten es auf die angebliche "Lügenpresse" abgesehen. Eine Zeitungsredaktion wird abgefackelt. Es kommt zur täglichen Unruhe in Deutschland. Verbal werden jeden Tag die roten Linien überschritten.

Nun haben die "Jungen Wölfe Deutschlands", die von dem legalen Arm der Deutsch - Sächsischen Partei geschult werden, den Glauben an den politischen Umsturz gewonnen.

Der beste Freund von Jo ist Klaus, der in einer alten Halle an einer Vril-Maschine arbeitet - diese soll die Luftherrschaft über Sachsen sichern, wenn es zum Putsch kommt.

Währenddessen erfährt sein Vater durch den Innenminister von den Aktivitäten seines Sohnes. Vollkommen verstört sucht die Familie nach einem Ausweg, den Sohn aus dem Umfeld der Neonazis zu lösen.

Es soll eine Einheit gebildet werden, die in Dresden den Ministerpräsidenten stürzt. Jo muss sich für den Einsatz qualifizieren. Gerüchte gibt es seit langem. Es folgen mehrere Anschläge und Einbrüche in Bundeswehrstandorte, bei denen es Tote und Verletzte gibt. Unmengen an Waffen und Ausrüstungsgegenständen werden gestohlen. Bei Demonstrationen werden Polizisten schwerst verletzt.

Ein Psychologe wird mit der Erstellung eines Psychogramms von Jo beauftragt. Danach will der Fabrikant entscheiden, was mit seinem Sohn geschehen soll. Auch der Verfassungsschutz will ihn vernehmen.

Bei einem Terrorangriff auf eine Zeitungsredaktion werden zwei unbeteiligte Passanten getötet. Jo flieht zu Klaus.

Das Experiment mit der Reichsflugscheibe scheitert und Jo findet sich in einem Waldstück wieder, leicht verletzt. Er hat einen Filmriss. Die Trümmer und die Leiche von Klaus liegen über das ganze Areal verstreut.

Sehr bald findet Jo heraus, dass er mit dem Hanebu 4 in die Zukunft gereist ist.

Hier regieren Nazis, die politischen Enkel der Abendländischen Europäer. Es herrscht ein Terrorregime, überall liegen Tote, Skelette, stehen verlassene und ausgebrannte Häuser. Zufällig fährt ein höherer Gestapo-Offizier an ihm vorbei und nimmt ihn mit zu sich nach Hause.

In diesem Deutschland ist das Töten von Menschen, die nicht den Machthabern entsprechen, tägliche Normalität geworden. Jo wird verhört, nur durch einen glücklichen Zufall kann er entkommen, er flieht zurück in den Wald, wo er sich sicher fühlt. Auf dem Weg dorthin, kommt er an einer Gedenkstätte vorbei, die Klaus und ihm galt. Jo findet heraus, dass er 40 Jahre tot ist.
In einer der Ruinen lernt er Lena kennen, die im Widerstand eine Gruppe koordiniert.

Was Jo von ihr erfährt schockiert ihn zutiefst.
Die Geschichte der Nazis scheint sich zu wiederholen und die Anfänge des neuen Terrorregimes hat er mitzuverantworten.

Das Buch wird ab dem 1. Januar 2021 als Soft-und Hardcover in unserem Shop erhältlich sein.

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Das Dunkel der Nacht

Spannender geht Zeitgeschichte nicht als im Krimi

(mctvh/CPT)

Wir bereiten über unseren neuen Shop derzeit die 3. Ausgabe vor. Derzeit ist eine Sonderausgabe des Thrillers unter der ISBN Nummer 978-3-96593-058-2 möglich. Es gelten die AGB's und die DSGVO

 

Nun erst einmal viel Spass mit der Leseprobe aus Das Dunkel der Nacht

 

Buchrücken

In Berlin sprengt sich eine Selbstmordattentäterin in einer U-Bahnstation in die Luft.

Ein Unbekannter wird an einer Bahnlinie südlich von Hamburg aufgefunden. In den Ermittlungen stellt sich heraus, dass er seit 2001 vermisst war.

Er wurde offensichtlich gefoltert und befindet sich in einem schlechten Gesundheitszustand.

Kurz darauf ziehen KHK Grzlak und sein Kollege Neumayer die Leiche des seit Jahren vermissten Lebensgefährten aus Stadtparksee in Hamburg.

Die Spur führt über das US Konsulat an der Alster und einem Schiffsabwracker an der Elbe nach Afghanistan, zurück in die Zeit der 1990er Jahre.

Wie war das Schicksal der drei mysteriösen Fälle miteinander verknüpft?

Was hat der Sicherheitschef des US Konsulates mit den drei Fällen zu tun?

Eine weitere Spur führt die Kommissare in die Sado-Maso Szene nach Schweden und auf den Hamburger Steindamm auf den dortigen Straßenstrich am Hansaplatz.

Lesehappen

 

Neben der Bahnlinie

Rothenburg an der Wümme, 4. Februar 2014

 

Immer wieder schlug ihn jemand ins Gesicht. Dann dämmerte er wieder dahin, er lag auf einer Decke. Jemand schlug seinen Kopf immer wieder auf den kalten Untergrund. Stimmen, die wie weit entfernt klangen, redeten Englisch. Einen Moment später wurde ihm Alkohol eingeflößt, billiger Fusel, der in seiner Speiseröhre brannte. Jeder Muskel in seinem Körper schmerzte. Er spuckte den scharfen Schnaps wieder aus, drohte zu ersticken, er röchelte nur noch, krampfte. Er nahm nichts mehr wahr, sein Geist hörte auf zu arbeiten. Die Männerstimmen verklangen. Eine Autotür, dann eine zweite wurde zugeklappt, der Motor sprang nach der zweiten Zündung an. Das tiefe Röhren, das plötzlich aufhörte.

In der fliehenden Dunkelheit entfernte sich das Motorengeräusch. Das letzte, was man vor dem endgültigen Tod verlor, war das Gehör. So lag er in dem trockenen, eisigen Gestrüpp, zwischen den mit Moos überzogenen Betonbohlen der Bahntrasse, er verging. Sein Gesicht zuckte unwillkürlich und unaufhörlich. Einige der braun glänzenden Pflanzen waren mit eisigen, vor seinen Augen sich im Wind bewegenden Kristallen überzogen. Wie in einem Kaleidoskop veränderten sich einzelne der dreieckigen Strukturen. Vor seinem inneren Auge wuchs das Unkraut an der Bahnstrecke, verwelkte zur gleichen Zeit, während die schrumpeligen Blätter des Löwenzahns immer größer wurden, sich um seinen Hals legten. Ihm war nicht klar, dass er unter Drogen stand.

Er ahnte es, sah sein eigenes Herz schlagen und immer wieder aufhören. Der riesige, rote Muskel stand still. Dann verschwand das Bild aus seinem Sinn.

Dann kehrte die Realität mit mächtigen Schritten, zurück, noch schien alles verzerrt. Die Dimensionen stimmten nicht. Irgendwo fuhr ein Motorrad ab, der Auspuff röhrte durch die nächtliche Stille. Einige Vögel begannen zu zwitschern. Es war ein Ton, der den Unbekannten eher an eine voll aufgedrehte Lautsprecheranlage erinnerte.

Eine kalte Brise aus Norden zog über den Sand. Er schien wie gefesselt, versuchte sich zu erinnern, noch nicht einmal sein Name fiel ihm ein. Sein rechter Arm fühlte sich an, als würde er im nächsten Augenblick explodieren.

Es war morgen geworden, die Helligkeit schmerzte ihn. Der Mann fror, immerfort überzog eine Gänsehaut seinen ausgemergelten Körper. Er klapperte mit den Zähnen, aus einem natürlichen Instinkt stellte er sich eine Sonne vor. Sie war warm und gab ihm das Gefühl von Geborgenheit. Zartes Licht durchflutete die nebligen Wolken, die über dem Boden wie eine undurchsichtige Masse waberten. Er würgte, sein Magen brannte, seine Speiseröhre schien wie verätzt. Sein Kopf nahm nur scheppernde Laute war, als würde neben ihm jede Sekunde Glas zerbrechen. Ihm war übel, der Gleichgewichtssinn spielte ihm Seekrankheit vor. Nur mit großer Mühe konnte er atmen. Auf jeden Luftzug musste er sich konzentrieren. Er verspürte immensen Lufthunger. Dann begann das Röcheln, seine Lungen rasselten, Schaum trat auf seine Lippen, wie ein Rinnsal lief der Schleim aus seinen Mundwinkeln. In den Minuten, wenn ein Zug auf der gegenüberliegenden Trasse vorbeiraste, vibrierten die Gleise. Er lag quer auf dem metallenen Strang. Soweit konnte er seine Lage realisieren, wollte und konnte jedoch in diesem Moment nichts daran ändern. Ein feines Zischen kam immer näher. Die Bäume an der Seite bewegten sich leicht im Wind. Im letzten Augenblick drehte sich der Mann weg, bevor der Güterzug über seinen Körper raste. Mehr Kraft verspürte er nicht mehr. Seine Extremitäten waren wie taub. Das Echo der quietschenden Bremsen verhallte im angrenzenden Waldstück. Er spürte den Luftzug eine ganze Weile. In seinen Gedanken verglühte er wie eine Zigarette, nur noch Asche war von ihm über. Der Mann sah mit halb geöffneten Augen auf das bunte Graffiti auf der anderen Seite der Trasse. Hinter ihm erschien Mauerwerk, das dann wieder verblasste, so sehr er sich auch darum bemühte, er konnte seine Augen nicht öffnen.

Sekunden danach wurden Kinderstimmen laut, ein Mädchen schrie nach Leibeskräften.

Der Unbekannte fiel wieder in eine Art Ohnmacht, zumindest fühlte er sich so, versuchte sich zu erinnern, aber er fiel, in der Trance hörte er die näher kommenden Sirenen, die dann verstummten, dumpfe Stimmen, Hände, die nach ihm griffen. An ihm rissen. Diesen Moment nahm er unbewusst wahr.

Eine weitere Bewusstlosigkeit folgte, er hörte die vertrauten Geräusche einer Peitsche, die durch die Luft glitt, dann auf seinen Körper traf, der Lederriemen riss ihm die Haut auf. Der Mann empfand diesen Schmerz, der seinen ganzen Körper durchzog, als besonders angenehm, ja erregend. Nackte Körper, deren Leiber dicht aneinandergedrängt zwischen den Bahngleisen lagen, die aufstöhnten, um dann in seiner Fantasie zu vermodern, zu vergehen.

Nochmal schlug der unsichtbare Geist mit der Peitsche auf ihn ein, dann gab er es auf. In den Gedanken des Unbekannten roch es nach Blut, Schweiß und Urin.

Vom Himmel fielen kleine Schneeflocken, obwohl die Sonne schien. Nur dumpfes Licht drang durch die morgendliche Kühle neben dem alten Wasserturm.

Stunden später lag er auf dem Krankenbett, eine blonde Schwester kam ständig herein, flugs schloss sie beim letzten Mal das Fenster. Alles erschien dem Mann durch einen Schleier, den er nicht zur Seite schieben konnte, so sehr er sich auch bemühte, seine Arme waren zerstochen. In seinem Kopf hämmerte der Schmerz.

 

 

Er war ein John Doe und fragte sich, woher er eigentlich kam, auch hatte er keine Erinnerung mehr an gestern, oder an die Zeit davor, ganze Jahre waren ausgelöscht. Aber wer war dieser John Doe?

Nur einige Fragmente setzten sich in seinem Kopf zusammen, verschwanden jedoch gleich wieder.

Drei Tage nach seiner Einlieferung meldete sich ein Richter bei ihm, der aufgrund der polizeilichen Ermittlungen in seinem Fall eingeschaltet worden war.

Der Jurist wirkte abgebrüht, teilnahmslos und zielgerichtet, den Fall zu Ende zu bringen, an den möglichen Umständen zeigte er kein Interesse.

„An was können Sie sich noch erinnern, Herr Paulsen?“, fragte der Richter heiser. Der schmalgesichtige Hüne war mit der Situation sichtlich überfordert.

„Zumindest sagen das Ihre Fingerabdrücke, die von der Wache in Hamburg Bergedorf im Jahr 1996 einmal nach einer Schlägerei genommen wurden.“

„Was für eine Schlägerei?“, antwortete der Mann, der sich fragte, ob er wirklich Paulsen hieß, knapp.

So sehr er auch in seiner Erinnerung grub, er konnte keine Auseinandersetzung mit jemanden ausmachen.

„1996?“, flüsterte er nochmals.

Der Richter nickte, blätterte in seiner Akte um.

„Sie sind im September des Jahres 2001 spurlos verschwunden, und sind damals durch Ihre Mutter, das war im März 2002, als vermisst gemeldet worden.“

 

Der Mann blätterte eine Seite um: „2012 wurden Sie für tot erklärt. Nun fand man sie an der Bahnlinie Hamburg-Bremen, ungefähr auf der Höhe von Rotenburg an der Wümme, kurz vor dem dortigen Bahnhof.“

Paulsen versuchte sich an den Namen des Richters zu erinnern, er fiel ihm nicht ein.

„Wie war noch Ihr Name?“

„Klinghammer. Dr. Klinghammer, ich bin Richter, ich habe zu entscheiden, ob Sie ein Alkoholiker sind und in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden. Ich muss auch über die Einrichtung einer Betreuung für Sie entscheiden. Sie sind ein Alkoholiker, der Jahre verschwand und dann wieder auftauchte.“

Paulsen war spindeldürr, er blickte nebenbei in den Spiegel, und erkannte sich selbst bald nicht als menschliches Wesen. Seine Zunge hing wie ein riesiger Knoten an seinem Gaumen, er war unfähig zu sprechen. Auf seinem  Körper hatten sich überall Narben gebildet. Davon wollte der Richter nichts wissen. Klinghammer war bestens über Paulsens Gesundheitszustand informiert.

 

Oberarzt Dr. Wolf hatte im Gang schon eine geraume Zeit mit dem Richter gesprochen.

„Es fanden sich keine Ausweispapiere, wohl aber das gedruckte Manual über eine Hinrichtung im Militärgefängnis der USA in einer Reisetasche.“

Der Jurist wurde bleich, er suchte nach Worten, schwieg dann jedoch.

„NSA?“, fragte er, flüsterte er leise.

„Woher soll ich das wissen, ich bin Arzt, nicht einer, der sich mit pathogenen Spitzeln abgibt. Wissen Sie, was er getan hat, um in die Situation zu kommen? Seine Arme sprechen Bände.“

Klinghammer schüttelte den Kopf. Dr. Wolf meinte in diesem Moment, dass der Jurist, der mokant lächelte, ihn belog.

„Er ist wohl intravenös ernährt worden“, ließ der Oberarzt noch wissen.

Der Richter blies den Atem hart aus. Auf der Station lief eine ältere Frau mit dem Rollator von einer Seite des Ganges zur anderen.

„Da war ein Hinrichtungsbefehl, der unterschrieben, aber noch nicht gestempelt war, unter seinen Sachen. Wenn die Amerikaner weitere dunkle Geheimnisse haben, sollte die Politik den Umstand erfahren.“ Der Oberarzt wartete einen Moment.

„Es ist nicht an uns, das zu klären, aber interessant ist es schon. Ich könnte unsere amerikanischen Freunde dazu befragen lassen. Über die Botschaft oder das Konsulat in Hamburg“, der Jurist machte sich Notizen.

„Können Sie sagen, wie er in allen Jahren gelebt hat?“, fragte Klinghammer.

Die Notfallglocke sprang für einen Augenblick an. Es war ein Fehlalarm.

„Nein, ich kann es nicht, aber ich nehme an, er ist in großen Schwierigkeiten gewesen. Der Mann ist offensichtlich gefoltert worden, von wem, das kann ich nicht sagen, das ist auch nicht meine Aufgabe. Er könnte unter einer partiellen Amnesie leiden, wie viele dieser Opfer.

Klinghammer fasste sich an den Kopf.

„Nach seiner Genesung könnte man ihn in die Psychiatrie einweisen.“

„Aus welchem Grund? Ich kann keine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie erklären, der Mann ist völlig entkräftet. Sonst scheint er unter Schock zu stehen, wahrscheinlich ist es ein Wunder, dass er noch lebt.“

„Er lag auf den Gleisen und wie ich dem Polizeibericht entnehme, wollte er sich wahrscheinlich das Leben nehmen.“

„Ich denke eher, wenn ich mir die Auffindesituation von den Sanitätern anhöre, dass er dort abgelegt wurde, also ein Verbrechen an ihm verübt wurde.“

„Zunächst muss er sich körperlich erholen, dann sehen wir weiter.“

„Was ich überhaupt nicht erklären kann, ist die eigentlich für die Pest typische Erscheinung von Geschwüren in der Achsel und in der Leiste. Es sieht aus, als hätte er die Pest gehabt, aber keinerlei andere Symptome, eine Art Pseudopest ohne tödlichen Verlauf.“

Der Jurist schüttelte wieder seinen Kopf.

„Das klingt sehr abenteuerlich, Herr Doktor, das müssen Sie wohl zugeben, oder?“

„Das ist aber so, soll ich die Diagnose fälschen?“

„Vielleicht nicht eine solche stellen. Vielleicht hat der für mich mutmaßliche Alkoholiker einfach vergrößerte Lymphknoten. Er ist ein Penner.“

„Was wollen Sie damit andeuten?“, Wolf war überrascht und fühlte sich leicht übertölpelt.

Der Richter nickte, wie um sich sein eigenes Urteil zu bestätigen, reichte dem gestressten Oberarzt die rechte Hand, der nur den Kopf schüttelte.

„Na, wir werden sehen!“, seine Stimme klang für den Mediziner kalt und unnahbar.

 

Manchmal geisterten Schatten durch sein Gehirn, Erinnerungsfetzen wie der, dass er für Jahre in einem dunklen Raum gesessen hatte, in dem Kirchenchoräle erklungen waren. Er erinnerte sich an Schweinebraten, an Spanferkel, an Salami, auf der immer wieder zu lesen stand „pur porc“. Es waren nur Gedanken, die auch genauso schnell wieder verflogen.

Ein Mann mit einer Henkersmaske kam, er brachte die Waage, er hatte zu wenig Gewicht, um hingerichtet zu werden und er wusste noch nicht einmal warum. Dann wieder drohte er zu ersticken, in den langen, kalten Nächten, die wie im Schlaf vergingen. Die Klimaanlage lief unaufhörlich, manchmal fürchtete er Erfrierungen, im nächsten Augenblick zu verbrennen.

Tags zuvor hatten sie ihn auf den elektrischen Stuhl gesetzt, dann drehte der Henker den Strom auf, sein Körper brannte, irgendwann wurde er bewusstlos und wünschte sich, dass alles bald ein Ende nahm. Dieses gleißende Licht, das ihn frieren ließ und das monotone Gesumme des Generators, das Tropfen der Klimaanlage in dem aus dunklem Beton bestehenden Raum, irgendwo tief unter der Erde war er begraben, lebendig und doch tot.

Die Männer hatten nie mit ihm gesprochen, sie waren Herren der Tat, der eine, ein kleiner, aber drahtiger Bursche, trug eine Jeans. Jeden Tag eine andere Farbe, mal ein aggressives rot, den nächsten Tag ein schwarzes blau, die Jeans war verwaschen. So ging es Tag um Tag. Was wollten diese Maskierten erreichen?

Wochen und Monate, so kam es ihm vor, verbrachte Pete in einer der zahllosen Hock-und Stehzellen. Es war ein Käfig, seine Hände waren an Gitterstäbe gefesselt, die Handschellen konnten elektrischen Strom, je nach Belieben der Folterknechte, abgeben. Der Schlafmangel, der Durst, der Hunger brachten ihn fast um.

Er war bereit, alles auszusagen, jedes Geständnis abzulegen, das man von ihm verlangte.

Einer der Wärter urinierte alle zwei Stunden in seinen Käfig, irgendwann trank Pete den Urin. Der Wärter grinste und wollte von ihm hören, wie der neue Jack Daniels schmeckte. Pete wollte nur noch sterben. Die gleißende Sonne, dann der Regen.

Immer wieder sah er die Männer, die ihn auf der Liege festschnallten, ein weiterer, der kein Gesicht hatte, las etwas vor, dann sah er in den Scheinwerfer. Die Männer führten einen Venenzugang in seinen linken Arm ein, er zitterte, dann tropfte eine Flüssigkeit in den kurzen Schlauch, Paulsen bekam keine Luft mehr, plötzlich wurde er müde, er sah noch den Geistlichen, der am Fußende der Liege stand. Dieser Geistliche sprach, Pete jedoch hörte kein Wort mehr. Dann schlief er ein, seine Augen flackerten, Nochmals ging sein Leben wie in einem Schnelldurchlauf an ihm vorbei, wie ein Traum, den er nicht vergessen konnte. Immer wieder erinnerte er sich an den Tag, als der letzte Fall begann, an diesen Morgen, als das Telefon klingelte. Paulsen suchte in Gedanken nach dem schwarzen Nokia mit der Stummelantenne. Er hörte das Klingeln, der Anruf von Rechtsanwalt Plittermann. Er sollte in die Kanzlei kommen, eine junge Frau war verschwunden, Leyla. Der Vater machte sich größte Sorgen. Leyla war eine Jugendliche, die wahrscheinlich von zu Hause abgehauen war, dachte er an dem Tag so bei sich, als er Plittermann in seiner Kanzlei aufsuchte. Plittermann fühlte sich recht unbequem in  Gegenwart des Privatdetektivs und versuchte das Gespräch so kurz wie möglich zu halten. Plittermann war einer dieser aalglatten juristischen Dandys, die vom wahren Leben keine Ahnung hatten.

 

„Die Familie lebt seit mehr 30 Jahren in Deutschland, das Mädchen ist sehr westlich orientiert, ich kenne sie selbst.“ Er legte das Bild der jungen Frau, die außerordentlich hübsch war, wie Pete befand, auf den Tisch vor ihn.

„Die Ermittlungen der Polizei führten leider nicht zu einem respektablen Ergebnis“, Plittermann war in Eile, er griff nach seinen Akten, blickte auf die Armbanduhr.

„Ist die Familie in politische Angelegenheiten verwickelt?“ Paulsen blickte den Anwalt an und wusste in diesem Moment, dass Plittermann lügen würde.

„Nun die Familie fühlt sich den Traditionen ihrer Heimat verpflichtet und die Tochter hatte einmal einen Onkel angegriffen, der sie seit Jahren dazu zwingen wollte, den Fundamentalismus anzunehmen, Burka tragen und so etwas. Aber diesen Onkel schließe ich als Täter aus. Es gab wohl auch mehrere sexuelle Misshandlung und die Aufforderungen an die Eltern, sie mit einem Mann in Afghanistan zu verheiraten, angeblich wurde der Vater erpresst. Von den dort herrschenden Taliban.“

Plittermann verzog das Gesicht, offensichtlich war er sich nicht sicher, ob er den richtigen Detektiv für die Arbeit ausgesucht hatte. Der Privatdetektiv stellte nach dem Geschmack des Anwalts zu viele Fragen.

„In diesen Familien wird hier über solche Taten geschwiegen“, wich Plittermann aus.

„Das gehört auch zur Tradition, dass die Mädchen entführt werden, bei innerfamiliären Spannungen.“

Der Kaffee schmeckte schal und Paulsen überlegte eine ganze Weile, ob er den Auftrag annehmen sollte. Der Anwalt wollte ein paar Berichte, Paulsen sollte aufschreiben, was er für das Geld tat. Natürlich wollte er auch eine Rechnung. An der Wand des Besprechungszimmers hing eine Gitarre, auf der in goldenen Buchstaben der Namenszug von Paul Anka aufgemalt war. Plittermann war ein gefeierter  Paul Anka Imitator in seiner Freizeit.

An diesem Morgen war eine Frau in der Klärwasseranlage von Mümmelmannsberg gefunden worden, entsetzte Mitarbeiter hatten die Polizei informiert. Das Gesicht konnte auch zu Leyla passen. Zu jeder jungen Frau in Hamburg dieser Tage.

Der Todeszeitpunkt war nicht mehr zu ermitteln. Die Leiche war durch Tiere und durch den normalen Fäulnisprozess stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Wo war Leyla?

Wer war Leyla?

 

Paulsen schlief wieder ein. Er schreckte hoch, in seinen Gedanken blätterte er in dem verstaubten und vergilbten CIA Jahresbericht von 1980.

„Nur durch neue militärische Konflikte wird die USA   nach dem möglichen Fall des Kommunismus in der Lage sein, ihre Weltmachtstellung aufrecht zu erhalten“, flüsterte Paulsen leise.

Die schwarze Witwe

Berlin, Alexanderplatz, 16. Februar 2014

Es regnete stark, die Tropfen prasselten auf das Pflaster. Auf dem Bürgersteig bildeten sich kleine Pfützen. Die meisten Passanten warteten unter der sich im Wind aufblähenden Markise des Elektronikmarktes.

Ein roter Nissan älteren Baujahrs bog um die Ecke, hielt für einen kurzen Augenblick vor der Bäckerei. Der Auspuff des Geländewagens klapperte. Der nachfolgende Verkehr stockte in der Seitenstraße, der Fahrer eines grauen Sprinters hupte mehrfach hintereinander. Er war genervt, kurbelte die Scheibe hinab und schrie: „Mensch, wir sind nicht in Anatolien.“

Der Geländewagenfahrer drehte sich weg, als die Frau an der U-Bahn Station ausstieg. Danach gab er schnell Gas und fädelte sich in den fließenden Verkehr ein. Der junge Mann mit dem mobilen Currywurststand, dessen Rost um seinen Bauch geschnallt war, lächelte ihr kurz zu. Sie wandte den Blick ab, schien leise zu beten, raffte dabei ihr Kopftuch und verschwand an der Rolltreppe. Ein Polizeiwagen raste vorbei, das Martinshorn war weithin hörbar.

In der Berliner U-Bahn herrschte reger Betrieb, eine Schulklasse folgte im Gänsemarsch der Lehrerin. Ein weiterer Zug zum Bahnhof Friedrichstraße rollte ein, die metallenen Räder klapperten auf den Schienen. Es roch nach frischem Gebäck, eine junge Frau las in einer Zeitschrift, sah immer wieder auf, wartete nervös auf den nächsten Anschluss.

Die Bombe explodierte, ein kleiner Feuerball breitete sich aus, die Frau in der schwarzen Burka stand in einer Stichflamme, die blaugrün zuckte.

Dann erst warf die eigentliche Explosion einige Kinder um, eine heiße Welle folgte. Einige Mädchen schrien laut auf, dann verstummten sie. Ein Rucksack lag auf den Gleisen. Eine Frau lag am Boden, die Orientalin brannte wie eine Fackel, die Kleidung, die

Haut schälten sich ab, fielen in Funken von ihr, sie stand immer noch. Die riesigen Flammen schienen sie zu halten.

Leises Gemurmel wurde laut, von Gejammer abgewechselt, während die Leiche verbrannte, die Hände, die Arme grotesk abgewinkelt. Im nächsten Augenblick schepperte eine Glocke. Zwei Polizeibeamte rannten auf den Ort des Geschehens zu. Schnell stellten Einsatzkräfte fest, die eilends die Treppe heruntergerannt kamen, dass weitere Sprengsätze sie verletzen sollten. Sprengstoffsuchhunde bellten in dem dichten Rauch. In mehreren Mülleimern waren in Tetrapacks Explosivkörper versteckt worden, die noch nicht detoniert waren.

Vor dem Bahnhof parkte ein Geländewagen der von den Einsatzkräften kontrolliert noch in der Straße, vor einem Schuhgeschäft und einem Burgerladen, gesprengt wurde. Aus dem U-Bahn Tunnel zog immer noch schwarzer Qualm, ein Feuer fraß sich langsam durch die Klimaanlage, die die nach oben führenden Ventilationsschächte.

Tote im See

Stadtparksee Hamburg, 19. Februar 2014

 

Der leblose, augenscheinlich nackte Mann trieb vor dem kleinen Felsen, der sich aus dem See erhob. Mehrere Hundehalter, ein Jogger und ein Pärchen, das am Ufer spazierte, versammelten sich.

Mit den Worten „Der ist tot, da haben die Polizisten einen schönen Sonntag“, wählte einer der Männer den Notruf.

„Da schwimmt noch ein Koffer und etwas anderes“, wies einer der Anwesenden auf die Wasseroberfläche kurz vor dem Schlick hin.

„Der hat den Rest einer Ledermaske auf.“

„Ja, ich sehe es“, bemerkte einer der Spaziergänger beiläufig, zog an der Leine mit seinem Dackel, der anfing zu kläffen.

„Da ist wohl was schief gegangen!“, witzelte ein Jogger.

Ein junges Mädchen, die mit ihrer Freundin vorbeikam, blieb kurz stehen und starrte auf den leblosen Körper, der nun unweit des Ufers trieb.

„In der Nähe zur Alten Wöhr am Stadtparksee haben sie einen Toten gefunden, in der unmittelbaren Nähe zum Bootsverleih an der Liebesinsel“, beendete der ältere Herr den Anruf bei der Polizei.

„Ich warte dort, nein, wir gehen nicht an die Leiche. Mein Name war Schubert wie der Komponist.“ Dann legte er auf.

„Hier wurde doch vor einigen Jahren schon mal ein Paddler vermisst“, meinte Neumayer zu Grzlak, der sich an den Fall auch noch gut erinnern konnte.

KHK Neumayer lehnte an seinem Einsatzwagen, überblickte das Gelände, er war müde, gähnte. Den alarmierten Wasserrettungskräften gelang es nur mit Mühe den See abzusuchen. Immer fiel Regen, der dann in Schnee überging. Ein Taucher machte sich bereit, den ufernahen Bereich abzusuchen.

„Die Leiche sieht übel aus.“ Vom Körper lösten sich Haut und Gewebe in Fetzen ab, mehrere innere Organe lagen offen, Knochen standen aus einem Bein und dem Becken.

„Was sagt der Gerichtsmediziner?“, Martin Grzlak nickte kurz, unmerklich, fasste sich an die Nase:

„Herr Doktor, was haben wir?“, der Rechtsmediziner blickte auf, seine Augen waren gerötet, er roch nach Alkohol und Rauch.

„Ich schätze mal, der schwimmt schon einige Zeit hier drin. Der rechte Fuß ist ab, das sagt mir, dass er wahrscheinlich mit irgendeinem Gegenstand beschwert wurde. Irgendjemand hat die Leiche in den Sack verpackt, dadurch bildete sich diese Fettwachsschicht. Ich schätze, dass die Leiche 2008 oder im Jahr darauf, wahrscheinlich im Winter 2008/2009 hier abgelegt wurde.“

„Das wären bald 5 Jahre!“

„Ja, aber wie gesagt, das ist eine Schätzung. Wie üblich werden die Schicksale meiner Patienten nicht am Tatort, sondern am Obduktionstisch und in der KTU geklärt.“

Der Kommissar lächelte freundlich, zündete sich noch eine Zigarette an. Er warf das Streichholz in das nahe Gebüsch. Aus einem iPhone von jungen Leuten, die hinter der weiß-roten Absperrung warteten und das Geschehen beobachteten, dröhnte „Da-Da-Da“ von Trio. Der Beat gefiel dem Kommissar, erinnerte ihn an seine Jugend.

„Eh Alter, haben die einen kalt gemacht?“, fragte der junge Mann, der mit seinen Freunden Witze über den Toten machte.

„Ja, wenn du es so ausdrücken willst...“

„Das muss doch jemandem aufgefallen sein, der hier wohnt oder Spaziergängern“, meinte Grzlak und sah sich den Koffer an, den die Taucher mittlerweile geborgen hatten.

„Mir wäre wohler, wenn wir wüssten, wer der Tote ist. Waren da keinerlei sonstige Kleidungsreste, außer der Levis, die an dem armen Kerl hängt und dieser seltsamen Lederkappe?“

„Das weist für mich auf Sadomasoszene hin oder auf bestimmte homosexuelle Praktiken. Ich hatte schon mal in der Ausbildung damit zu tun.“

„Ach tatsächlich“, meinte Neumayer neugierig und grinste ihn an.

„Ja, da wurde eine Leiche in einem Hochhaus aufgefunden, das war so eine Absteige, so ein privater Club, der in der Szene recht bekannt war.“

Zahlreiche Blasen stiegen aus dem See auf. Einer der Taucher gab ein Signal an das Boot.

„Wie tief ist der See?“

„Vielleicht zehn Meter. Nicht tiefer. Der hat ja nur über die Kanäle Zufluss.“

Eine eisige Böe kam aus Richtung Osten auf und trieb über den See, jetzt peitschte der Regen auf die Oberfläche des Sees.

Die Sonne verschwand hinter grauen ziehenden Wolken.

Vom Boot aus rief einer der Taucher: „Wir haben eine zweite Leiche, die einer Frau, die ist an einem versunkenen Bootskörper festgemacht. Der Körper hat sich in einem Netz verfangen, wie auch der von unserem Toten wahrscheinlich. Da unten findet sich im Schlick auch der Rest des rechten Fußes von unserem unbekannten Toten. Einer der Taucher hat sich in einem Netz verfangen und die müssen Sauerstoffflaschen nach unten bringen, um ihn zu befreien.“

Ein weiteres Boot des THW fuhr schnell an den Fundort heran.
Eine weitere Leiche war geborgen worden, die in einem schwarzen Plastiksack an Land gebracht wurde.

Neumayer verstummte, während Kriminaltechniker und Feuerwehrmänner die Leiche ausluden. Einen Augenblick fokussierte er die menschlichen Überreste, die nun auf einer grauen Plane lagen.

„Das war dem Gesicht nach Magda. Ich kenne die Frau, die war als Obdachlose unterwegs, manchmal schlief sie in der Stadt auf Lüftungsschächten neben dem Rathaus, aber ich habe sie schon Jahre nicht mehr gesehen.“ Neumayer zündete sich eine weitere Zigarette an. Angewidert sah auf die Konturen, um die sich Fettwachs wie eine dicke Schicht gebildet hatte. Dem Kommissar war bei dem Anblick übel.

„Woher kennst du diese Magda?“, fragte ihn sein Kollege beiläufig.

 

„Die war, als ich beim Raub arbeitete in Billstedt, beim KK 41, Ende 1995, mal Zeugin eines Banküberfalls in Bergedorf. Danach hat sie eine ganze Zeit in einer städtischen Wohnung in der Mendelstraße gewohnt und ist dann irgendwie wieder abgerutscht. Die Magda Schreiner kam aus der DDR, ich glaube 1989 über Ungarn. Die war bei diesem Paneuropäischen Fest dabei, wo die ganzen Leute über die Grenze gelaufen sind. Das hat sie mir mal im Zuge der Zeugenaussage beiläufig erzählt, ihre Beziehung ging kurz nach der Ankunft im Westen in die Brüche, er stellte ihr einfach die Koffer auf die Straße, weil er eine andere hatte und sie war schwanger mit einer Tochter, die aber nicht bei ihr aufwuchs. So genau bekomme ich das nicht mehr auf die Reihe. Wahrscheinlich kam das Kind damals zu Pflegeeltern, sie wünschte sich, als ich sie irgendwann Anfang 1996 in der Unterkunft in der Mendelstraße besuchte, dass sie ihre Tochter nachholen konnte. In den Tagen waren viele Flüchtlinge vom Balkan dort einquartiert und sie hatte mit einer Bosnierin Freundschaft geschlossen, die bei Aldi, schräg gegenüber als Packhilfe arbeitete. Ich war sicher, sie war auf einem guten Weg.“

„Weißt du, wie die Tochter heißt?“, Grzlak trat an seinen Kollegen heran und rutschte fast auf dem glitschigen Boden aus. Die Sonne kam für ein paar Minuten durch.

„So was wie Norma, Jacqueline oder was die in der DDR so gerne mochten. Das Mädchen soll ein Blondschopf gewesen sein. Ziemlich flippig.“

„Ich werde das mal versuchen rauszufinden, vielleicht kann die uns etwas über die seltsamen Verbindungen ihrer Mutter sagen. Oder der Ex.“ Neumayer schrieb mit klammen Fingern etwas in sein Notizbuch.

„Der ist ein Säufer gewesen, der hat für eine Versicherungsagentur oder ein Maklerbüro gearbeitet“, antworte Neumayer, der Wind frischte wieder auf.

„Der oder die Täter waren sehr geschickt. Das sollte wie ein Badeunfall aussehen. Beide Tote jedoch sind gefoltert worden“, erneut nahm der Gerichtsmediziner eine Tüte und eine Pinzette zur Hand, Grzlak beobachtete ihn dabei.

„Warum sollte man eine Obdachlose foltern?“, warf Grzlak ein, nippte am Kaffee und versuchte erneut die Indizien in seinem Kopf  zu ordnen.

„Rechtsradikale? Irgendwelche Durchgeknallte? Weiß ich, was damals passiert ist?“, fragte Dr. Schwarz und richtete sich auf, er streckte sich.

 

Im Kommissariat war bekannt, wo sich die Obdachlosenszene aufhielt. Grzlak hoffte, bei denen, die schon vor Jahren  der Gruppe angehörten, etwas zu erfahren. Für gewöhnlich war es sehr schwer überhaupt aus dem Milieu Informationen zu erhalten, da in den Kreisen die Polizei als natürlicher Feind angesehen wurde.

Martin Grzlak versuchte es zunächst in der Passage vor dem alten Landeskriminalamt, in dem die Asbestsanierungsarbeiten auf Hochtouren liefen. Er erinnerte sich der Tage, als  er in dem Hochhaus 1976 seinen Dienst antrat, als er die Rolltreppe in den U-Bahn Tunnel nahm. Auf der rechten Seite, neben dem Kiosk traf auf einige alte Bekannte aus dem Milieu.

„Kennt ihr noch die Magda?“, fragte Grzlak den bärtigen Mann, der gerade einen tiefen Schluck aus der Flasche Korn nahm. Der Geruch nach Fäkalien und Alkohol erregte in dem Kommissar eine starke Übelkeit. Grzlak hielt  dem Mann vor sich das Foto aus der ehemaligen Einwohnermeldekartei hin.

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Hans Hermanns - Vier Spiegel

Hans Hermanns veröffentlichte "Vier Spiegel", ein interessantes, sicherlich lesenswertes Buch, über das der Unternehmensberater am besten selbst erzählt:

"Mit meinem Buch „Vier Spiegel“ halte ich mir, der Gesellschaft, Politikern und Unternehmern jeweils einen Spiegel vor. Mein Buch habe ich für alle Menschen geschrieben. Ich biete Ihnen Hintergründiges zu meiner Praxiserfahrung, Lebenserfahrung und meinen Sichtweisen an. Mit meinem unternehmerischen Hintergrundwissen will ich Sie an Themen heranführen, die vermutlich nur wenige Menschen in dieser Art gerne präsentieren. Meine Hinweise können Sie auch im Privatleben umsetzen. Meine Ausführungen zu Unternehmen betreffen somit alle Menschen. Lesen Sie, was mir passiert ist, im Laufe des Buches gehe ich immer wieder darauf ein. Ich tue das, um Ihnen zu zeigen, wie Sie Ihr Leben meistern können. Auch Sie können das schaffen. Ich nehme Sie mit auf eine Reise in Ihre Gedanken. Wenn Sie auch zwischen den Zeilen lesen und Ihrer Fantasie freien Lauf lassen, werden Sie erkennen, welche Botschaften mir wichtig sind. Ich schreibe nicht über negatives oder Selbstmitleid, sondern über Tatsachen und darüber, worin ich Defizite in unserer Gesellschaft sehe und wie ich Ihnen helfen will. Ich schreibe auch nicht, um jemanden anzuklagen. Ich schreibe für die Gerechtigkeit und mehr Miteinander.

 

 

Zum Autor

Mein Name ist Hans Hermanns, Jahrgang 1960. Aufgewachsen bin ich in Heinsberg. Meine Jugend habe ich in Göteborg (Schweden) verbracht. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland machte ich eine Ausbildung zum Außenwirtschaftskaufmann, später als Betriebswirt.

Im Jahr 2000 gründete ich meine Unternehmensberatung - und traf auf "die Diva". Wer die Diva ist, erfahren Sie in meinem Buch "Vier Spiegel". Dort finden Sie auch meine Biografie. Sie dürfen gespannt sein, was ich alles erlebt habe.

Mit meinem Buch „Vier Spiegel“ halte ich mir, der Gesellschaft, Politikern und Unternehmern jeweils einen Spiegel vor. Mein Buch habe ich für alle Menschen geschrieben. Ich biete Ihnen Hintergründiges zu meiner Praxiserfahrung, Lebenserfahrung und meinen Sichtweisen an. Mit meinem unternehmerischen Hintergrundwissen will ich Sie an Themen heranführen, die vermutlich nur wenige Menschen in dieser Art gerne präsentieren. Meine Hinweise können Sie auch im Privatleben umsetzen. Meine Ausführungen zu Unternehmen betreffen somit alle Menschen.

Lesen Sie, was mir passiert ist, im Laufe des Buches gehe ich immer wieder darauf ein. Ich tue das, um Ihnen zu zeigen, wie Sie Ihr Leben meistern können. Auch Sie können das schaffen. Ich nehme Sie mit auf eine Reise in Ihre Gedanken. Wenn Sie auch zwischen den Zeilen lesen und Ihrer Fantasie freien Lauf lassen, werden Sie erkennen, welche Botschaften mir wichtig sind. Ich schreibe nicht über negatives oder Selbstmitleid, sondern über Tatsachen und darüber, worin ich Defizite in unserer Gesellschaft sehe und wie ich Ihnen helfen will. Ich schreibe auch nicht, um jemanden anzuklagen.

Ich schreibe für die Gerechtigkeit und mehr Miteinander.

Text: Hans Hermanns

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Tod im Liliputanerhaus (Buchvorankündigung)

 

Tod im Liliputanerhaus

Hamburg, 1957

Zwischen Huren und Freiern, Akrobaten und Tieren, Popcorn und kandierten Äpfeln, Bratwurstresten, halben Brötchen, leben in einem umgebauten LKW-Anhänger Generationen von Liliputanern, neben anderen Außenseitern der Gesellschaft, die auf den Jahrmärkten der damaligen Tage verkauft wurden.

Das Leben der Liliputaner ist einseitig und von Gefangenschaft und Abhängigkeit in einer fremden, fast märchenhaften Hierarchie geprägt.
Es sind die Jahre des Wirtschaftswunders.
Für die Liliputaner weitere Jahre des Hungers und der Entbehrungen. Liebende werden getrennt, nur wenige können sich freikaufen, manche werden für medizinische Experimente regelrecht verhökert. Die, die fliehen, werden vom Langen Karl eingefangen, wie Tiere.
Einige Liliputaner hatten den Krieg, die Nazidiktatur nicht überlebt, andere ihr Leben als Sklaven in einer modernen Zeit. Durch ganz Deutschland zog sich eine Spur von toten Liliputanern und anderen Exponaten.

 

Im Herbst 1957 wird der „Halter“ der Liliputaner, Herr Nielsen, ein angeblicher ehemaliger U-Boot-Kapitän tot aufgefunden. Es ist einer der bizarrsten Morde der Tage. Die Gazetten überschlagen sich mit den Nachrichten, da Nielsen wie Gulliver, an Seilen und Stricken befestigt, langsam erstickte. Nielsens Leibgericht war grüner Wackelpudding. Seine Freundin, eine Prostituierte, ist spurlos verschwunden.

 

Die Tat kann von der Mordkommission nicht geklärt werden, da auch die Kommissare keinen Zugang zu den eigentlichen Opfern, den Liliputanern, finden. Ein möglicher Zeuge kommt bei einem Autorennen durch die Hamburger Innenstadt ums Leben, ein anderer verschwindet einfach. Eines Morgens ist auch der Wohnanhänger verlassen, in der Nacht darauf brennt er ab.
Nielsen, so findet der 1. Kriminalhauptkommissar Wenger heraus, handelte mit den lebenden Objekten, wie andere mit Tieren. Er war kein U-Boot-Kapitän, nichts an seiner Legende stellt sich als richtig heraus. Wenger stösst auf einen internationalen Sklavenhandel mit Jahrmarktsmenschen, die unter widrigsten Bedingungen leben. Seine Spuren führen ihn nach England und Frankreich, wo er persönlich in Schwierigkeiten gerät.

 

 

Der Fall wird als ungeklärt zu den Akten gelegt und alle 10 Jahre noch einmal aus dem Archiv geholt. Zwei Generationen Kriminalbeamte kommen in den Ermittlungen nicht weiter.
Erst 2017 kann mit moderner Kriminaltechnik ein Stück der Historie zu dem Puzzle hinzugefügt werden, das seit 60 Jahren Rätsel aufgab. Die Spur führt zurück nach Hamburg.
Der Roman ist ein Kaleidoskop deutscher Geschichte, die der Aussenseiter und der von der Gesellschaft Geächteten.
Roman, 1152 Seiten, gebundene Ausgabe, ca. 32.00 Euro, ISBN: 978-3-96593-022-3
Erscheint Anfang 2021 bei kasaan media

 

 

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Über Stockpergers Höllenfahrt

Wer kennt Irmgard Hiergeist nicht?

In den sozialen Medien ist sie bekannt: Durch ihre bedingungslose Liebe zum Frieden. Eine der Kämpferinnen für ihre eigene Sache.
In diesem Artikel erklärt sie, warum sie so sehr für den Frieden eintritt, in einer Zeit, in der die gesamte Menschheit augenscheinlich gegeneinander antritt. Krieg scheint zu einem Gesellschaftsspiel moderner Art geworden zu sein.

Mit wenigen Zeilen erklärt Irmgard Hiergeist ihren Anspruch deutlich, der zum Nachdenken anregen soll, kann, es sicherlich es vermag:

Wir sehen einen Mann in Uniform. Er weint und hält dabei ein Gewehr in den Händen, als könnte er damit die Welt verbessern.
Wir sehen eine Frau die aus den Trümmern ihres Hauses einen Topf ausgräbt. Sie ist beschmutzt mit Staub, und ihre Kleidung ist zerfetzt.
Wir sehen ein Kind mit weit aufgerissenen Augen, nicht begreifend, dass seine Familie tot ist, und  trotzdem spürt es instinktiv, dass die Welt nie wieder so sein wird wie vorher...

Blut fließt. Es ist rot. 
Das Blut ist rot. Egal auf welcher Seite.
Das Leid ist sehr groß. Egal wie die Gegner sich bezeichnen.
Unser aller Blut. Unser aller Schmerz.

Warum ich für den Frieden kämpfe?
Weil ich niemals und nimmer einsehen werde, dass an diesem Leid einige wenige profitieren dürfen!
Weil ich nicht zusehen will, wie unsere Nachkommen immer wieder Gewalt "lernen"!
Weil ich, wenn ich nichts unternehme, meine unsterbliche Seele, verkaufe!

Du denkst, dass Frieden nicht möglich ist?
Warum?
Weil Dir jemand gesagt hat, dass auch Tiere Kriege führen?
Wenn Du das glaubst bist Du kein Mensch, sondern ein Tier!
Weil Du gehört hast, dass es immer schon so war?
Dann hast Du nicht nachgedacht und erkannt: Wir müssen die Dinge zum Besseren wandeln und nicht die Vergangenheit wiederholen!
Weil Du...
Man kann so viele Gründe anführen, wieso es "Krieg" geben muss"
Sogar die Religionen sind gegen Frieden! Ist dies nicht ein Paradoxon?
Erwarte nicht, dass Politiker Frieden wollen. Sie haben ihre profitablen Anteile an den Rüstungsfirmen und sind daran interessiert viel zu verdienen. Sie verdienen an dem Soldaten, der Frau in den Trümmern und dem Kind, das für immer traumatisiert sein wird!
Soll ich Dir sagen was passiert, wenn Frieden herrscht? 
Es werden einige Wenige nichts mehr verdienen und sehr, sehr Viele glücklich sein. Die Menschheit ist noch nicht ganz fertig. Wir durchleben noch viele Stadien der Evolution. 
Krieg ist ein altes Instrument auf dem einige, gierige, durchtriebene und vor allem mitleidlose Kreaturen spielen! 

Noch haben sie die Kontrolle. Auch über Dich!
Aber niemand wird gezwungen der Kriegshetzerei zu folgen!
Niemand muss hassen! 

Warum ich für Frieden kämpfe?
Weil ich weiß, dass wir zu mehr fähig sind! Wir können unsere Kinder füttern! Wir können Krankheiten besiegen! Wir können unsere Nachbarn verstehen lernen!
Dazu sind wir da. Die Menschheit! Um uns weiter zu entwickeln!
Denn im Grunde genommen wollen wir alle nur das Eine:
In FRIEDEN leben!

Wer begeht die bösen Taten?
Ein Gedicht von Irmgard Hiergeist

Wer begeht die bösen Taten?
Sind es wirklich Schurkenstaaten?
Oder die, die stets kassieren,
jene, die uns massakrieren?

Ein Feindbild, das ist schnell erschaffen,
und wir zahlen für die Waffen.
Sie setzen auf Soldatenmut,
die zahlen es mit ihrem Blut.

Waffen machen sehr viel Kohle,
jedoch nicht zum Volkes Wohle.
Jeder Deal bringt große Not,
sind wir dagegen, sind wir tot.

Was kümmert in der Luft, die Drohnen,
dass du lebst, wie in „Schöner Wohnen“?
Ein Mausklick, und es ist zerstört,
und dein Schrei wird nicht gehört.

Oder wurdest du gefragt?
Hat man es dir gar gesagt?
Das Töten ist im Krieg legal!
Wie viele sterben ist egal!

Drum hinterfragt das Kriegsgeschrei!
Nur Frieden macht uns wirklich frei!
Verweigert Euch, bewahrt das Leben.
Für jeden kann’s nur eines geben.

Das beliebteste Buch von Irmgard Hiergeist ist Stockpergers Höllenfahrt: Ein Bayerwaldkrimi- Ein Krimi aus der Region Bayerischer Wald.
Der Inhalt spricht für sich und garantiert Spannung und Lokalkolorit:

Ein mächtiger Mann, in einer kleinen Gemeinde im Bayerischen Wald, stirbt einen grausigen Tod. Kommissar Löschhörndl wird beauftragt den Mord aufzuklären, und entdeckt, dass nahezu alle in dem beschaulichen Ort einen Grund hatten dem Stockperger Übles zu wollen. Bei den Ermittlungen stößt Löschhörndl auf Hass, Neid, Gier und blinde Eifersucht. Aber auch auf ein Opfer, das seine Mitmenschen, wie Dreck behandelt hat. Die Bayerwaldler sind nicht gerade auskunftsfreudig. „Stockstures Volk“ nennt Löschhörndl sie. Aber er erkennt bald, dass hier nicht nur ein Mord geschehen ist. Der Ermordete wurde hingerichtet...

Den Krimi schrieb sie aus eigenem Erleben, weil es so einen "Stockperger" tatsächlich gibt, der seine Macht und sein Geld missbraucht, um andere Menschen zu quälen. Natürlich lebt der echte Quälgeist noch. Aber er hat gute Freunde von ihr im Visier und das seit über 20 Jahren. Mit schlimmen Ungerechtigkeiten kann und will Irmgard Hiergeist nicht umgehen und machte so ihrer Wut Luft.

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Tod in der Camargue, 1982 5. Auflage

Neue Auflage

Derzeit ist das Buch noch in der 4. Auflage bei amazon zu erhalten.

Wir bereiten über unseren neuen Shop derzeit die 5. Ausgabe vor.

Die Bücher werden nur noch über unseren Shop erhältlich sein, und die E-Bücher gibt es fast “umsonst”. Kleiner Preis, große Anerkennung
Sie können das Buch bei uns direkt unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellen. Später wird es im Shop erhältlich sein. Derzeit versenden wir das Ebook auf Rechnung für  2,99 Euro. 
Ein großer Teil der Bücher, die von mir auf dem Markt sind, sind Raubkopien.

Wir wollen den Raubkopierern entgegenwirken.

Wenn es das Ebook quasi umsonst gibt, dann ist es sehr schwer, das Buch als Raubkopierer zu verkaufen.

Das haben wir aus der lul.to Affäre gelernt. Chiffrieren ist eine Sache, gesellschaftlich gegen Raubkopierer anzugehen, eine andere Sache.

Ich werde, bevor der Shop geschaltet wird, das lul.to Tagebuch veröffentlichen.

Ich denke, danach vergeht jedem die Freude an Raubkopien, weil die, die hinter den Kopien stehen, brutalste Methoden anwandten, um Autoren “mundtot” zu machen. DAs wird sich im Gerichtssaal rächen. 

Nun erst einmal viel Spass mit der Leseprobe aus Tod in der Camargue, 1982

Kassel, im August 2012

Ein "Cold Case" eines 1982 verschwundenen Madchens, Antonia Hüter, wird wieder aufgenommen. Die Herkunft des Mädchens war nebulos. Sie war von einem Pastorenpaar aus Ungarn adoptiert worden. Gerüchte besagen, dass sie die uneheliche Tochter von Juan Peron war, für die Staatssicherheit arbeitete und einen Bordellbetrieb mit ihrem ugandischen Freund Andrew unterhielt.

Zudem geht der Hinweis eines anonymen Anrufers ein, dass der ehemalige Kommissar, der den Fall in den 1980-er Jahren bearbeitete, ermordet wurde, die gesamte Abteilung der Mordkommission in zahllose Banküberfalle und Geldtransporterüberfalle verwickelt war. Ein dubioser Bankdirektor aus Hannover wurde die erste Spur in dem Fall, als sein Fahrzeug ausgebrannt im Reinhardswald aufgefunden wurde.

Die Ermittlungen fuhren die Kommissare Johannes Meyer-Gergs , Schulze-Erler und ihren Kollegen Sabottke in das verlassene Hotel Provençal an die Côte d’Azur in die Tage des Falklandkrieges. Nach Argentinien, Kuba und Spanien. Zahlreiche Hinweise auf eine Gruppe von Kannibalen einer Miliz aus Uganda und einem argentinischen Terrorkommando kreuzen sich. Oberstaatsanwalt Luther vermutet den Drahtzieher in den eigenen Reihen, weil der ehemalige Kriminaldirektor Wimmer, seit dem Krieg ein Doppelleben führte und eine rechte Wehrsportgruppe mitunterhielt, die im Zuge der "Operation Condor" den Argentiniern bei ihren Vorbereitungen für einen Terroranschlag in London halfen ...

Freitag, den 26. März 1982, Autobahnraststätte Kassel

Die junge, blonde Frau hob den blauen, hohen Rucksack an, schlenderte langsam und gemächlich zwischen dem verbeulten grauen Kadett Coupé, an dem der augenscheinlich wütende Fahrer gera-de den hinteren rechten Reifen wechselte und dem daneben parkenden grünen Ford Escort.
Sie verharrte einen kurzen Moment, als sie den langsam vorbeirollenden grünweißen Polizeiwa-gen erspähte. Die Streife fuhr an die Seite heran, die beiden Beamten stiegen fast simultan aus dem Fahrzeug aus. Der Größere von beiden rückte seinen breiten, schwarzen Ledergürtel gerade, fasste kurz an die Waffe, kontrollierte unbewusst das lederne Holster.
Sein Kollege setzte eine entspiegelte Sonnenbrille mit blauen Plastikgläsern auf, ging zielstrebig auf die lange Reihe, der am Ende der Raststätte, an der Ausfahrt auf die Autobahn Richtung Frankfurt, wartenden Anhalter zu.
"Die wollen wohl in alle Himmelsrichtungen!", meinte der Polizist, sah auf die zum Teil kunstvoll gemalten Schilder.
Ein junges Pärchen, er ganz korpulent, vollbärtig, sie dünn und zierlich, stand an einem knospenden Ginsterbusch, an dem ein kleiner, dunkelbrauner Dackel auf sein Herrchen wartete. Der Hund bellte kurz auf.

Die junge Frau in der schwarzen Cordhose malte in der Hocke auf einem alten Pappkarton ein Schild mit einem schwarzen Marker, sah dann auf, gähnte kurz, reckte, streckte sich zwischen den einzelnen Parkboxen. Er drehte aus einem Päckchen Drum umständlich eine Zigarette, drückte den weißen Filter in die Spitze, steckte die krumme Zigarette mit einem Zündholz an.

Ein kleiner Spatz plusterte sich auf, flog mit schnellen Flügelschlägen kurz weiter, setzte sich in das angrenzende dichte Gebüsch, neben die Margeriten, die vor dem Restaurant schon blühten. Ein Reisebus aus den Niederlanden traf ein, parkte auf dem langen Streifen, auf den Zubringer führte, überrollte einem rostigen Auspuff den ein Fahrzeug verloren hatte.
Ein Briefträger leerte Briefkasten vor der Kneipe der Autobahnraststätte, mehrere Lkws, zwei orangefarbene von VEB-Deutrans erreichen die belebte Raststätte. Ein Plakat wies auf das bevor-stehende Formel 3 Rennen auf dem Flugplatzkurs von Kassel Calden hin. Die junge Frau wechselte die Kassette in ihrem Sony-Walkman, sang leise mit: "Skandal im Sperrbezirk, Skandal..."
Einen Augenblick war sie ruhig, flüsterte dann fast weiter: "Alles klar, Herr Kommissar?" Ein Pärchen küsste sich im Opel Ascona, neben ihr, die Reste eines Joints lagen neben dem Wagen an der Beifahrertür, die Hippies kamen aus Berlin, dem Kennzeichen nach.
Von dem Zubringer aus drang das lang anhaltende, sich immer wiederholenden Hupen eines Opels auf der anderen Seite der Fahrbahn herüber. Ein blonder Lockenkopf spielte gerade "Till there was you" von den Beatles auf seiner Gitarre, als die beiden Polizisten zu ihm kamen, seinen Perso-nalausweis sehen wollten.
"Ein Sack Reis ist umgefallen..", murmelte der junge Mann.
"Wir können Sie auch mit auf das Revier nehmen, dort die Personalien überprüfen", richtete der eine Polizist seine weiße Schirmmütze.
Ein Autofahrer drehte das Radio in seinem metallicfarbenen BMW 525 lauter, hörte die Nachrich-ten.
"Es ist 13.00 Uhr, vom Hessischen Rundfunk hören Sie Nachrichten.... Tokio…. Der US- Verteidigungsminister Weinberger ist zu einem Besuch in der japanischen Hauptstadt eingetroffen…."
Dann schlug die Tür zu. Der Polizist drehte sich nervös um, nahm dann geistesabwesend das graue Heftchen in die Hand.
"Ist ja alles Friede, Freude, Eierkuchen", sagte der junge Mann mit der Gitarre, grinste wieder dabei, suchte nach seinem Tabaksbeutel.
"Mal schön die Hände sichtbar lassen…."
"Ich wollte doch nur eine Holborn drehen…"
"Sind Sie hier öfter?", fragte der Beamte eine Spur freundlicher.
"Nein, nicht oft, aber ich komme schon ab und zu hier durch!", kratzte er sich durch seinen spärlichen, aber lockigen Bart.
"Kurz vor Weihnachten, letztes Jahr, wurde eine junge Frau tot bei Frankfurt aufgefunden."
Der Polizist zeigte ihm ein Foto, der Tramper zuckte mit den Schultern. Sie soll in Begleitung eines blonden Mannes mit Citroën 2CV am Frankfurter Kreuz gesehen worden sein. Zeugen, die sich an den Vorfall erinnern, wussten, dass die junge Frau hier eine Flasche Wein oder Campari gekauft haben soll?"
"Darüber weiß ich nichts. Hübsches Mädchen war sie aber…."
Er überlegte einen Augenblick.
Ein polnischer LIAZ rollte vorbei, gab laut Gas. Die Kupplung knarrte. Eine schwarze Rauchwolke stieg aus dem Auspuff auf.
"Ich kenne die woanders her, das war letztes Jahr an der Autobahnraststätte bei Baden- Baden. Ich trampe immer zu meiner Schnalle nach Freiburg. Da ist die mir über den Weg gelaufen. Der Rastplatz war ziemlich voll an dem Tag. Wir haben eine zusammen geraucht. Da hatte sie eine Flasche Wermut mit zwei Pappbechern klargemacht. Die nahm Pillen, LSD oder so was."
Der Polizist nickte.
"Wann war das?", fragte der Beamte, zückte sein Notizbuch.
"Im August, oder war das schon im September."
Aus einem Radio eines vorbeifahrenden Peugot 504 drang durch das Schiebedach Felicità. Das zerrissene Plakat der Autoschau vom 14.03. wehte wie ein bunter Drachen über den Parkplatz , verfing sich in den Ästen.
Zwei Arbeiter der Straßenmeisterei waren damit beschäftigt einen breiten Ölfleck auf der Straße zu beseitigen.
"Sie wurde in einem Wald gefunden, das Gepäck ist bis heute noch verschwunden. Wir wissen noch nicht einmal, woher sie kam?"
"Ich glaube, die kam aus Berlin. Dem Akzent nach, hatte da mal gelebt. aber, das passt doch, hier reist doch alles vorbei, was über die Mauer muss. Die hatte ein blaues T- Shirt an mit der Aufschrift Pisa. Kann sein, dass sie mal da war. Ich werde den Tag nie vergessen, weil sie wegkam und ich da die ganze Nacht stand. War voll breit."
"Fällt dir dazu noch was ein? Der Name vielleicht? Ich notiere die Adresse, wenn die Kollegen von der Kripo noch Fragen haben."
Der Junge Mann schüttelte seinen Kopf.
"Wenn es hilft,den zu kriegen, der die arme Tusse platt gemacht hat."
Ein lauer Frühlingswind wehte durch das angrenzende Gebüsch. Die Tramperin warf die kleine Pappschale, aus der sie eine Bratwurst mit Senf gegessen hatte, in die graue seitliche Mülltonne wischte sich nochmals die Hände mit einer Papierservierte ab. Auf und über dem überquellenden Unrat sammelten sich Dutzende von Wespen, Fliegen und Käfer, die um eine gesplitterte, kleine Automatenflasche Coca-Cola auf-und abflogen. Andere setzten Sich auf die unzähligen Plastiktüten, die sich um den Behälter stapelten.
"Entschuldigen Sie…",fragte sie dann den vorbeikommenden etwas hageren Mann, der gerade seinen Mercedes aufschloss und einsteigen wollte.
"Wo wollen Sie denn hin?", fragte er, strich sich etwas verlegen die Haare aus dem Gesicht, er ahnte das Ansinnen der durchaus hübschen Frau schon.
"In Richtung Süden!", sagte die blonde, sommersprossige Frau mit einem sympathischen Lachen.
"Na, normalerweise nehme ich keine Tramper mit, aber ich fahre bis nach Grünstadt in der Pfalz, wenn ihnen das weiterhilft, dann können Sie mitkommen....", musterte er sie von oben bis unten, zog sie mit den Augen förmlich aus.
"Ja, das würde mir sehr gelegen kommen, weil ich nach Saarbrücken will, von da aus weiter nach Frankreich..."
Der Mann lächelte kurz, setzte sich in den Wagen, räumte die Limonadenflasche von dem mit cremefarbenem Fell bezogenen Beifahrersitz, öffnete die hintere Tür.
"Werfen Sie den Rucksack einfach hinten drauf....!", murmelte er, steckte die bunte Plastikrassel in die seitliche Ablage, sah auf den abfahrenden Polizeiwagen.
"Wie heißen Sie?", fragte der Mann, stellte die Lüftungslammellen hoch.
"Antonia!", antwortete sie gleich, lächelte ihm zu.
"Ich bin der Gerald!", bemerkte er etwas platt, stellte den Rückspiegel wieder ein, ließ den Motor an.
"Manchmal ist es richtig gut, wenn man eine Wurst mit Ketchup essen kann", bemerkte Gerald heiser, ein wenig verlegen, stellte den Blinker an und fuhr auf die Autobahn 5, Richtung Süden, ein. Ein Eilzug überholte den zäh fließenden Verkehr, parallel zu der Autobahn, einige Kilometer weiter. Der Verkehr staute sich inmitten der wunderschönen, gebirgigen Landschaft, durch die Autobahn führte. Ein paar Straßenarbeiter teerten etwas auf dem Seitenstreifen.
Es begann zu nieseln, dann stärker zu regnen. Die Tropfen zerplatzten auf der Scheibe.
Antonia nickte ein, drehte sich zu der Fensterseite, Gerald rauchte eine Zigarette, rauchte diese mit hastigen Zügen.

"Polizeinotruf Ludwigshafen!", der Beamte hörte das schwere Atmen einer Person.
"Hilfe, Hilfe!", krächzte die männliche Stimme.
"Hallo, wo sind Sie, was ist geschehen?", fragte der Polizist ruhig.
"Ich weiß nicht."
Dann brach die Leitung ab.
"Vielleicht irgendein Spinner!", meinte sein Kollege, der den Aschenbecher auf das breite Bedie-nungspult der Notrufzentrale stellte, eine weitere Flasche Limonade öffnete.
"Nee, das klang ernst, komisch. Das kam aus Bobenheim-Roxheim, da am Silbersee, da an dem Wäldchen ist doch eine Telefonzelle. Ich schicke da mal vorsichtshalber Kollegen hin. Dora für Do-ra Zentrale, bitte kommen?"
"Musst ja wissen, womit wir die Steuergelder verplempern."
Es rauschte in der Leitung knackte, als der Beamte wieder auf den Knopf los ließ.
"Ja, hier Dora 41, wir sind frei."
"Fahrt mal an die Telefonzelle am Silbersee, an dem Kiestagebau. Da kam eben ein merkwürdiger Anruf. Seht euch da mal um."
Der Opel Rekord der Polizei hielt an, dicke Nebelschwaden zogen über den Kiesabbau, ein Rabe flog über den See. In der Ferne konnten die Beamten Lichter in der Dunkelheit erkennen. Ein kühler Wind zog mit lautem Pfeifen über den See.
"Da ist die Telefonzelle, ich gehe da mal hin, Josef, mach du mal Meldung an die Kopfstelle."
Der Polizist lief über den sandigen Weg, leuchtete mit der Taschenlampe in die Nacht, sein Blick fiel auf einen riesigen kreisrunden Blutfleck, der sich auf der Betonplatte abzeichnete.
"Hier ist was, die sollen Leute von der Kripo schicken. Am besten, die senden uns auch gleich Ver-stärkung. Hier ist was passiert."
Der Beamte sah in den angrenzenden Busch, es roch angebrannt. Ein Eichhörnchen lief über die Straße, erklomm eine Buche.
Der Streifenbeamte drehte sich zur Seite, leuchtete das Unterholz aus.
Im Gebüsch lag ein blutverschmiertes, weißes Kleid.
Dann hörte er Schritte, ging diesen entgegen. Zog im Laufen seine Dienstwaffe, schlich auf dem knirschenden Untergrund.
Von der nahen Autobahn drangen sonore Geräusche herüber.
Ein junger Mann schob sein Mofa über den schmalen, seitlich verlaufenden Weg, das sich drehende Blaulicht.
"Was machst du denn hier?", steckte der beamte die Waffe wieder in den Holster.
"Ich bin liegen geblieben. Die Gurke ist nicht mehr angesprungen. Die Scheißtusse im Mercedes, so eine Blonde hat nicht mehr angehalten. Die ist gefahren, als wäre der Teufel hinter ihr her. Da vorne ist echt viel Blut auf dem Weg gewesen."
"Wo?", fragte der Polizist ruhig.
"Da vorne, wo die Angler immer sitzen…", entgegnete der Lockenkopf.
"Weißt du das Kennzeichen von dem Mercedes zufällig?"
"Ja, aber nur die ersten Zeichen- HMÜ, komisch , habe ich noch nie vorher gesehen."
"Landkreis Münden, das ist ein altes Schild aus Niedersachsen, weißt du auch zufällig das Modell, Baujahr?"
"Das war eine Schüssel aus den Anfang 1970 so."
Der Beamte nickte unmerklich, ein zweiter Streifenwagen war eingetroffen.
"Wo war der Wagen?"
"Ja, da zwei Kilometer weiter, da an dem Angelplatz."
"War da noch jemand?"
"Ja, da war noch ein Pärchen, die haben da rumgemacht, ich habe es bis auf den Weg gehört."
"Wie lange ist das her, dass du den Wagen gesehen hast?"
Der junge Mann sah auf die Uhr.
"Etwa eine Stunde. Der Motor hat richtig aufgeheult, als die abgefahren ist. Aber mit Schmackes."
"Was ist dir sonst noch aufgefallen, in welche Richtung ist der Mercedes gefahren. Du sagt, da saß eine blonde Frau drin?"
"Ja, die habe ich ganz kurz gesehen, vielleicht eine Sekunde oder zwei. Ich habe den Wagen schon so gegen sechs Uhr an der Bundesstraße gesehen, da lag ein Rucksack auf hinteren Bank, das ist mir nur aufgefallen, weil eine Plastikrassel genau neben dem Auto im Gras hing. Die ist bestimmt raus-gefallen."
Der Junge zog die Rassel aus dem blauen Cordblouson.
"Wollte ich meiner kleinen Schwester schenken, ich habe zuhause Stress gehabt mit meinem Al-ten."
"Ich mache nachher gut Wetter für dich, war wohl nicht dein Tag?"
"Nein, ich habe eine sechs in Mathe, ich bin auf dem Schulklo beim Rauchen erwischt worden und habe einen Brief nach Hause bekommen. War wirklich nicht mein Tag. Was war hier los?"
"Das wissen wir auch noch nicht. Waren außer der Frau noch mehr Personen im Auto?"
"Nein, ich glaube nicht."
Eine Eule heulte im Wald.
Mehrere Beamte suchten mit Handscheinwerfern das Gelände ab. In einiger Entfernung bellte ein Hund.
"Ich habe da so ein Gefühl, aber ich weiß nicht , ob das richtig ist", sagte der Junge.
"Na, sag schon", insistierte der Beamte.
"Die ist noch nicht viel Auto gefahren, die hat den Motor ständig abgesoffen, weil sie mit der Kupp-lung nicht zurecht kam."
"War die vielleicht keine 18 Jahre?"
"Doch, so sah sie schon aus, aber die war vollkommen fertig, so im Gesicht. Was mich auch wun-derte, ich habe sie ganz kurz gesehen, als ich mit der Spritze da vorbeifuhr, da hatte sie ein Kleid an, als ich sie dann wieder sah, eine Jeans und ein T-Shirt mit dem Schiefen Turm von Pisa."
"So leid es mir tut, deine heutige Pechsträhne ist noch nicht vorbei, die Kollegen von der Kripo müssen wohl mit dir reden, wir haben ein Kleid gefunden. Das musst du dir mal ansehen."
"Martin, kommst du mal, die Spusi hat ein Stück Haut an der Telefonzelle gefunden, sieht aus wie die Haut von einem Penis. Da sind auch noch andere Gewebereste dran."
Der Junge grinste verhalten.
"Ist ja echt scharf."
"Ja, aber nicht für den, dem das Teil gehörte!", antwortet der Beamte leise.
"Nein, scheiße, das tut bestimmt weh."

Sonntag, 28. März 1982, Les Saintes Maries de la Mer, Republik Frankreich

Die etwa 20 Touristen folgten in einem lang gezogenem Feld, vorbei an einem ausgedehnten Mo-rast, das von einem Bewuchs von Tamarisken begrenzt wurde, dem Reiter der allseits bekannten Pferdefarm durch das unübersichtliche Brackwasserland.
Eine Amerikanerin, ohne Begleitung, unterhielt sich mit dem bärbeißigen, sehr stillen Franzosen, fühlte sich nicht wohl in dem harten, immer rutschenden Sattel.
"Ich war gestern an der Wallfahrtskirche Notre Dame de la Mer in Les Saintes Maries. Das ist ja schlicht unglaubliche Kunst…", sie brach den Satz im Sprechen ab, weil sich der Mann umdrehte, über das angrenzende Schilffeld auf die anderen Teilnehmer in der Gruppe zurückblickte, diese kurz zählte. Eines der Ponys schnaubte, wieherte dann. Der Fremdenführer zündete sich eine Gitanes Mais an, sah nach vorne, an die durch Büsche verdeckte Ruine des ehemaligen Hofes von der Witwe Bardot.
"Die heißt auch so wie die berühmte Schauspielerin. Das war eine der ersten , die nach dem Krieg wieder anfingen, die wilden Hengste einzufangen. Sie saß selbst am liebsten auf dem Rücken einer Stute."
Die Touristengruppe hörte aufmerksam zu. Langsam trabten die Ponys nach vorne, ein kleiner Junge ritt neben seiner Mutter, beobachtete einen Frosch, der entlang eines Drainagekanals hüpfte.
"Die Witwe Bardot starb leider vor einigen Jahren und das alte Gehöft zerfiel. "
Marcel hielt inne, erkannte in diesem Moment die kleinen, schwarzen Rauchwolken, die mit der aus Westen kommenden warmen Brise über das Land, bis zum nahen Meer hin, getrieben wurden.
"Ich bitte jeden aus der Gruppe einen Moment hier zu warten, bis ich wieder zurück bin. Reiten Sie bitte nicht alleine weiter. Ich glaube da vorne brennt es. Ich muss leider einmal nachschauen."
Unter den Touristen wurde kurz etwas gemurmelt, als der Mann dem braunen Rappen die Sporen gab, hinter der Biegung des Weges verschwand.
Der vollkommen ausgebrannte Mercedes glühte noch in der ehemaligen Fahrgastzelle, in den Federn der Sitze.. Die ganze Mauer daneben war schwarz, das ohnehin schon trockene, gelbliche Gras war auf der ganzen Fläche verkohlt, einige Glutnester flackerten noch orangerot. Qualmten. Der Mercedes verfügte über keinerlei Kennzeichen mehr, offensichtlich war er mit einem Brandbe-schleuniger entzündet worden. Der Gestank von verbrannten Gummi verteilte sich in der Luft, sammelte sich dann unter dem von Sonnenstrahlen durchfluteten Dach des ehemaligen Stalls neben dem gemauerten Brunnen. Eine verbrannte Jeans kräuselte sich neben dem zweiten Wrack auf dem Grundstück, einem verrosteten Citroën HY, in dem einige Vogelnester waren. Immer wieder flogen Flamingos auf. Eine Tür schlug im Wind. An der mit groben, hellen Steinen gebauten Wand der ehemaligen Küche des alten Pferdehofes, ruhte der Rucksack einer Touristin, einer Britin, wie Marcel feststellte, als er die einzelnen Fächer mit dem Reißverschluss durchsuchte.
"Wie kommt dieser Rucksack hierhin?", brummte der drahtige, muskulöse Südfranzose sichtlich ratlos,packte dabei die Unterhosen und eine weiße, blutverschmierte Tüte eines englischen Su-permarktes aus.
Momente später fand er in einer der Hütten verstreutes, englisches Kleingeld, mehrere silberne 50 Pence Stücke und einen, im Wind flatternden, Fahrschein der Fähre von Dover nach Calais. Dieser Fahrschein war genau eine Woche alt, in einem Reisebüro in London am Piccadilly Circus gelöst worden. Im angrenzenden Stall, dessen massive Dachkonstruktion eingefallen war, die zerbrochenen, schwarzen Ziegeln stapelten sich über den Balken auf dem Boden wie eine spitze Pyramide, entdeckte Marcel die Jugendherbergsrechnung aus Nizza vom 25. März. Ein Lastwagen fuhr auf der nahen Hauptstraße weiter in Richtung Les Saintes Maries de la Mer. Der Mann nickte unmerklich. Dann fiel sein Blick auf eine verkohlte, abgeschlagene Hand, die rauchte und unter der Hitze noch zischte. Er drehte sich weg, fürchtete sich sonst übergeben zu müssen.

Robert Sapier übersah nochmals den Tatort, wandte sich langsam seinem Kollegen zu, der noch auf dem verbrannten Boden kleine rote Fähnchen einsteckte.
"Das macht alles keinen Sinn", sagte er zu den dunkelhaarigen Leutnant, der sich gerade aus der Kniebeuge erhob.
"Nein, das macht wirklich keinen Sinn", drückte er seinen halb angerauchte Gauloise in den feinen Sand, neben einer wild wachsenden Kaktee aus.
"Der Wagen ist nicht aus Frankreich, alleine schon wegen der Scheinwerfer. Bei uns wären diese gelb unterlegt. Ich meine den Mercedes, der könnte aus Deutschland oder Österreich sein. Wir ha-ben in den Motorraum eingesehen, als die Feuerwehr fertig war. Da hing ein noch unleserliches Schild einer Tankstelle aus einem Ort, der deutsch klingt. Hameln. Eine Parkscheibe einer Aral-Tankstelle lag unter einer Matte vorne, die ist teilweise erhalten. Auch ein Teil einer deutschspra-chigen Zeitung aus der letzten Woche, die heißt "Hessisch Niedersächsische Allgemeine Zeitung", las der junge Tambour von seinem Clipboard ab.
"Niedersachsen liegt in Deutschland, im Norden, da bin ich schon mal gewesen, vor einigen Jahren in Hannover, während meiner Studienzeit in Straßburg im Elsass ", entgegnete Robert Sapier, kratzte sich an der linken Schläfe.
"Da vorne lag ein Brillengestell zwischen den Steinen", wies Momo Tambour auf einen Haufen aus-geglühte Kalkblöcke.
"Momo, dann sollten wir die Kollegen in Deutschland mal fragen, ob die uns weiterhelfen können. Oder ob die vielleicht dieses Auto vermissen, die Fahrgestellnummer sollten wir ja noch feststel-len können."
"Schon geschehen. Vielleicht waren es auch nur Diebe, die den Rucksack. Die haben den Mercedes gestohlen und dann alles verbrennen wollen, dabei ist ihnen dann die Hand aufgefallen, zu allem Überfluss wurden sie dann hier bei der Beseitigung der Spuren gestört, durch wen auch immer gestört."
Einige Motorradfahrer steuerten auf die Landstraße nach Nîmes. Die Maschinen heulten in der folgenden Kurve, als sie einen Traktor überholten, auf, rollten dann wieder in die folgende Gerade ein.
"Das ist eine Möglichkeit, Robert. Eine andere Möglichkeit ist die, dass hier jemand ein massives Verbrechen vertuschen will und sich bewusst diesen Platz ausgesucht hat. Aber der muss Ortskenntnisse haben und kann nicht alleine gehandelt haben. Die Spurensicherung hat weiter vorne, an einer Fußmatte und dem Rucksack erheblichen Mengen von Blutanhaftungen aufgefunden."
"Wie kommt ein englischer Rucksack in einen mutmaßlich gestohlenen deutschen Wagen aus Niedersachsen, dieses Fahrzeug dann nach Frankreich, gerade zu uns in den Süden und wird danach von irgend einem vollkommen Verrückten angezündet? Ich sage dir, in diesem Fall hatte schon jemand vor uns die Hände verbrannt….."
Tambour grinste matt. Beobachtete danach die Kriminaltechniker, wie die Beamten Gips in die Reifenspuren gossen.
"Da drüben, in dem Schilf, hatte es der Täter zuerst versucht, da sind Fußspuren von kleinen Turnschuhen, aber das sind sehr kleine Füße. Débarre von der Spurensicherung hat den Eindruck, dass diese zu einer Frau gehören oder einem sehr kleinen Mann. Wie ich kann auch er sich nicht vorstellen, dass die zu einem Kind gehören.. Kollegen von der Gendarmerie Nationale haben weiter vor-ne, etwa 1 km von hier, einen Obdachlosen, gebürtig aus Paris aufgegriffen. Der war früher einmal Architekt, sind als Maler über Land und ist hier hängen geblieben."
Er zündete sich noch eine Zigarette an.
"Der Clochard erzählt, dass in der Camargue Menschen geschlachtet werden, wie Tiere, er hätte das gehört, auf seine ewigen Wanderungen, um ein Motiv für seine Bilder zu suchen. Er hätte gesehen, dass viele Knochen über die gesamten Schilffelder verstreut wären. Einer der Kollegen hat er dann an einen Graben geführt, und der entdeckte da tatsächlich einen kleinen Knochen. Ob das menschliche Knochen oder Überreste von einem Tier sind, konnte auch der Gerichtsmediziner nicht sagen. Jedoch entdeckte er dort auch einen Sony-Walkmen, neusten Modells, mit einer deutscher Kassette darin, da steht drauf NDW-"Skandal im Sperrbezirk"", wieder las Momo Tambour von seinem Block ab, der Wind spielte mit dem losen Seiten.
"Wie heißt der Mann?", fragte Robert kurz, blickte auf die schwarze Plane, die von eingetroffenen Feuerwehrleute über das Wrack des schwarzen Mercedes gelegt wurde.
"Pierre Clement, er ist schon ein klein wenig verrückt geworden durch den ganzen Alkohol….", ergänzte Tambour mit einem wirren Lächeln und drehte den rechten Zeigefinger in der Luft an seiner Schläfe.
Der pickelige und nach Alkohol stinkende Clochard sprach weiter, bis der Capitaine Sapier ihm dringend riet, den Mund zu halten.
"Der Mann erzählte vorhin dem Kollegen von der Gendarmerie Nationale etwas über mehrere unbekannte Afrikaner, die vor einiger Zeit über die Felder gelaufen wären. Dort säckeweise Knochenmehl und kleine Knochen in den Brackwassergräben verstreut hätten. Ihn hätten sie auch versucht, zu schlachten, jedoch er sei gerade noch mal weggekommen. Sogar konnte er diese komischen Afrikaner, die in der Villa der alten Madame Lafayette leben würden, abseits der Straße nach Arles, genau beschreiben."
"Es geht um den heiligen Lazarus, den ersten Bischof von Marseille, der sterben musste, weil er seine Seele nicht den römischen Göttern opfern wollte. Nun kehrt er zurück. Er wurde in dem Gefängnis unterhalb der Kirche gefoltert. Hier werden seine Reliquien verstreut. Da sind auch die Köpfe vom letzten Stierkampf."

"Wahrscheinlich!", sagte Sapier leise und wandte sich dem Mann zu.
"Das kann nur damit zu tun haben. Wie konnte es sein, dass die französische Polizei nicht darauf gekommen ist?"
Ungeduldig spielte der französische Kriminalist mit einem vertrockneten Grasstängel zwischen den Fingern.
Plötzlich begann Clement eine Art Flamenco zu tanzen, schlug mit zwei hölzern, wie mit Kastagnetten aufeinander, setzte sich wieder, las in einer alten, fledderigen Bibel, trank Rotwein aus einer Flasche. Eine hellbraune Katze schlich um einen alten Stall, der Wind trug Teile von Schilfhalmen über die endlos wirkende Landschaft.
"Hier ist Salome angelandet. Die Salome, die aus Galiläa kam und eine der wenigen Frauen war, die bei der Kreuzigung von unserem Erlöser Jesu dabei war. Sie war der wahre Jünger von Jesu Christi. Dies ist heiliges Land, von Gott ausgewählt und die Touristen zertrampeln es mit den zügellosen Pferden."
"Der Typ ist doch schon durch den Rotwein kaputt!", zischte Sapier einen der schwarz uniformier-ten Flics an.
"Wir sollten nicht unbedingt den Geisteszustand von einem Clochard überprüfen, sondern uns eher damit beschäftigen, woher die verschmorte Hand kommt ….", brüllte Sapier plötzlich los.
Der Uniformierte nickte und sagte: "Wir haben ein Stück weiter, einige Briefe in Englisch gefunden. Das könnte sein, dass diese Briefe zu dem Rucksack passen, den der Fremdenführer auf dem Gelände der ehemaligen Pferdefarm fand."
Der Beamte reichte Sapier den Stapel mit feuchten Umschlägen.
Sapier setzte sich auf einen spitzen Stein, las die mit ungelenker Schrift verfassten Briefe aus Port Stanley, die auf den Falklands etwa zwei Wochen zuvor gestempelt worden waren.
"Gerade erfahren wir, dass Fischer gestern eine Jacke mit Ausweisen im Netz hatten, von einer Farbigen aus Marseilles. Sie ist seit zwei Tagen als vermisst gemeldet, die Kollegen in Marseilles gehen noch davon aus, dass die Strömung die Frau bis an die Strände der Camargue gespült hat. Sie war Köchin in einem Restaurant in Cassis", trat Tambour, der im Einsatzfahrzeug ein Baguette gegessen hatte, auf Sapier wieder zu. Der nickte nur, strich sich den perlenden Schweiß von der Stirn.







"Ich habe gestern Abend mit Martha zu viele Fische und zu viel Rotwein getrunken", grinste Sapier müde.
"Je m'voyais déjà", sang Tambour fast wie Aznavour, machte die Trompete nach.
"Der schreibt hier Dinge, die den DST interessieren könnten, wenn die Jungs das noch nicht wissen. Der John Young, das ist doch sicher ein Pseudonym, schreibt hier an seine Freundin, dass er be-fürchtet, dass irgendwelche argentinischen Soldaten an den Küsten Südgeorgiens gelandet sind. Das wüsste er von einem Kameraden. Scheinbar sind mehrere Schiffe aus England unterwegs in den Südatlantik, weil die noch auf den Inseln befindlichen Zivilisten evakuiert werden sollen. Da braut sich etwas zusammen. Kreuzer und andere Schiffe fahren Patrouille vor Port Stanley. Das ist keine zwei Wochen her, dass er das geschrieben hat…..Wir müssen auch die Briten einschalten, das soll Paris machen. Ich mag die Inselaffen nicht."
Robert Sapier legte die Briefe in eine graue Plastikbox.
"Wo wohnen denn diese Afrikaner?", fragte er Tambour verhalten.
"An der Straße nach Arles, zehn Minuten von hier….das sind ganz harmlose Leute, die vielleicht mal eine Dose Bohnen, auch mal ein Brot oder eben vielleicht auch mal eine Tomate oder eine Zwiebel mitgehen lassen. Aber die Schlachten bestimmt keine Kinder oder Leute, die jetzt Urlaub machen. Das ist Nonsens, das sind böse Gerüchte, auf die ich nichts gebe."
"Ich auch nicht Tambour, aber trotzdem muss ich mich dort umsehen. Das sind alles Geschichten, die aus Vorurteilen bestehen, die Nationalisten in die Welt setzen, das ist vollkommener Blödsinn vollkommen krank."
"Über uns Algerier behaupten sie, wir würden Franzosen von hinten erstechen, jeden Tag drei oder vier Franzosen, wenn das so weitergeht ist Frankreich bald leer!", blinzelte er in die Sonne, strich sich über seine schwarzen Haare. Am Horizont zogen dunkle, quellende Gewitterwolken auf.
"Aber du kennst die einschlägigen Dienstvorschriften, wir müssen jedem noch so unsinnigen Hinweis nachgehen. Sonst meckert Paris.."
Sapiers korsischer Akzent klang wieder durch, er suchte nach einem kleinen Flacon Parfüm in seiner Jackentasche.

Momo Tambour zog an der langen Klingelschnur neben der Tür.
Die Fassade der geräumigen Villa war drei Etagen hoch, bis zur Regerinne am Dach mit Efeu über-wachsen.
Sapier bemerkte, als er das Fahrzeug im Schatten unter einer Palme geparkt hatte, näher kam:
"Ist ja ein schönes Fleckchen Erde, das kann ich mir nicht leisten, aber unsere Freunde wohl- ich frage mich, was die oder vielmehr wie die das machen?"
Der feine Geruch von provenzialischen Kräutern lag in der Luft.
"Wahrscheinlich gehen die alle hart arbeiten, illegal und legal, in großen Familienverbänden, wie wir auch, aber irgendwie komisch ist das hier schon."
In dem Carport gegenüber des Hauses parkte ein blauer BMW älteren Baujahrs, ohne Kennzeichen. Eine verwitterte, vermooste Steinfigur von Bonaparte ragte aus dem ungemähten Rasen.

Der Leutnant zog erneut an der Klingel.
Im ersten Geschoss beobachtete Tambour dabei ein Fenster, das im Zug des warmen Mistrals schlug. Die vergilbte Gardine flatterte im Wind.
"Es ist Sonntag, lass es uns morgen nochmals versuchen, ich bin nachher noch mit Josy verabredet, sie will den zweiten Teil von La Boum nochmals sehen. Der läuft gerade im Kino."
"Etwa die brünette Josy???", fragte Momo Tambour.
"Mit etwas Anstrengung ziehe ich mich an der Außenwand bis zum Fenstersims hoch!", erklärte Tambour leise, verlangte von seinem Kollegen eine Räuberleiter zu machen.
Nach einem Augenblick des Zögerns gab Sapier nach.
Der Mann robbte an der mit cremefarbenem Stein gemauerten Wand etwa vier Meter hoch. Hielt sich an dem schweren, mit schwarzem Plastik ummantelten Spanndraht des Blitzableiters fest.
"Ich bin gleich oben, ich mache dir sofort die Tür auf."
Sapier nickte, steckte sich eine Zigarette an, beobachtete dabei seinen Kollegen, der an einem verwitterten Klappladen kurz Halt machte.
"Ja, ja….Fall da nicht runter, ich muss dann Formulare ausfüllen, das mag ich nicht!"
Tambour zog sich in das Fenster hinein und verschwand kopfüber, nach einigen Minuten ging Sapier unruhig geworden, auf die rückwärtige Terrasse des Hauses, stolperte fast über einen Stein. Eine Katze miaute in dem tiefen sich anschließenden Piniengehölz. Schlich dann weiter, jagte eine Maus.
Käseweiß trat Tambour vor die Tür, seine Lippen waren blau. Im ersten Moment erschrak Sapier, dann lehnte er sich mit einem Grinsen an die Mauer, schloss die Augen und genoss die Sonnenstrahlen.

 

 

 

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