Covid-19: Impfpflicht bei Eventim AG eingeführt – es ist Zeit zu gehen!
Rauschenberger

Covid-19: Impfpflicht bei Eventim AG eingeführt – es ist Zeit zu gehen!

Ungeheuerlich

Der Eventveranstalter CTS EVENTIM AG & Co. KGaA hat medienwirksam verkündet, dass in Zukunft nur noch geimpfte Besucher die Veranstaltungen besuchen dürfen. Das ist schön zu hören. Zumal der schon durch die Coronakrise wirtschaftlich angeschlagene Konzern zurzeit keinen Umsatz macht und wahrscheinlich aus der Spardose lebt.

Da sind solche Statements schon mal wichtig. Marketing technisch relevant. Und wenn man auf Fördertöpfe der Regierung hofft, sind diese dann auch opportun, zumal diese selbst so etwas pressewirksam nicht verlangt.

Hier sind dann solche freiwilligen Statements aus der Industrie/Wirtschaft gern gesehen.

Warum EVENTIM das so gemacht hat, wird das Geheimnis von EVENTIM bleiben. Gern darf man auch glauben, was EVENTIM dazu selbst gesagt hat. Wir werden das hier nicht wiederholen, denn dadurch wird es nicht besser.

Jedenfalls ist der Schutz der Besucher mit Sicherheit nicht die treibende Kraft hinter dieser Maßnahme gewesen.

Betrachten wir einmal die betriebswirtschaftliche Seite.

1.) EVENTIM als kerngesunden Eventkonzern für Großveranstaltungen jeder Art, samt zubuchbaren Add-ons, wie Backstagebesuche und Fototermine mit den Stars, zu sehen, ist etwas optimistisch. Bei EVENTIM gibt es für reine Spaßevents mit Massenandrang keine Systemrelevanz. Im Gegenteil: Diese von EVENTIM vermarkteten/geförderten Events sind Pandemietreiber!
Anders als beispielsweise Messebetreiber, wo wirtschaftliche Gründe im Vordergrund stehen, die auch durchaus als systemrelevant anzusehen sind, geht es bei EVENTIM im Kerngeschäft nur um die wirtschaftliche Abschöpfung des Spaßfaktors in der Gesellschaft.

2.) EVENTIM versteht sich auch als Vermittler von Karten zu Events wie Konzerten, Theateraufführungen, Sport und andere Großveranstaltungen. Als Provisions abhängiger Servicepartner für Künstler, Veranstalter und Events. Damit dann auch als „Förderer der Künste“ an sich.

3.) Ohne Einnahmen, aber mit laufenden Fixkosten, hat EVENTIM unlängst einen beträchtlichen Anteil seiner Mitarbeiter in das  „Homeoffice“ geschickt und dazu „Fördermittel“ der Agentur für Arbeit – ebenfalls dann wahrscheinlich dauerhaft, in Anspruch genommen.

4.) Natürlich muss man Marketing-technisch etwas tun, damit die schon verkauften Tickets, deren Geld man nun hortet und das mitunter auch in die Deckung der laufenden Kosten fließt, nicht… wieder abfließt.
Karten zu Sportveranstaltungen, Konzerten usw. führen halt nicht zu den gebuchten, aber nun abgesagten Veranstaltungen. Gern verweist man auf die AGB’s, wenn es um Rückzahlungen geht. Man behilft sich mit Gutscheinen und möglichen Wandlungsangeboten und beruft sich auf „höhere Gewalt“, was Haftungen – also RÜCKZAHLUNGEN! – ausschließen soll.

5.) Wenn also Rückzahlungen ausgeschlossen werden sollen, Künstler und Vereine ihren Teil wegen Ausfall der Veranstaltungen auch nicht bekommen sollen-wo bleibt das Geld dann?

6.) Und als Marketingkracher sagt man daher das populäre Wort „Impfpflicht“. Die Spaltung der Gesellschaft hinsichtlich der Impfung geht rasant weiter.

7.) Wie tief muss das Unternehmen EVENTIM denn in der Krise stecken, um auf ein solches Szenario zurückgreifen zu wollen? Und dann zu hoffen, dass es nicht auffällt? Ggf. Medien, Kunden und Aufsichtsgremien hier schweigend mitspielen? Weil das Wort „Impfpflicht“ in einem freiwilligen aber in den sonstigen Medien positiven Zusammenhang fiel?
Spätestens der sich aufbauende und schon stattfindende Shitstorm in den Social Media zeigt doch, dass die Medien hier EVENTIM kaum zur Seite springen werden. Auch politisch kaum Hilfe zu sehen sein wird, da Hunderttausende von Kunden ganz offensichtlich mit großer Reibungswärme über den Tisch gezogen werden könnten. E
Ergo, geht auch das vermutliche Sekundärziel von EVENTIM, Hilfen zu bekommen, so eher nicht in Erfüllung.

8.) Könnte EVENTIM also tatsächlich mehr Kunden gewinnen, als es gerade verliert?  Wo sollen auch die Leute zusätzlich(!) herkommen, die in wirtschaftlich katastrophaler Zeit bereit wären die seit Jahren völlig überhöhten Preisforderungen für Eventveranstaltungen zu bezahlen?

12.) Wenn also das Ziel von zusätzlichen Kunden und zusätzlichen Hilfen unerfüllt bleibt, und dieses bei aktuellem Null-Umsatz aus Veranstaltungen, wie ist dann das Kerngeschäft und damit die Überlebensfähigkeit von EVENTIM am Markt zu beurteilen? Wie eine, wie auch immer geartete Gutschrift oder Erwartungshaltung, dass man für seine bezahlte Karte eine Leistung bekommt? Wann auch immer… Egal ob geimpft, oder nicht? Dazu sagt die Politik nichts.

13.) Ergo WAS tun?

Anders ausgedrückt: Nach all dem, was oben einmal in logischer Folge gesagt wurde, was würde unsere Oma tun, wenn man sie fragt, was zu tun sei?

„Oma, die haben mein Geld für eine Karte. Die wollen mich aber nicht reinlassen, wenn ich nicht geimpft bin. Ich will mich aber nicht impfen lassen / und ich sehe die Forderung als unmoralisch an, und daher frage ich dich, was soll ich tun?“

Und Oma antwortet:
„Mein Kind. Du musst ihnen vertrauen. Die werden dir mit Sicherheit etwas für dein Geld geben. Und natürlich wird alles gut. Im Großen und Ganzen läuft doch alles richtig.“

Ich habe für mich beschlossen das Geld für die Karten zurückzufordern und setze alles daran, das Geld auch zu bekommen. Ja, verdammt, ich habe nicht auf Oma gehört. Denn die muss es wohl hinter sich haben. Oder ich habe die falsche Oma gefragt.

Und ganz nebenbei: für unbedarfte Verbraucher hört sich CTS EVENTIM AG & Co. KGaA gerade im Coronazeiten echt Vertrauens-fördernd an…

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