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Als Sankt Petersburg Leningrad hieß - 1970 (1)

Heute ist die Sowjetunion vergessen, ein schreckliches Konstrukt aus der Geschichte. Aus dieser Zeit stammen die Aufnahmen, die sicherlich eine Rarität bedeuten und sonst nur noch in Form von Postkarten gewöhnlich erhalten sind. Diese Aufnahmen sind nachbearbeitet und waren als Dias auf Orwo-Negativen erhalten.



Es gab In diesen Tagen den angeblich so glücklichen Sowjet-Menschen, der über die Prachtboulevards der Hauptstadt der Revolution von 1917 flanierte. Niemand war in dem Experiment Kommunismus wirklich glücklich, doch für Kultur wurde reichlich gesorgt.
Leningrad war eine geschichtsträchtige Stadt. Zu jeder Epoche. Leningrad war jederzeit, ob zur Zeit des Zaren oder der Kommunisten, ein Platz der Kultur und der Völkerverständigung.

Bibliothek Saltykov-Shchedrin Leningrad, 1970, kasaan media, 2020

 

Bibliothek Saltykov-Shchedrin Leningrad, 1970, kasaan media, 2020



Tavritchesky-Palace.-Leningrad-1970, kasaan media, 2019

Tavritchesky-Palace-Leningrad-1970, kasaan media, 2019

Und eine Stadt mit zahllosen Problemen. Die Umweltverschmutzung nahm außergewöhnliche Ausmaße an. Es regte sich immer mehr Widerstand gegen die allmächtige KPdSU.



Finnland Bahnhof Leningrad ,1970, kasaan media, 2020 Finnland Bahnhof Leningrad ,1970, kasaan media, 2020

Viel Kulturgut war während der Belagerung der deutschen Wehrmacht im Jahre 1941 zerstört worden. Nun, 30 Jahre nach dem Krieg, als diese Bilder entstanden, saß der Schock über das, was in der mehr als 1000 Tage währenden Blockade mit Leningrad geschehen war, noch tief. Die Generation derer, die die Hungertage miterlebt hatte, hielt die Erinnerung an den großen vaterländischen Krieg durchaus wach.

Schlachtkreuzer Aurora, Leningrad 1970, kasaan media, 2020 Schlachtkreuzer Aurora, Leningrad 1970, kasaan media, 2020



Der allbestimmende Personenkult um Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, nahm groteske Züge an. Wie ein Fetisch wurden die Wirkungsstätten, die zur russischen Revolution geführt hatten, vorgeführt. Wie in jeder Diktatur nährten sich die Heldentaten der russischen Revolution aus Gerüchten und Legenden, die zweifellos in einen weiteren totalitären Staat, die Sowjetunion, geführt hatten. Lenin war sicherlich nicht derjenige Heilsbringer, der die Menschen in Sankt Petersburg, wie es zur Zeit des Zaren geheißen hatte, von der Knechtschaft befreite. Im Gegenteil.

Arbeitszimmer-Lenins, kasaan media, 2020 Arbeitszimmer-Lenins, kasaan media, 2020



Der gewöhnliche Sowjetmensch lebte in Angst und in langen Schlangen, die den Versorgungsengpässen in dem Land geschuldet waren. Der damalig regierende Leonid Iljitsch Breschnew, der mit einer Form des Betonkopf-Kommunismus regierte, konnte niemals die Lebensmittel-Engpässe unter Kontrolle bekommen. Nur das Politbüro und die Funktionäre lebten in Saus und Braus.

Anitschkow-Brücke ,1970, kasaan media, 2020 Anitschkow-Brücke,1970, kasaan media, 2020

 
 
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