Glauben und Kirche

Der Papst und Homosexualität – Kirche auf dem Prüfstand

Kaum ist die erste Konferenz zum Thema sexueller Missbrauch in Rom beendet, wird der australische Kardinal und Präfekt für das Finanzwesen des Vatikan, Kardinal George Pell, wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Der 77-Jährige wurde schuldig gesprochen, in den 1990er Jahren zwei Chorknaben in der Saint Patrick’s Kathedrale in Melbourne missbraucht oder sexuell angegriffen zu haben. Die Opfer waren damals zwölf und dreizehn Jahre alt. Ihm drohen, nach Auskunft des Gerichtes, bis zu 50 Jahre Haft. Ein Richter des Magistrats lehnte eine Freilassung des 77 jährigen, beurlaubten Geistlichen ab. Eine Kautionsverhandlung wurde durch die zuständige Kammer verweigert.

Die Nummer Drei in der Kirchenhierarchie ist damit der weltweit ranghöchste Vertreter seiner Zunft von überführten und verurteilten Kinderschändern.

Das muss man erst mal sacken lassen, zumal die Kirche selbst von der Verurteilung in erster Instanz wusste, als sie sich zum Stelldichein in Rom trafen. Die Worte wirken geheuchelt.

Doch warum ist das gerade für die katholische Kirche ein solches Problem? Kann es geschichtliche Gründe haben? Neben dem Aspekt des Zölibats an sich, das man unter physiologischen und psychologischen Gesichtspunkten als unnatürlich und nicht vom eigentlichen Menschsein dazugehörig betrachten kann.

Kann es sein, dass die Kirche seit jeher homophile Menschen dadurch als Institution angezogen hat, weil diese Institution quasi sakrosankt war?
Unangreifbar für bürgerliche Moral oder überhaupt weltliche Justiz? Dass die Kirche zu einem Sammelbecken von Homosexuellen wurde, die dann untereinander und mit Schutzbefohlenen ihrer im weltlichen Rechtssystem bis in späte letzte Jahrhundert hinein verbotenen Lust frönten?

In Deutschland wurde der Paragraf 175 erst in den 70er gekippt, erst in den 1990er Jahren wurde er abgeschafft.
In anderen Ländern ist Homosexualität noch immer verboten. In manchen Ländern steht darauf die Todesstrafe.Welch eine Schande für die Länder.
Eigentlich ist die Bibel hier recht eindeutig. Der Mann soll nicht beim Manne liegen, so wie beim Weib.
Gerüchten zufolge wurde dieser Satz erst viel später initialisiert, als sich etwa 480 nach Christus Geburt die Kirchenoberen aufmachten, die Evangelien nach ihren Vorstellungen zu schnitzen. Das Thomas Evangelium fiel dabei heraus.
Vieles wurde entfernt und dazugedichtet, glaubt man den Überlieferungen.

Gerade die katholische Kirche ist hier didaktisch, semantisch und moralisch rigoros aufgestellt. Man schaue sich nur an wie schwer es katholischen Priestern fällt das Thema überhaupt anzufassen.

Kann es also sein, dass die katholische Kirche durch ihren Rechtsstatus in der westlichen Welt, ihre Unangreifbarkeit und auch mit ihrer Paralleljustiz, insgeheim zu einem weltweiten Rückzugsort für Homosexuelle wurde?
Als Zuflucht?
Zwar schwer vorstellbar unter den Begleitumständen des katholischen Hetzerforums kath.net, jedoch möglich.
Erst heimlich und dann mitunter offen – da ignoriert und totgeschwiegen – bis hin zu dem Punkt, wo man es gar nicht mehr als Verbrechen wahrnahm, solange es innerhalb der kirchlichen Mauern blieb?

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der als Präfekt der Glaubenskongregation 2017 vom Papst urplötzlich entlassen worden ist, sagte, dass Homosexualität nicht von Gott kommt. Wörtlich sagte er:
„Wer sich nicht beherrschen kann, ist für das Priesteramt nicht geeignet.“
„Schönreden nützt da nichts“, fügte er hinzu. „Übrigens bin ich der Meinung, dass kein Mensch gottgewollt als Homosexueller geboren wird.“
Müller glaubte wohl seinen eigenen Worten nicht, als er diese Sätze sprach, weil es bedeutete, dass die Kirche einen Teil ihrer Gläubigen und ihrer Hirten einfach vom Glauben ausschloss.

Weiterhin führte er aus, dass über 80 Prozent der Opfer sexuellen Missbrauchs Jugendliche bis zu 18 Jahren waren. Alles junge Männer im pubertären oder nachpubertären Alter. Und als Präfekt der Glaubenskongregation sollte er es wissen, denn bei ihm liefen die Fäden des vatikanischen Schweigekartells zusammen. Zur Auswertung, Aburteilung und auch zur Verfolgung.
Und das ist schizophren. Einerseits lehrt die Kirche, dass Homosexualität nicht zur göttlichen Bestimmung des Menschen gehört, duldet aber – wenn wohl auch zunehmend zähneknirschend – homosexuelle Umtriebe in eigenen Reihen und behauptet dann sogar, dass Homosexualität gar nicht von Gott kommt.

Woher denn dann?

Vom Teufel, Satan, Beelzebub?

Und wenn man diesen Gedanken dann weiterverfolgt, ihn konsequent zu Ende denkt, heißt das dann, dass die Kirche von Angehörigen des Teufels unterwandert ist. Seit Jahrhunderten schon? Vielleicht von Anfang an?

Die Glaubenskongregation im Vatikan ist der organisatorische Nachfolger dessen, was da einst die „Heilige Römische Inquisition“ hieß.

Ein Gremium, das weltweit bis zu neun (9!) Millionen Menschen verfolgt, gefoltert und verbrannt hat. Das Mittelalter zu dem gemacht hat, was in anderen Sprachen „das dunkle Zeitalter“ heißt. Wo man für wissenschaftliche Kenntnisse schneller einen Besuch eben dieser Inquisition am Hals hatte, als man denken konnte. Ein Gremium, das die Bibel wörtlich nahm, das heliozentrische Weltbild predigte und die Erde als Scheibe verkaufen wollte. Kurzum eine Organisation, die die Christenheit in Dummheit gefügig halten wollte.

Und deren Personal stammte aus den Orden der Dominikaner und Jesuiten. Beide dafür bekannt nicht gerade weltlich aufgeschlossen zu sein.

Wenn also Homosexualität in der Kirche durch den Vatikan wie auch immer gedeckt wird, selbst dann, wenn diese an sich natürliche Leidenschaft dann an Hilflosen und Schutzbefohlenen in pädophiler Art ausgelebt wird – was ein zusätzliches Verbrechen darstellt – obwohl das gemäß der Bibel verboten ist und als Todsünde zu bezeichnen wäre, warum sperrt sich die Kirche dann so rigoros gegen eine Verurteilung derer, die allesamt gemäß ihrer Lehre und ihrer Dogmatik in der Hölle enden werden. Nicht könnten, sondern werden!
Oder wäre dieses Geheimnis daher schützenswert, eben weil da noch mehr ans Licht kommen würde, was die Kirche noch nachhaltiger erschüttern würde?

Dass man als katholische Kirche gern jede geistliche Opposition ausgelöscht hat, ist nicht erst seit den Protestantenverfolgungen und Religionskriegen bekannt. Vorher waren Katharer und Arianer dran. Beides christliche Splittergruppen, die ihren Ursprung auch auf die Zeit Jesu begründen konnten. Aber nicht ins Weltbild und dem Machtanspruch der universellen katholischen Kirche passten. Einer Papstkirche, deren Oberhaupt sich als Stellvertreter Christi auf Erden sieht!

Nun denn: wenn dem so ist, was würde denn Christi zu diesem schizophrenen Gehabe sagen?
Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun?
Man darf davon ausgehen, dass eine Institution mit fast 2000-jähriger Geschichte sehr wohl weiß, was sie tut, um ihre Machtposition zu erhalten und ihre schmutzige Wäsche samt Leichen weiter im tiefsten Keller versteckt zu halten.

Ein wenig mehr Asche auf das Haupt, Kleinigkeiten reumütig beichten, Besserung geloben, öffentlich ein wenig Buße tun und dann auch ein paar schwarze Schafe opfern. All das läuft gerade.

Natürlich hat man auch Angst um die Einnahmen. Das Kirchvolk zahlt. Mitunter sogar unfreiwillig, wie in Deutschland, wo die Kirchensteuer vom Staat eingezogen wird, was für die Kirche überaus bequem ist, da sie so machen kann, was sie will. Gläubige austreten müssen, um nicht mehr zahlen zu müssen, was dann natürlich ein völlig zwangloser Weg in die Hölle ist.

Dieses nur als abartig zu bezeichnendes Gebaren – bar jeder christlichen Moral und Ethik – an der Bibel vorbei und den Worten von Kardinal Müller folgend „so nicht von Gott gewollt“, lässt nur in tiefere Abgründe dessen blicken, wer sich da als Hirte aufspielt. Wenn der Kardinal recht hat, und vieles spricht dafür, dann werden die Schäfchen seit langem von Wölfen in Schafspelzen „gehütet“, steuerlich geschoren und hin und wieder nach Gusto der lächelnden Hirten auch missbraucht.
Und da solche Typen dann wohl auch von Satan kommen müssen versteht kein normal denkender Mensch, warum diese Wölfe – Artenschutz hin oder her – nicht zum „Abschuss“ freigegeben werden.

Wenn eine kirchliche Splittergruppe jemals eine unbarmherzige Verfolgung verdient hat, dann mit Sicherheit nicht die Arianer, Katharer, Hugenotten und andere. Sondern die, die sich zu 80% an vornehmlich minderjährigen Kindern vergehen.

Als Begründung reichen aber zwei Worte, die durchaus eine katholische Tradition haben:
DEUS (lo) VULT!

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