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Zwei Tage in Hanoi

 

Dieser Artikel erschien zunächst in englischer Sprache auf der Seite des Backpackingcouples

Hanoi

Hanoi ist die Hauptstadt und zweitgrößte Stadt Vietnams. Wenn du in anderen asiatischen Städten warst, weißt du, was dich erwartet. Wenn nicht, sei vorbereitet, es wird laut und hektisch sein.

Während du durch die Straßen gehst und die Roller hupen, gibt es mehr als 5 Millionen, die dich überall hin begleiten werden.

Hanoi hat auch einen besonderen Charme und wenn du die Hauptstraßen verlässt, wirst du von ruhigeren Gassen angezogen und diese Gassen laden dich zu einem köstlichen Essen, einem vietnamesischen Kaffee oder einem Bier ein.

Die meisten Reisenden bleiben eine Nacht nach der Ankunft, vor der Abreise oder für einen kurzen Zwischenstopp. Wir würden empfehlen, etwas länger zu bleiben, diese Stadt hat sicher etwas, das einen dazu bringt, länger zu bleiben. Jedenfalls kannst du in zwei Tagen viel sehen. Wir sagen dir wie.

So erreichst du Hanoi Altstadt vom Flughafen aus

 


Vom Flughafen aus ist es wirklich einfach, in die Altstadt zu gelangen. Die billigste und eine gute Option ist die Fahrt mit dem Bus. Wenn du den Flughafen verlässt, findest du die Haltestelle für den Bus Nr. 89 direkt gegenüber der Straße ein wenig links. Es kostet 35.000 Đồng (etwa1,36 Euro) und bringt dich in ca. 40-50 Minuten zum Zentrum. Steig einfach in den Bus und mach es dir bequem. Der Busassistent geht herum, verkauft dir das Ticket und fragt dich nach der Adresse deiner Unterkunft. Sobald der Bus das Gebiet der Altstadt erreicht, wird er dir sagen, wo du aussteigen musst, um deiner Unterkunft am nächsten zu sein.

Die andere Möglichkeit ist, ein Taxi zu nehmen. Wir empfehlen dir, die Grab-App herunterzuladen, die  dir den Preis anzeigt, den du im Voraus bezahlen müssen, so dass du danach keine Diskussion führen musst.

Anreisetag

 


Abhängig von der Ankunftszeit in Hanoi und deinem Energieniveau kasst du sofort mit unserem Zeitplan beginnen. Als wir nach Vietnam fuhren, kamen wir mit dem Flugzeug in Hanoi an, nahmen den Bus in die Altstadt, kamen zu unserer schönen Gastfamilie und erfrischten uns zuerst. Wenn du dich dafür interessierst, wo wir wohnten, war es die BC Family Homestay 2, die eine wirklich tolle Lage hat. Am Tag der Ankunft nehmen wir es immer langsam und entspannt. Um Jetlag zu vermeiden, gehen wir raus und laufen so lange wie möglich bei Tageslicht herum. Wir genossen das lokale Essen und gingen früh ins Bett, um frisch in unseren ersten vollen Tag zu starten.

Tag Eins


Steh früh auf und genieße ein Frühstück in deiner Unterkunft oder irgendwo außerhalb. Es gibt viele Möglichkeiten zur Auswahl. Ein typisches Frühstück ist Pho Bo, eine Rindfleischsuppe mit Ricenoodels. Wenn du morgens keine Suppe magst, ist vielleicht ein Bánh mì (Sandwich) die richtige Wahl für dich.

Ho Chi Minh Mausoleum


Zu Fuß oder mit dem Taxi zum Ho Chi Minh Mausoleum. Wie bereits erwähnt, haben wir die Grab-App heruntergeladen, die wirklich praktisch ist, da du den Preis im Voraus kennst. Außerdem kannst du zwischen einem Roller und einem Auto wählen. Wir haben die App in Hanoi nicht benutzt, da wir überall hingingen, aber wir haben sie ein paar Mal an anderen Orten benutzt.

Das Ho Chi Minh Mausoleum ist von Dezember bis August jeden Dienstag bis Donnerstag und Samstag und Sonntag von 8-11 Uhr geöffnet. Achte darauf, vor 10:15 Uhr im Mausoleum zu sein, da der letzte Eintrag zu diesem Zeitpunkt erfolgt. Leider hatten wir ein schlechtes Timing, als wir dort ankamen, es wurde noch früher für ein politisches Ereignis geschlossen. Auch konnten wir nicht herumlaufen, um es von außen zu sehen, da die vorbeiführende Straße ebenfalls geschlossen war. So haben wir etwas für unseren nächsten Besuch. Es ist auf jeden Fall sehenswert. Viele Leute haben uns das gesagt - also stelle sicher, dass du es nicht verpasst.

 


Ho Chi Minh Mausoleum, Foto: Tom, 2019

 

Westsee


Nach dem Besuch des Mausoleum-Komplexes kannst du zum Westsee hinaufgehen. Es ist ein wirklich großer See und ein großartiger Ort, um der geschäftigen Stadt zu entkommen. Hier findest du mehrere Cafés oder Restaurants und kannst einen erfrischenden Spaziergang oder Bikeride genießen.

Von der Ostseite des Sees ist es nicht weit zum Bun Cha 34,(Bún Chả Tuyết, 34 Hang Than Ba DinhHanoi 10000wo man ein sehr typisches Gericht probieren kann. Es wird gesagt, dass es das beste Bun Cha in Vietnam ist - es ist wirklich köstlich!


Tempel der Literatur


Biege in Richtung Süden zum Tempel der Literatur ab. Dieser Tempel war eigentlich die erste nationale Universität Vietnams. In dieser Schule, die 1070 erbaut wurde, erhielten die Schüler Unterricht in Chinesisch, chinesischer Philosophie und chinesischer Geschichte. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, durch diese alten Gebäude zu wandern.

Tempel der Literatur, Foto: Tom, 2019

Der Nachtmarkt


Wir empfehlen dir auf jeden Fall, über ein Wochenende nach Hanoi zu fahren, um den Alptraummarkt zu besuchen. Jeden Freitag, Samstag und Sonntag bringen alle Geschäfte in der Hang Dao Straße (Hàng Đào, Hoàn Kiếm, Hà Nội) gegen 19 Uhr ihre Stände heraus und zeigen bis Mitternacht alles, was man sich vorstellen kann. Und noch mehr! Was auch immer du brauchst, du wirst es bekommen. Wenn du nichts brauchst, schlendere einfach durch und genieße die Atmosphäre!


Tag zwei


Stehe früh auf und genieße einen Spaziergang um den Hoan Kiem See(Hồ Hoàn Kiếm) während die Stadt aufwacht. Die Einheimischen genießen die ruhige Zeit des Tages mit Laufen um den See, Tai Chi, Tanzen, Badmintonspielen oder anderen Aktivitäten.

Ngoc Son Tempel


Besuche den Ngoc Son Tempel, der auf einer kleinen Insel im nördlichen Teil des Sees gebaut wurde. Es ist von 7 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 30.000 Đồng für Erwachsene und 15.000 Đồng für Studenten. Kinder unter 15 Jahren können kostenlos eintreten. Es ist nicht der größte und beeindruckendste Tempel,  aber er ist definitiv sehenswert. Die Location selbst ist schon sehr speziell!

 

Ngoc Son Tempel, Foto:Tom,2019
Ngoc Son Tempel. Foto: Tom, 2019

Ngoc Son Tempel. Foto: Tom, 2019

Ngoc Son Tempel. Foto: Tom, 2019

 

Genieße das Frühstück in der Altstadt, wenn  du noch keinen Bissen gegessen hast, bevor du deine Unterkunft verlassen hast.


Altstadtspaziergang


Machen dich  auf den Weg durch die Altstadt. Nimm dir definitiv Zeit. Es gibt auf dem Weg viel zu sehen.

Wir begannen unseren Weg vom See aus, nachdem wir den Ngoc Son Tempel besucht hatten. Wir nahmen die P Hang Be Straße Richtung Norden, bogen links in die Hang Bac Straße und bogen wieder rechts in die Ta Hien Straße ein. Diese Straße ist bekannt für ihr Nachtleben. Am Ende der Straße bogen wir links ab und nahmen die erste Straße nach rechts. Dort befindet sich der so genannte Bach-Ma-Tempel. Biegen Sie die erste Straße rechts ab, bis du vor dem gut erhaltenen Alten Osttor stehst. Nimm die Straße nach links und genieße den Straßenmarkt. Hier werden Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch verkauft, aber du kannst auch lebende Frösche, Enten, Hühner oder Kaninchen finden.

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Brücke von Long Bien, Foto:Tom, 2019

Wenn du diese Straße verlässt, stehst du vor dem Dong Xuan Markt. Es ist ein großer, nicht touristischer Markt, in dem man hauptsächlich Haushaltsgegenstände findet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Wenn du die Brücke von Long Bien besuchen willst, solltest du deinen Weg etwas weiter in Richtung Nordwesten fortsetzen. Es ist sicher beeindruckend zu sehen.

Nachdem wir auf dem Markt herumgelaufen waren, landeten wir in einer kleinen Gasse voller Essensstände und setzten unseren Weg nach Westen fort. Wir haben dort ein wirklich gutes Mittagessen genossen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was wir bekommen haben und wie man es isst, aber wir haben Hilfe von den Einheimischen bekommen und hatten viel Spaß beim Versuch, Frühlingsrollen selbst zu rollen und verschiedene Geschmacksrichtungen zu probieren.

 

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Markt, Stephan Valentin, Hanoi, 2019

Fahre weiter durch die Hang Ma Straße (phố Hàng Mã) bis zur berühmten Zugstraße. Es ist erstaunlich zu sehen, wie das Leben so nah an den Gleisen des Zuges abläuft. Entlang der Strecke gibt es viele einladende Cafés. Wir verbrachten eine lange Zeit damit, auf und ab zu gehen, Fotos zu machen und vietnamesischen Kaffee und Bier zu genießen, während wir mit anderen Reisenden plauderten. Es ist so ein großartiger Ort für eine kleine Auszeit in der geschäftigen Stadt.

Um zu sehen, wie der Zug vorbeifährt, solltest du am Wochenende um 15:30 Uhr dort sein. Samstag und Sonntag fährt es auch um 8:30 Uhr und 9:30 Uhr durch. Unter der Woche kommt der Zug um 6:30 Uhr und 19 Uhr.


Fahr weiter durch den Rest der Altstadt, die Straße Thuoc Bac hinunter. Schlendere durch die Straßen und verirre dich nicht zwischen allen Geschäften. Auf der Westseite des Sees beendest du deinen Spaziergang an der St. Joseph Katherdrale. Wirf einen  Blick auf die Kathedrale und genieße dein Abendessen in einem der nahegelegenen Restaurants. Wir genossen wirklich ein authentisches Essen bei Noodle & Roll.

 

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Französische Kathedrale in Hanoi, Foto: Tom, 2019

Entlang der Schienen, Foto:Tom, 2019
 

Französisches Viertel


Den Rest des Tages kannst du im französischen Viertel herumlaufen. Wirf  einen Blick auf die Oper, die ein großartiges Beispiel für koloniale Architektur ist.

Massage


Nach einem ganztägigen Spaziergang und vor der Weiterreise kannst du dich nun mit einer guten Massage verwöhnen lassen?

Die Liste der Aktivitäten in Hanoi ist wahrscheinlich endlos, aber wir sind sicher, dass dies ein guter Anfang ist. Achte auf dich selbst, besonders wenn du Straßen überquerst. Denke daran, einfach in einem guten Tempo weiterzugehen und die sich nähernden Roller zu beobachten? Wir hoffen, dass du diese Stadt genauso genießen werden wie wir!

 

 

 

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Eine Reise durch die kulinarischen Genüsse Thailands

 

Auf dem kulinarischen Pfad nach Laos 

 

Es sind die kleinen Freunden, die eine Reise wertvoll machen. Das zu entdecken, was andere niemals zu Gesicht bekommen. Über diese Freuden kann man später zuhause erzählen. In Asien gibt es viele Plätze, an denen man Dinge entdecken kann, die dem gewöhnlichen Europäer verschlossen bleiben. Hier die Sinnesfreuden dessen, was es auf den zahllosen kleinen Märkten und  in den Mini-Restaurants als Speisen gibt. Verwegen sind die Soßen und die Suppen, in scharfer doch süßer Würze. 

 

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Fischsuppe mit Kräutern und Peperoni, süsssauer, kasaan media, 2019

 

 

 

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 Oktopus in würziger Soße an frischen Kräutern, kasaan media, 2019

 

 

 

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Fritiertes Huhn in würziger Panade, kasaan media, 2019

 

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 Bratfisch süss-sauer mit verschiedenen Soße (Achtung:extrem scharf!), kasaan media, 2019

 

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 Riesengarnelen für 100 Bath, kasaan media, 2019

 

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 Gefüllte Klöße, kasaan media, 2019

 

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Spieße mit Fleisch und Fisch, kasaan media, 2019

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Flandria Bus- Horror Trip in Marokko (Teil 1)

Absoluter Horrortrip

Zwar ist der Horrortrip schon mehr als zwei Jahre her, jedoch, er zeigt zeigt auf, wie schnell eine Situation in den Maghreb Staaten, hier Marokko, völlig eskalieren und gar zu einem diplomatischen Zwischenfall führen kann.

An der Situation selbst hat sich nichts geändert.

Eine unserer Leserin, Julia*, schilderte uns die Tour aus dem September 2015.
Man will es überhaupt nicht glauben.
Die Firma Flandria tat die späteren Beschwerden der Reisegruppe mit Achselzucken als Lappalien ab.

Ticket nach Ceuta

Julia* buchte das Ticket über ein Hotel an der Costa del Sol in Spanien. Einen Tag die geheimnisvolle Kultur, die alten Bauwerke Marokkos entdecken, ein wundervolles arabisches Mittagessen, viel Musik und gute Laune wurden versprochen. Dafür zahlte Julia. Der Beleg für die Buchung wurde ihr später, nach dem Horrortrip in Marokko, rüde von den Guides abgenommen.

Am Morgen der Bustour wurde sie mit der Taxifirma in den Hafen, zu dem Terminal der Fährgesellschaft gebracht, und pünktlich von einem Reiseleiter der Flandria empfangen. Julia wurde wie alle reisenden Frauen von Anfang an extrem schlecht behandelt. Bei der Überfahrt nach Ceuta waren die Gäste allein. Sie bekamen praktischer Weise ein Schild, dass sie auf die Brust zu kleben hatten.
"Rechts oben auf die Brustwarze", wurde ihr frech von einem Marokkaner beschieden.
Julia war in Jeans und Pulli gekleidet. Das gefiel dem Araber augenscheinlich nicht. Es handelte sich in keiner Weise um eine in dem Prospekt beschriebene Fahrt und um eine Überfahrt mit einem Touristen-Guide.

 

In Ceuta, der spanischen Enklave in Nordafrika, wurden die Passagiere von dem Reiseleiter, der sich Mohammed nannte, vor dem Terminal der Fährgesellschaft entgegengenommen, noch sehr freundlich begrüßt.Er sagte gleich, dass er bestimmte Frauen lieben würde- Julia empfand das natürlich als supereklig, wie auch die anderen Frauen der Reisegruppe. Noch wurde müde darüber gelächelt.
Der Mann wirkte eher wie ein verkaterter Zuhälter, nicht wie ein Reiseführer. Und so manchem in der Reisegesellschaft schwante Unheil. Mohammed nahm sofort die gesamten Papiere von der Flandria, und niemand besaß einen Beweis mehr, dass er oder sie bezahlt hatten.

"Zudem wurden wir von Mohammed aufgefordert, unsere Pässe abzugeben, die er dann in einen gewöhnlichen Plastiksack steckte, den man in jedem Supermarkt in Spanien erwerben kann. Ich fragte, wann wir die Pässe zurückerhalten würden, da ich nicht in Marokko ohne Pass herumreisen wollte. Zunächst sagte er, nach der Grenzkontrolle. So fuhren wir auf den Grenzposten in Ceuta zu. Dort stellte sich heraus, dass die spanischen Behörden die Unterlagen überhaupt nicht interessierten, sondern nur die Marokkanischen, nach der Anmeldung in zweifacher Ausfertigung, wurden unsere Pässe an der Grenze einbehalten. Aus welchem Grunde dies geschah, konnte ich nicht nachvollziehen. Es kam fast zu Krawall im Bus. Plötzlich meinte Mohammed, dass es sonst nicht möglich wäre, die Reise überhaupt zu machen. Er zeigte uns ein Blatt Papier, dass für alle Reisenden gestempelt wäre. Somit versicherte er sich, dass wir alle zusammenblieben. Denn, wenn einer abends fehlte, konnten alle nicht über die Grenze, sagte er in süffisantem Ton. Das war Teil des Planes", erklärt die heute noch sehr wütende Reisende von einst.

Fake History

Marokko, so schilderte Mohammed, wäre das einzige Land auf der Welt, wo Christen und Moslems und andere Religionen zusammenlebten. Er erklärte Marokko zum Paradies auf Erden. Es löste Gelächter unter den Touristen aus, was der Marokkaner erzählte, weil es nichts mit der eigentlichen Situation in dem Land zu tun hatte. Neben der Straße suchten Kinder im Dreck nach etwas.

 

Ein bisschen Geografie mischte er in die zum Teil unverständlichen, in extrem schlechten Englisch erklärten „Fakten“. Er nuschelte, dass die Frauen mehr Rechte als überall anders auf der Welt genießen würden und versicherte mehrfach, dass die deutschen Truppen, die die ganze Welt angegriffen hätten, an Marokko gescheitert waren. Dass während des Krieges in Marokko zahllose Menschen Obdach gefunden hatten. Er spielte immer wieder auf die unsäglichen Verbrechen der Nazis an. Die Deutschen hätten sich seitdem nicht verändert, meinte er dann. Die internationale Reisegesellschaft war völlig entgeistert. Es kam zu lautstarken Protesten.
Julia verstand das Vorgetragene nicht als geschichtlichen Exkurs, für den sie viel Verständnis hatte, sondern eher als Beleidigung Deutschlands. Die Fakten, die der Reiseleiter Mohammed schilderte, waren zum Teil so falsch, dass er von Mitreisenden verbessert werden musste.

Von einer kulturellen Tour, die in dem Prospekt angeboten worden war, konnte nicht mehr die Rede sein. Als die Gruppe in Tétouan ankam, gesellten sich zahllose Helfer von Mohammed dazu, die die Reisenden wie "alte Esel" antrieben, als sie nicht jedem sofort einen Vorschuss zahlen wollten, der sich zu den Führern dazugesellte. Männer in braunen Kaftans, die sich als staatlich geprüfte Reiseleiter und Führer ausgaben. Dazu reichten sie ein Stück Papier, das bis zur Unkenntlichkeit gestempelt worden war, zudem noch in arabischer Sprache verfasst war und besagte, dass jeder Reisende 10 Euro für die Stunde zu zahlen hätte. Dieser Umstand wurde in zehn verschiedenen Sprachen auf einem Pappschild dazu gereicht.

 

Die Reisegruppe wurde durch die Altstadt von Tétouan gehetzt. Die Gruppe durfte lediglich anhalten, während des Rundgangs durch die Marktgassen der Stadt, um mit den Händlern, die die Helfer und die Mohammed kannten, wertlosen Plunder anzusehen, der als marokkanische Handarbeiten ausgegeben wurde, auf denen sich aber das Zeichen mit Made in China befand.

 

Danach wurden die Reisenden wieder unter Dschala, Dschala! (Schnell, schnell, schnell), angetrieben, zum nächsten Händler zu laufen. Dutzende versperrten den Weg, bedrängten die Teilnehmer des Kulturprogrammes, belästigten Julia und andere Touristen aus der Reisegruppe- Frauen wurde mehrfach gekniffen. Vorzugsweise in den Hintern oder in die Brust, sie wurden an Armen so festgehalten, dass sie sich nicht befreien konnten.
Hier etwas Made in China, da etwas oder die alten Telefone, für die die Touristen aus Australien, Canada, den USA und Argentinien, der EU sicher noch Verwendung hatten.

  

Die Helfer der Händler verlangten Geld, das alles geschah unter den Augen der nach Geld lechzenden Helfer Mohammeds. Ihnen juckten die Finger immer. Niemand hatte eine Gelegenheit zu fotografieren, sondern es wurde fotografiert. Einer der Helfer erklärte sofort, dass alle es sehr viel einfacher hätten, wenn sie eben den Händlern etwas abkaufen würden. Sonst müsste die Gruppe von 36 Leuten davon ausgehen, dass die Händler ihnen immer weiter hinterher laufen würden. Oder, jeder sollte jedem Händler einen Euro geben, dann würden sie die Gruppe in Frieden lassen. Ob die Frauen genug Geld dabei hätten, sonst wusste der Oberhelfer Mohammeds einen Geldautomaten, er wollte das Geld holen. Natürlich gegen fürstliche Bezahlung.

 

Organisierte Menschenjagd zwischen Plastikpuschen

"Ich sollte ihm die Karte und die PIN geben, ich könnte ihm vertrauen, versicherte er. Ich schüttelte nur noch den Kopf. Als er sagen wollte, dass Frauen in Marokko nicht alleine an den Geldautomaten durften, lachte ich nur noch.
In diesen Minuten steigerte sich die" kulturelle Veranstaltung" zu einer organisierten Menschenjagd", erinnert sich die Frau.

Irgendwann sprach Julia einer der Begleiter der Touristengruppe an und stellte sich als Leutnant der marokkanischen Polizei (Sondereinheit Tourismus) vor. Die Deutsche glaubte, ihren Ohren nicht zu trauen. Er sagte, dass er in Kenntnis sei, dass sie Sekretärin in Deutschland wäre, was ich denn so alles tippen würde, mit wem sie verheiratet wäre und wo ihr Mann wäre, warum sie in Wahrheit nicht verheiratet wäre. Er wollte alles wissen, Julia kam sich vor wie in einem Verhör. Sie sagte aus Angst, dass sie alleine gereist wäre. In Marokko würde das nicht vorkommen, da würden die Männer auf die Frauen aufpassen, entgegnete der Polizist.

Julia erklärte ihm, dass sie in einer Beziehung, wie einem Concubinage in Frankreich, mit ihrem Freund zusammen leben würde. Er wollte das ganz genau wissen. Lang und breit bespitzelte der Leutnant die Deutsche, in einer Form, wie sie es selten erlebt hatte. Julia kam sich schon vor, wie in einer bösen Diktatur, auch der Polizeibeamte sagte immer wieder, dass der Kauf zwar freiwillig wäre- aber man sich das sehr, sehr viel einfacher in Marokko machen würde, wenn man die Armut der Menschen sehen würde und jedem etwas abkaufen würde. Jedem, ausnahmslos. Schließlich kämen die Besucher aus den reichen Ländern und konnten mit ihrem Geld durchaus Produkte aus Marokko erwerben.

An der Garnstand getrieben das Garn hatte heilende Wirkung XV/mcvth 2018

An den Garnstand getrieben
das Garn hatte heilende Wirkung
XV/mcvth 2018

Von zahllosen Bettlern akkommodiert, mehrfach wurde ihr das Bein gestellt, ihr Schienbein war blau. Andere Frauen wollten zurück zum Bus. Mohammed duldete keinen Widerspruch. Der Polizist sah zu und auch die Helfer Mohammeds. immer rieben sie sich die Hände. In der Reisegruppe war nicht klar, warum ein Polizeibeamter mitgehen musste, wenn er die Reisenden vor den direkten Angriffen der versammelten Verkäuferschar nicht schützte.

[caption id="attachment_4025" align="alignnone" width="640"] Königspalast
kasaan media, 2018[/caption]

Es war zu diesem Zeitpunkt schon wie eine organisierte Menschenjagd, die sich in den Gassen abspielte. Für die die Gruppe auch noch gezahlt hatte. Ständig wurden die Frauen unsittlich angerempelt, geschubst, geschlagen und getreten, manchmal von hinten, dann wieder von der Seite. Der Polizeibeamte lief immer ein Stück weiter vorne und tat so, als hätte er nichts gesehen. Einige beschlossen, nach dem Mittagessen, sich von der Gruppe zu lösen, da sie nicht mehr zu einer weiteren Verkaufsveranstaltung fahren und dafür noch 59 € bezahlen wollten. Der Beamte verlangte viel Geld für Schutz auf den weiteren zwei Kilometern. Dazu sandte er den Helfer Mohammeds. Das würde jeder so machen, meinte der, sonst wäre der Polizist doch korrupt.

Schlechtes Karma

Zeit in den Gassen hatte die Gruppe nur, wenn der "Fotograf" die Reisenden fotografieren wollte, sonst gab es keine Möglichkeit irgendetwas anderes zu machen, als der Aufmerksamkeit der immer penetranter agierenden Händler zu entkommen. Auch dieser zeigte ein verschwitztes, abgegriffenes, bis zur Unkenntlichkeit verstempeltes Papier vor, dass er pro Foto 3 Euro verlangen durfte. Vor dem Bazar, in den Mohammed die Gruppe führte, wartete eine Bettlerin. Sie war extrem penetrant und sagte, dass die geizigen Europäer in Zukunft sehr viel Unglück haben würden, wenn sie nicht bezahlen würden. Sie wollte 5 Euro pro Person haben. Sie würde den Guide, also Mohammed, schon lange kennen.

 

Julia wollte ein Kleid kaufen, der Helfer von Mohammed verbat es, weil er meinte, dass die Gruppe nicht warten würde- Julia könne bei keinem Händler kaufen, der Mohammed nicht bekannt war. Soviel dazu. Sie wurde regelrecht gezwungen, das Kleid nicht zu kaufen. Wahrscheinlich bekamen die Helfer keine Provision von dem Schneider oder wollten eine höhere Provision.

Der Polizeibeamte wollte alle Details aus Julias Privatleben wissen- es kam zu einem regelrechten Verhör vor dem Bazar. Er ließ nicht mehr locker. Er suchte immer wieder den Kontakt zu Frauen, obwohl sie sich weiter absetzten. Mehrfach wurde Julia in der Gasse angesprochen, doch ein gefälschtes iPhone 6 kaufen. Das wollte Julia nicht. Einer der Händler trat so auf ihren linken Fuß, weil sie das iPhone nicht kaufte, dass sie kaum noch laufen konnte. Der Leutnant unternahm nichts, sah einfach weg. Dann lächelte er.

 

Als Julia Zigaretten kaufen wollte, wurde regelrecht dazu genötigt, (weil Frauen in Marokko nicht alleine Zigaretten kaufen dürften), den Kauf über einen der Helfer Mohammeds bewerkstelligen zu lassen.
Julia wollte sich die Zigaretten allein kaufen, weil sie das Geld nicht aus der Hand geben wollte. Sie wurde aber durch einen weiteren Griff in ihren Schritt abgelenkt. Angeblich sollte die Schachtel 2,50 € Euro kosten, sie gab dem Helfer 15 €, um ihr Zigaretten zu holen. Dieser besorgte auch die Zigaretten, vier Schachteln, wobei er fünf Euro behielt und später Mohammed seinen Teil daran gab. Julia sah es, wie Mohammed mit gierigen Fingern zugriff. Mehrfach wurde sie in diesem Moment an ihre Brust gefasst, regelrecht gekniffen und Julia wurde ungeniert aufgefordert, wenn sie von Händlern schon nichts kaufte, mit ihnen doch ein Schäferstündchen abzuhalten. Das wollte sie natürlich nicht.

 

Danach wurde Julia getreten, immer wieder von hinten. Anderen Frauen erging es auch so. Der Polizeibeamte schritt nicht ein, obwohl er es bemerkt hatte. Auch tat ihr ihr linkes Bein, auf das sie gefallen war, nachdem man ihr das Bein auf dem Weg zur Toilette gestellt hatte, sehr weh. Sie hatte schwarze Sterne vor den Augen. Sie nahm eine Schmerztablette, weil sie nicht mehr konnte.Der Urlaubstag verkam zum Alptraum. Eine der Frauen in der Reisegruppe kümmerte sich um Julia. Die Deutsche wollte nichts sagen, weil sie befürchtete, dass alle in der Reisegruppe Schwierigkeiten bekommen hätten. Außerdem fürchtete Julia um ihren Pass.

In dem ersten Bazar wurde ihr dann von den ganzen Tritten und Schlägen so schlecht, dass sie sich hinsetzen musste.Anderen Frauen erging es nicht besser. Sie hatte Angst, dass sie kollabieren würde und wollte sicherlich nicht in Marokko in ein Krankenhaus kommen. Mohammed kam ständig und winkte von der Balustrade herab und warf ihr „Küsschen“ zu, dass andere Frauen in der Reisegruppe schon angeekelt fragten, was er denn von ihr wollte. Er schrie durch das ganze Gebäude, dass er sie besonders lieben würde, weil sie blond wäre.

Sie wäre so schön, er wollte sie vom Fleck weg heiraten und als Zweitfrau nehmen, aber sie müsste einen schönen Teppich kaufen, bei seinem Freund.
Es wurde gegen Julia ohne menschlichen Respekt gehandelt und sie fühlte sich wie eine Nutte. So sollte sie sich auch fühlen. Die anderen mitreisenden Frauen litten zum Teil unter den ständigen Belästigungen der Marokkaner, einige wollten sofort zurück nach Ceuta.
Der Bazar Besitzer sagte, Mohammed würde würde die Ungläubigen schon richtig behandeln, wie eine Prostituierte. So würde man nur Nutten in Marokko behandeln. Die Männer verspotteten Julia und andere Frauen, verlangten Produkte zu kaufen. Julia schlich sich durch einen Seitenausgang an die frische Luft, dort trat sie ein weiterer Händler, der Portemonnaies anbot. Eine der Mitreisenden sprach von einer ungeheuerlichen Diskriminierung und von sexueller Belästigung gegen alle Frauen. Die meisten Frauen verstanden nicht, warum die Reisenden sich das gefallen ließen.

 

 

Der Besitzer des Bazars, in den die Gruppe von Mohammed geleitet worden war, verlangte von Julia, dass sie sich Teppiche ansah, er wollte diese auch vorführen, und er fragte die Deutsche, nachdem er mit dem marokkanischen Polizist gesprochen hatte, zu den familiären Verhältnissen aus.
Bis sie im ziemlich barsch und deutlich sagte, dass sie ihm keine Auskunft geben wollte. Niemand wollte Teppiche sehen, oder Silberschmuck. Was in dem Kaufhaus ausgestellt wurde war wertloser Plunder, mit dem Touristen geneppt werden sollten.

Alle Frauen wurden in dem Kaufhaus von zahllosen Händlern belästigt, während sie einen frisch gebrühten Pfefferminztee tranken. Die Verkaufsveranstaltung nahm überhaupt kein Ende, der Schmuck wurde aufgedrängt.
Der Besitzer verlangte gar von drei anderen Frauen das Portemonnaie zu zeigen, und wollte seinen Schwager verheiraten.

Die größte Frechheit allerdings, die Julia je in ihrem Leben erlebt hatte, kam noch. Der Besitzer des Kaufhauses sagte so wortwörtlich: Deutschland würde ja Tausende von Flüchtlingen aufnehmen, dann könnte mal eine von den reichen Deutschen seinen Schwager heiraten. Er glaubte nicht, dass sich alle Frauen in einer festen Beziehung befinden würden, sonst würden die Männer die Frauen begleiten. Er wollte, dass die ledigen Frauen ihn in eines der Hinterzimmer begleiteten, und seinen Schwager kennenlernten.
Weiter in Teil 2

 

*Name von der Redaktion geändert

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Unterwegs in Island - wie einst die alten Wikinger!

Unterwegs in Island - wie einst die alten Wikinger!

Als die Wikinger ab dem 9. Jahrhundert Island besiedelten, hatten sie nur ein einziges Fortbewegungsmittel an Land: ihre Pferde, die sie mitbrachten!  Nur dank der robusten Tiere war es möglich, die Insel zu erkunden und sich an allen günstigen Standorten niederzulassen. Sogar das raue Hochland ließ sich auf dem Rücken der Pferde durchqueren. Sogenannte Hochlandpisten etablierten sich: auf diesen Routen, zwischen den Gletschern gelegen, war es Isländern möglich aus allen Landesteilen möglich, innerhalb von 10 Tagen zur Parlamentsstätte zu reiten. Noch heute erfreuen sich diese Pisten im Sommer großer Beliebtheit, v.a. bei Allradfahrern in Superjeeps. Doch auch klassisch zu Pferde ist die Überquerung nach wie vor möglich und ein unglaubliches Erlebnis für alle, die das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde suchen.

Wir haben uns die sog. Kjölur-Piste ausgesucht, 6 Tage im Sattel, insgesamt 220 km mit Tagesetappen bis zu 47 km. Durchhaltevermögen ist gefragt, gilt es doch bei jedem Wind und Wetter das nächste Quartier zu erreichen. Mehrmals täglich wird Pferd gewechselt, entsprechend viele ‚Wechselpferde' müssen als freilaufende Herde mitgeführt werden. Das allein schon ist ein Erlebnis und lässt „Wildpferde-Feeling“ aufkommen. Unglaublich ist, über welches Gelände die trittsicheren Tiere in rasantem Tempo tölten können. Das bringt selbst erfahrene Islandpferde-Reiter immer wieder zum Staunen! Der Tölt ist die besondere vierte Gangart der Islandpferde, die den Reiter sehr bequem auch lange Strecken im Sattel zurücklegen lässt. Eine Hälfte des Reitertrupps geht voraus und zeigt den Weg, dann folgt die freilaufende Herde nach. Nicht immer ganz einfach, diese unter Kontrolle zu halten, denn die Herde darf auf keinen Fall neben die Reiter kommen oder diese gar überholen. Ganz zum Schluss folgt mit etwas Abstand dann die 2. Hälfte der Reiter, die die Herde von hinten zusammenhalten und ggf. antreiben muss. Letzteres entfällt gewöhnlich am letzten Tag der Tour, wenn es nur mehr bergab und ins grüne Tal mit üppigen Wiesen geht. Dann bleibt kein Pferd freiwillig im Hochland zurück! Alles in allem lässt sich sagen: so ein Wanderritt ist ein Erlebnis der besonderen Art, das die Entstehung des Islandpferdes und seine wahren Fähigkeiten deutlich macht - und was die Menschen diesen zähen Geschöpfen alles zu verdanken haben. Aber eines muss schon gesagt werden: so ganz ohne Reiterfahrung und entsprechendes ‚Sitzfleisch‘ wäre der Ritt sicher keine reine Freude - die Wikinger hatten wohl beides!

Foto 1:  Welche Pferde dürfen mit auf den langen Ritt?

 

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 Mückennetze sind genauso wichtig, wie gute Regenausrüstung dabei zu haben!

 

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Entlang einer Schlucht, die schon einen Wasserfall erahnen lässt...

 

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Letzte kurze Rast im „Grünen“

 

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Das Umland wird schon karger

Ausreißer oder Nachzügler gibt es immer wieder

Ausreißer oder Nachzügler gibt es immer wieder

Bei solchen Quellflüssen mit frischem Grün ist es besonders schwierig, die Herde weiterzutreiben!

bei solchen Quellflüssen mit frischem Grün ist es besonders schwierig, die Herde weiterzutreiben!

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 gibt es geeignete Weideflächen, dürfen alle fressen - die Reiter umzingeln dabei die Herde

 

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Barcelona - eine Momentaufnahme einer Stunde

Nach den mörderischen Anschlägen in Barcelona wurde es still, nur die Unabhängigkeit der Katalanen rüttelte die Welt einen Augenblick auf. Wer mit dem Zug aus dem Norden kommt, aus Nîmes oder Girona, muss sich nach der Stille in den Hochgeschwindigkeitszügen erst an die Lautstärke in den Straßen gewöhnen.

Heute, ein paar Monate nach den Ereignissen, pulsiert die Stadt wieder auf ihre Art.
Es sind unglaublich viele Bettler aus Osteuropa unterwegs. Das fällt sofort auf. Busse kommen am Bahnhof an, dort steigen immer mehr der zumeist osteuropäischen Bettelbanden aus. Es sind Überlandbusse aus Guadix oder aus Alicante, die die Personen in die Stadt bringen.

 

Die Bettler lassen nicht ab, Touristen scheinen regelrecht systematisch verfolgt zu werden. Es geht um Geld. Um was sonst? Wenn der eine weg ist, kommt der nächste Rumäne.

Barcelona an diesem Morgen.
Wie verschlafen wirkt die Stadt, die Straßen sind leer. Auf dem Weg nach Barcelona Sants, dem Hauptbahnhof, fährt das Taxi möglichst viele Umwege.
Gepäck kostet schon mal 10 Euro und wird willkürlich abkassiert.

 

Die Taxifahrer haben es nicht mit der Ehrlichkeit. Auf dem Hinweg zahlt man ungefähr das Doppelte als auf dem Rückweg, wir passieren das Stadion. Es ist in ein unwirkliches Licht gehüllt. Der Bahnhof ist ein riesiges Monument und wirkt wie eine gigantische Markthalle, die vom geschäftigen Treiben erfüllt ist. Schon auf dem Platz davor wird es unübersichtlich. Es herrscht ein unbeschreibliches Gedränge.

Umsonst ist hier nichts. Ein McDonald's, an dem man an Automaten sein Menü bestellen kann. Rühreier aus dem Automaten, schreit einer der Kellner. Lange Schlangen warten an den Fahrkartenschaltern und dem Ausgabepunkt der Hamburgerbräter, die nah beieinander liegen. Gerade wird der Zug nach Magala-María Zambrano aufgerufen.
Das Warten bei McDonalds lohnt sich. Wenige Minuten später kann man sich die Bulettenbrötchen an der Theke abholen. Die Guardia Civil kontrolliert schwer bewaffnet die Gänge des Molochs. Hier und da ein paar Andenkenshops, Bettler auch am Bahnhof, fast zu viele Sicherheitskräfte, und Händler, die zu wirklich überteuerten Preisen ihre Produkte anbieten.

 

Gegenüber vom Bahnhof treffe ich auf eine Amerikanerin. Bei einem Kaffee leistet sie mir Gesellschaft und erzählt über die Peinlichkeit des Verfalls der Stadt. Sie kennt sich aus. Sie kommt jedes Jahr nach Barcelona. Warum, bleibt offen.
Sie ist tief gläubig, versichert sie.
Als sie gegangen ist, spricht mich einer der fliegenden Händler an und bietet mir Goldkettchen zuhauf auf dem Tisch an. Das Gold ist sicherlich kein 999er, wie er die schäbige Produktion ausweist. Nach Minuten des Diskutierens zieht er unter Verwünschungen ab.
In dem Supermarkt gegenüber der Bank ist schon an diesem Morgen an dem Stand des Fleischers einiges los.
Serrano Schinken und frische Steaks. In dem Café gegenüber sitzen die ersten Besucher, nippen an den Heiß-Getränken, essen mit Schokolade gefüllte Croissants.
Barcelona hat das Flair einer großen Stadt, deren Wunden allerdings sind allgegenwärtig zu spüren.

 

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