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„IHR – WIR – ZUSAMMEN!“ Eine Bilanz- eine Woche nach der Katastrophe

„IHR – WIR – ZUSAMMEN!“, steht auf dem Bundeswehrlaster… Es war das Bild des Tages vom Dienstag und wurde überall und von allen im Einsatzgebiet geteilt.

 co via rs/kasaanmedia, 2021


Doch die medialen Bilder werden schon weniger. Das Hochwasser wird langsam zu einem Ereignis, das seinen Stellenwert in der medialen Landschaft einzubüßen beginnt. Normal wird… Also höchste Zeit einmal zu hinterfragen und nachzufassen, WAS ALLES bisher, in dieser kurzen aber arbeitsreichen einen Woche, so alles geleistet wurde.

Das Dreck-braune Wasser floss langsam ab, die Schäden wurden sichtbar und die Hilfe lief richtig an. Erst schleppend und sich orientierend. Zum Teil auch unkoordiniert und sich langsam vortastend. Mit zu wenig Kräften hier und zu vielen dort. Aber nun, nach einer Woche läuft es zunehmend rund. Verantwortlichkeiten, Führung und prozessuale Organisation sind zunehmend verzahnt und effektiv. Man wurde zum Team. Zum WIR!

co via rs/kasaanmedia, 2021

Dennoch sind die Herausforderungen gewaltig. Sie waren es und sind es immer noch. Auch wenn viel getan wurde.

Man stelle sich vor, dass alles, was die Menschen im Ahrtal brauchen, gleichermaßen mehrfach händisch umgeladen werden muss, um dann zum Teil auf Trampelpfaden oder per Hubschrauber die Menschen zu erreichen. Bis hoch in die Seitentäler, wo einzelne Häuser allein im Wald stehen. 


Über weggeschwemmte und zugeschüttete Straßen, deren Brücken fehlen. Wo selbst Trink- und Abwasserrohre über Kilometer zerstört oder verstopft wurden. Die Gasleitung auf Monate kaputt sein wird. Der Strom komplett ausgefallen ist.

co via rs/kasaanmedia, 2021

Wo nichts mehr ging und jede Pfütze unter sich einen tiefen mit Schlamm gefüllten Trichter verstecken konnte. Jeder Schritt zur Gefahr werden konnte. Wo mit einbrechender Dunkelheit kein elektrisches Licht mehr funktionierte. Wo wirklich alles, was man zum Leben brauchte, weggeschwemmt worden ist.

Was wurde also geleistet?

Die Anfragen liefen zum Teil ins Leere. Nicht jeder hat statistisch erfasst, was getan wurde. Manche sind auch gar nicht zu erreichen. So wird auch dieser Versuch hier kaum umfänglich genau sein können. 

Ahrtal – Unsere Bundeswehr (sie berichtet selbst HIER) darf nicht alles herausgeben, dennoch ein kurzer Überblick:


Die Bw ist mit 1250 Leuten vor Ort. Sechs Pionierpanzer DACHS und 8 Bergepanzer räumen die Zufahrtsstraßen ins Tal, beseitigen fast rund um die Uhr Autowracks und Geröll von den Straßen, die sich zum Teil haushoch aufgetürmt haben.

Sieben Hubschrauber haben bis dato fast 200 Einsätze geflogen und all die erreicht, die sonst nicht zu erreichen waren. Soldaten selbst haben Trinkwasser eingeflogen!

Über 300 Patienten und Flutopfer wurden abtransportiert. Diese mussten zum Teil mehrfach umgeladen werden, um überhaupt geborgen werden zu können. Manchmal hieß es Patienten über lange Strecken zu tragen, weil nichts anderes mehr ging.

Das Kommando SES betreibt in Ahrweiler nun ein Luftlanderettungszentrum als zentrale Anlaufstelle und zur Erstversorgung.

co via rs/kasaanmedia, 2021

Um überhaupt ein genaues Lagebild zu bekommen hat ein Tornado-Aufklärer sowie ein A319-Beobachtungsflugzeug (zur Luftüberwachung gem. KSZE-Vertrag) das Katastrophengebiet hochauflösend fotografiert.

Insgesamt wurden nun sieben (7!) Brücken gebaut, da fast alle tragfähigen Brücken von den wasser- und Geröllmassen zerstört oder beschädigt worden waren. Erst mit ihnen wurde die Hilfe wirklich effektiv. Es gibt fast wieder so etwas wie eine durchgehende Straße im Ahrtal.

Erst gestern konnte die Bundeswehr Menschen erreichen, die sich schon als vergessen angesehen hatten. Sie irrten sich. Es war nur nicht früher möglich sie zu erreichen. Keiner wird vergessen.

Eine weitere unangenehme Aufgabe wurde auch bewältigt und findet noch statt. Die Suche und die Bergung von Leichen. Und von Tierkadavern. 70 Soldaten unterstützen hier andere Kräfte von DRK und THW bei der Flächensuche. Viele Opfer wurden weggeschwemmt. Hängen zum Teil in Bäumen oder wurden in Rohre gedrückt. Und nach einer Woche sommerlichen Temperaturen wird das zunehmend belastend. Psychologen begleiten die Leute. 

Was sich bewährt hat, ist der fast 40 Jahre alte und auch schwimmfähige Transportpanzer FUCHS, der fast überall durchkommt. Menschen bergen und abtransportieren oder Versorgungsgüter anliefern kann. Notfalls kann er auch als Zugmaschine verwendet werden, die in sich verkeilte Trümmerberge auch im Wasser auseinanderziehen kann.
Auch der alte UNIMOG hat sich wieder einmal als universell einsetzbar bewährt. So, wie es der Erfinder einst, 1947, wollte.

Dass auch andere außer der Bundeswehr beteiligt waren, steht außer Frage, und wir hätten hier auch gern Zahlen und Fakten gebracht. Nur wollte das Innenministerium von RLP hinsichtlich der Polizei nicht auf unsere recht simple Presseanfrage antworten.
Die Landesverbände von THW und DRK waren gar nicht erst zu erreichen.

Letztlich zeigt so etwas, dass je höher die Führungsebene ist, desto mieser läuft es. 
Wir möchten uns gar nicht vorstellen, welche wirklich wichtigen Anfragen im Ministerium oder bei den Landesverbänden auch so durchrutschen.

Wir haben die Anfragen mit der Option verbunden, bei uns dann auch ein wenig Personalmarketing für das Recruiting zu betreiben. Immerhin sind solche Gelegenheiten immer recht gut, wenn es um Personalgewinnung geht.

Beschränken wir uns also auf die Bundeswehr.

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